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Pauke - Kochtopf mit Fell und Gaspedal

Stand: 17.06.2012


Axel Arnhold, Orchesterwart in Magdeburg, mit Pauke (c) dpa
Ein Pauker braucht geschmeidige Handgelenke, denn bei einem Paukenwirbel sausen die Schlegel über hundert Mal in der Minute auf das Fell.

Der Paukenkessel sieht aus wie ein riesiger Kochtopf. Bedeckt wird der Kupfertopf aber nicht mit einem Deckel, sondern mit einem Fell. Man sagt: die Pauke ist mit einem Fell "bezogen". Das Fell besteht meistens aus der Haut eines Kalbs. Das ist jedoch nicht kuschelig weich, sondern die Kuhhaut wird etwa sieben Mal gespalten. Das Fell ist also nur hauchdünn.

So hört sich die Pauke an!

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Ein makelloses Fell muss her!

Kühe (c) Image Source
Aus diesen Kühen wird mal kein Paukenfell: Sie dürfen auf die Weide.
Damit aus einem Kalbsfell überhaupt erst ein Paukenfell werden kann, wird das Kalb auf besonderen Weiden gehalten: ohne Elektrozäune und ohne Stacheldraht. Jede winzige Verletzung auf der Haut des Tieres könnte für das Fell bedeuten, dass es bei einem ordentlichen Paukenwirbel reißt (und der Pauker dabei in sein Instrument fällt!).

Bei Konzerten unter freiem Himmel benutzen die Pauker andere Instrumente, die haben dann einen Bezug aus Kunststoff, denn das Kalbsfell geht an der frischen, feuchten Luft kaputt. Pauker spielen aber lieber auf einem Kalbsfell, weil der Ton weicher, wärmer und satter klingt.

Ein Gaspedal zum Stimmen

Obwohl jede Pauke nur ein einziges Fell hat, kann sie viele verschiedene Töne spielen, über zwei Oktaven. Dafür gibt es ein Pedal unter der Pauke, das aussieht wie eine Sandale. In die schlüpft der Musiker hinein und gibt Gas! Schon ändert er die Spannung des Fells und damit die Tonhöhe. Winzige Stimmanzeiger helfen dem Musiker, damit er weiß, welcher Ton gerade auf der Pauke "gespannt" ist.

Ändert sich während eines Stückes der Ton, dann muss der Pauker nachstimmen in eine andere Tonlage. Dafür pocht der Pauker sanft mit dem Finger auf das Fell und lauscht. Keiner im Orchester und erst recht keiner im Publikum darf das hören, nur der Pauker.


Sylvia Schreiber


 
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