Bachs Söhne

Wilhelm Friedemann Bach (c) dpa
Der älteste Sohn, Wilhelm Friedemann Bach (1710-84), ist der Liebling des Vaters. Schon als 9-Jähriger bekommt er von Johann Sebastian Bach ein "Clavier-Büchlein". Es enthält Noten, Fingersatz und kleine, eigens für ihn komponierte Musikstückchen. Der Vater erwartet viel von ihm: Er unterrichtet seinen Sohn regelmäßig und bringt ihm das Komponieren bei.
Später unternimmt Wilhelm Friedemann mit seinem Vater Reisen nach Dresden, um an der Hofoper "schöne Dresdener Liederchen" zu hören. Mit 17 Jahren will er Orgelvirtuose werden. Tatsächlich wird Wilhelm Friedemann später Musikdirektor und Organist in Halle. Doch 1764 gibt er sein Amt wieder auf. Seither lebt er für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich: Wilhelm Friedemann hat keine feste Anstellung als Musiker. Er verdient seinen Lebensunterhalt durch Konzerte, Unterricht und Kompositionen. 1774 zieht er nach Berlin, dort gibt er mehrere erfolgreiche Orgelkonzerte. Leider schafft er aber den großen Durchbruch nicht. 1784 stirbt Wilhelm Friedemann verarmt in Berlin.


Carl Philipp Emanuel Bach (c) dpa
Carl Philipp Emmanuel Bach (1714-88) ist der Zweitgeborene und kann sich freier als sein älterer Bruder fühlen, denn auf ihm lastet weniger Erwartungsdruck. Er wird als frecher Kerl beschrieben. Er hat dunkle Haare und auch seine Haut ist dunkel. Deswegen wird er auch der "schwarze Bach" genannt.
Als Kind muss er dem Vater viel helfen, so wird er z. B. verdonnert, alle Bläserstimmen einer Motette Note für Note abzuschreiben. Auch er soll nach dem Wunsch des Vaters komponieren lernen und ein Instrument gut beherrschen. Carl Philipp Emmanuel schreibt viele Stücke für Cembalo. Er ist 17 Jahre alt, als er seine erste Komposition eigenhändig in Kupfer sticht. Später studiert er Jura, doch Richter will er nicht werden, weil ihm die Musik wichtiger ist. Das Cembalo ist und bleibt sein Lieblingsinstrument. 150 Sonaten und viele Konzerte hat er dafür komponiert. Carl Philipp Emmanuel findet Anstellungen in Frankfurt, Berlin, Potsdam und später in Hamburg. Er ist zu Lebzeiten berühmter als sein Vater und bis heute sind seine Kompositionen bekannt und beliebt.


Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795) ist das sechzehnte Kind von Johann Sebastian Bach - und das neunte von Anna Magdalena Bach. Als er ins lernfähige Alter kommt, sind seine älteren Halbbrüder schon aus dem Haus. So können sich seine Eltern ganz besonders gut um seine musikalische Ausbildung kümmern. Auch er lernt an der berühmten Leipziger Thomasschule. Johann Christoph Friedrich ist sehr begabt und sein Vater schenkt ihm ein Clavier. Als 18-Jähriger bekommt er eine Stelle als Musicus am Hof in Bückeburg. Dort komponiert er interessante Musik. Johann Christoph Friedrich ist zu Lebzeiten aber nicht weit bekannt.


Johann Christian Bach (c) dpa
Auch Bachs jüngster Sohn, Johann Christian Bach (1735-82), bekommt von ihm eine musikalische Ausbildung. Der Vater ist ein strenger Lehrer. Einmal spielt Johann Christian auf dem Clavier so dahin, eher lieblos und mechanisch. Dabei bekommt er es gar nicht mit, dass sein Vater im Bett liegt. Plötzlich springt der Vater auf und gibt ihm eine Ohrfeige, weil er das schlechte Spielen seines Sohnes nicht erträgt. Solche Strafen gab es leider damals noch! Als Johann Christian 14 Jahre alt ist stirbt sein Vater und er zieht für einige Zeit zu seinem viel älteren Bruder Carl Philipp Emanuel nach Berlin.
Trotzdem ist aus Johann Christian ein Musiker geworden, sogar ein weltberühmter. Er liebt das Reisen und das Komponieren macht ihm auch viel Spaß. Er ist fleißig, lustig, risikofreudig und neugierig. So lebt und arbeitet er einige Jahre in Italien, komponiert viele Opern und wird später zum Star der Londoner Opernszene. Johann Christian setzt sich für das moderne Klavier ein. Der 8-jährige Wolfgang Amadeus Mozart lernt ihn als Kind auf seiner Reise nach London kennen. Wolferl schwärmt von Johann Christian Bach und verehrt ihn.


Kristina Dumas