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musiklexikon
 

Vibrato - Musikalisches Zittern

Stand: 05.03.2010


Sängerin (c) John Foxx Images
Wenn Musiker auf der Bühne das "große Zittern" bekommen, hat das meist nichts mit Aufregung oder Angst zu tun ... Vibrato ist ein musikalisches Gestaltungsmittel, mit dem man den Klang der menschlichen Stimme oder die Töne eines Instruments schöner machen und den Klang bereichern kann. Vielleicht kennst du das Wort "vibrieren". Übersetzt aus dem Italienischen bedeutet "vibrare" so viel wie "schwingen" oder eben "zittern". Es ist dieses leichte Beben des Tones, es sind diese minikleinen Schwankungen der Tonhöhe, diese kaum hörbaren Schwingungen im Klang, die die Töne so lebendig machen. Das natürliche Vibrato der menschlichen Stimme gilt dabei als Vorbild, das alle Instrumente nachzuahmen versuchen.

Als Kind hat man normalerweise noch kein Vibrato in der Stimme. Wenn man aber eine Gesangsausbildung macht und lernt, beim Singen richtig zu atmen, kommt es mit der Zeit wie von selbst.
Anders als beim Singen gibt es bei den Instrumenten richtige Techniken und Übungen, um das Vibrato zu erlernen. Zum Beispiel bei der Geige. Bei Streichinstrumenten wird das Vibrato durch ein Vor- und Zurückwackeln des linken Handgelenks erzeugt. Dabei bewegt sich der Finger auf der Saite ganz leicht hin- und her. Diese Bewegung muss man üben. Langsam und immer schneller. Bei Blasinstrumenten wird der bebende, weichere Vibrato-Klang durch eine besondere Atemtechnik hervorgerufen.
Aber nicht nur bei Blas- und Streichinstrumenten kann man die Töne mit einem Vibrato versehen, auch bei Zupfinstrumenten wie beispielsweise der Gitarre kann man den Klang durch zusätzliche kleine Schwingungen interessanter machen. Stellen, die besonders gefühlvoll sind, kann man mit einem besonders leidenschaftlichen, besonders schnellen Vibrato spielen. Andere Töne dagegen, die man nicht so hervorheben will, spielt man dagegen etwas flacher. Jeder Musiker empfindet das vielleicht auch anders. Vibrato ist etwas sehr persönliches. Jeder hat sein eigenes Vibrato!

Vibrato ist heute aus dem Orchesterklang nicht mehr wegzudenken. Zur Zeit von Johann Sebastian Bach spielten die Musiker im Orchester dagegen noch ohne Vibrato. Auch später bei Mozart und Beethoven war es noch nicht üblich. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist es ganz normal, alle Stücke im Orchester mit Vibrato zu spielen. Sehr zum Ärger mancher Komponisten. So schreibt beispielsweise der Ungar György Ligeti oft ganz ausdrücklich in seine Kompositionen, wie er sich den Klang vorstellt: ob mit oder ohne Vibrato. In den letzten Jahren besinnen sich auch einige Dirigenten wieder auf die ursprüngliche Aufführungspraxis zurück.


Barbara Weiß

 
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