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musiklexikon
 

Geigenbau - Woher kommt das Holz?

Stand: 16.04.2013


Eine Geige kann jauchzen, schluchzen, singen, jubilieren – und wer sie nicht spielen kann, der sägt womöglich nur auf dem Instrument herum. Doch nicht nur das Geigenspiel ist eine hohe Kunst – auch der Geigenbau. Je älter ein Instrument ist, desto wertvoller ist es oft. Noch immer hat Antonio Stradivari, der vor fast dreihundert Jahren in dem italienischen Städtchen Cremona lebte, den Ruf, er sei einer der größten Meister der Geigenbaukunst gewesen. Seine Geigen haben perfekte Maße, einen wunderschönen goldgelben Lack und einen großen, vollen Ton. Viele Geigenbauer wüssten nur zu gerne, woher Stradivari das Holz für seine Instrumente genommen hat. Das Holz, aus dem eine Geige gebaut wird, ist sehr stark für ihren Klang verantwortlich.

radioMikro-Reporter Joachim Thiel hat mit der 9-jährigen Leonie die Münchner Geigenbauerin Marion Michael besucht und ihr bei der Arbeit über die Schulter geschaut.

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Eine Geige - viel Holz!

Mädchen spielt Geige (c) Rubberball
Beim Geigen schwingen nicht nur die Saiten, sondern auch das Holz.
Wenn man auf einer Geige spielt, schwingt das Holz mit. Wenn du dir eine Geige anschaust, dann kannst du sehen, dass bei diesem Instrument sehr viel aus Holz gebaut ist: der Geigenboden, der Geigendeckel, der Steg, der Hals und die Schnecke. Die Decke ist meistens aus Fichtenholz, die Seitenteile und der Boden aus Ahorn – das ist ein ganz schön gemasertes Holz und viel härter als Fichte. Das Griffbrett, der Kinnhalter und die Wirbel werden aus Ebenholz gemacht – das ist ein schwarzes, sehr widerstandsfähiges Holz, das aus Afrika oder Indien kommt.

Der Schatz des Geigenbauers? Uralte Bretter!

Geigenbaumeister Peter Benedek (c) BR/Dumas
Gut abgelagertes Holz. Ein Schatz für Geigenbaumeister Peter Benedek!
Peter Benedek ist Geigenbaumeister in München. Er ist sehr stolz auf seine Holzvorräte. Natürlich könnte er eine Geige auch komplett aus billigem Sperrholz bauen. Aber schön würde so ein Instrument wohl nicht klingen. Es reicht auch nicht, dass der Geigenbauer einfach in den nächsten Baumarkt fährt und dort ein paar Bretter Fichtenholz kauft. Für eine Geige braucht man ein ganz besonderes Holz. Vor einigen Jahren hat Peter Benedek einen über fünfhundert Jahre alten Balken aus einem Haus gerettet. Das Haus sollte abgerissen werden und das Holz wäre auf der Mülldeponie gelandet. Peter Benedek hat den Balken ausgebaut, in viele einzelne Bretter gesägt und daraus eine Geige gebaut. Wunderbar gut gelagertes, trockenes Holz. Ein wahrer Schatz für einen Geigenbaumeister.

In finsteren Winternächten heulen die Motorsägen auf ...

In der Werkstatt des Geigenbauers (c) BR/Dumas
200 Stunden Handarbeit - fertig ist die Geige!
Woher ihr Holz stammt, ist für viele Geigenbauer ihr streng gehütetes Berufsgeheimnis. Für den Deckel aus Fichtenholz eignen sich besonders Bäume, die hoch in den Bergen, ohne viel Sonne, ganz langsam und gleichmäßig gewachsen sind. Die Jahresringe in ihrem Holz sind dann ganz fein und dünn. Gefällt wird so eine Fichte in den Bergen aber erst im tiefsten Winter, wenn die Nächte besonders lang und finster sind. Im Dezember bei Neumond – also wenn der Mond nicht zu sehen ist – wird der Baum geschlagen.

In dieser Zeit befindet sich der Baum im Tiefschlaf des Winters: Das mondgeschlagene Holz ist besonders saftarm und hat so die beste Vorraussetzung für einen schönen Klang. Der Geigenbauer lagert das Holz oft noch viele Jahre. Je weniger Feuchtigkeit es enthält, desto weniger verzieht es sich. Es wäre nämlich schrecklich, wenn sich der Geigenboden mit der Zeit verschieben würde. Es könnte dann ein kleiner Schlitz entstehen und die Geige würde fürchterlich klingen.

Kristina Dumas und Veronika Baum


 
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