<img src="/kinder/pic/navi_html.gif" width="590" height="66" alt="" border="0"usemap="#navi"> <map name="navi"> <area alt="Treffen & Finden" coords="20,10,129,55" href="/kinder/index1.shtml"> <area alt="Spielen & Werkeln" coords="129,9,239,57" href="/kinder/index2.shtml"> <area alt="Musik & Geschichten" coords="241,8,349,57" href="/kinder/index3.shtml"> <area alt="Fragen & Verstehen" coords="351,7,459,57" href="/kinder/index4.shtml"> <area alt="Radio & TV" coords="459,7,571,57" href="/kinder/index5.shtml"> </map>
BR.de
musiklexikon
 

Paganini, Niccolò - der Teufelsgeiger

Stand: 13.06.2015


Niccolò Paganini (c) dpa
Paganini, Niccolò Paganini, das ist ein Name, den vor knapp 200 Jahren viele Leute nur flüsternd mit einem Kreuzzeichen auszusprechen wagen. Denn sie sind überzeugt: Der Geiger Paganini kann nur ein Hexenmeister sein. Weißt du, was ein Virtuose ist? Nun, ein Virtuose ist jemand, der auf seinem Instrument unglaubliche Kunststücke aufführt. Und Paganinis Finger rasen in atemberaubender Geschwindigkeit übers Griffbrett, sein Bogen hüpft wie wild geworden über die Saiten. Dabei geschieht es: Der ganze Saal beginnt zu toben, schüchterne Frauenzimmer kreischen und fallen in Ohnmacht, gestandene, kriegsgestählte Soldaten heulen vor Rührung wie die Schoßhunde. Unglaublich, unvorstellbar!

In ihrem Porträt erzählt Sylvia Schreiber die spannende, aber auch traurige und einsame Lebensgeschichte von Niccolò Paganini nach. In ihrem Beitrag hörst du auch Ausschnitte der teuflisch schnellen Musik Paganinis!

This text will be replaced


Mit dem Teufel im Bunde?

Niccolò Paganini - der mit dem Teufel.
Klick die Lupe!
Woraus wurden früher Geigensaiten hergestellt? Aus Tierdärmen, lautet die Antwort. Im Fall von Paganini, so raunen sich die Menschen hinter vorgehaltener Hand zu, bestehe die G-Saite seiner Geige jedoch nicht aus dem gedrehten Darm eines Tieres, sondern - wie entsetzlich - aus dem Darm eines unschuldigen Mädchens.

Niccolò Paganini ist wirklich eine geheimnisvolle, Furcht einflößende Gestalt. Ein schmächtiges Männchen, auf dessen dürrem Körper ein übermächtiger Schädel thront. Pechschwarze Haarsträhnen umrahmen ein aschfahles Gesicht, sein Blick ist stechend, boshaft zuckt sein zahnloser Mund. Seine Konzertreisen machen ihn in ganz Europa von Paris über London bis Wien berühmt. In einer verdunkelten Kutsche fährt Paganini von Stadt zu Stadt. Der Geiger scheut das Licht, wie seltsam. Und dann isst er fast nichts, er gönnt sich höchstens eine Tasse faden Kräutertee, selbst im heißestem Sommer trägt er Pelz, denn er friert ständig. Zu keiner Sekunde lässt er seinen gewaltigen, zerschlissenen Geigenkasten aus den Augen, so als würde ein böser Fluch in ihm versteckt sein. Und das Allermerkwürdigste: Paganini übt nie.

Schon zu Lebzeiten Paganinis verselbständigten sich die Gerüchte über den Teufelsgeiger. Paganini selbst profitierte von der brodelnden Gerüchteküche: Schließlich strömten die Menschen scharenweise in seine Konzerte. Regelmäßig sorgte er auch für neuen Gesprächsstoff. Etwa indem er nachts auf den Friedhof ging und dort ein Konzert für die Toten spielte. Hier könnt ihr die gruselige Lebensgeschichte von Niccolò Paganini hören - nacherzählt von Do Re Mikro-Reporterin Susanna Felix.

This text will be replaced


Ein Leben wie ein Verbrecher?

Es gibt viele Rätsel um Niccolò Paganini, Gerüchte über Morde, die er angeblich begangen hat, Gefängnisstrafen, die er hinter düsteren Gefängnismauern abgesessen haben soll, und da sind einige Jahre, die weiße, unbedruckte Seiten im Buch seines Lebens für uns sind. Also, was wissen wir vom ihm? Niccolò Paganini wird 1782 in der italienischen Stadt Genua geboren. Noch herrschen Könige und Kaiser, noch tragen die Männer gepuderte Perücken, doch das wird sich bald ändern, alte Zöpfe werden abgeschnitten, die Dampfmaschine bestimmt den Takt einer neuen Zeit.

Schwarze Magie, Hexerei - mehr als nur ein harmloses Gerücht?

Paganini ist nie richtig zur Schule gegangen. Der strenge, erbarmungslose Vater zwingt den jungen Niccolò von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Geige zu üben - und das jeden Tag. Paganini ist 19 Jahre alt, als er endlich von zuhause wegläuft, zunächst wird er Musiker im Orchester des Fürstenhauses von Lucca, später zieht er mit seinem Instrument wie ein Vagabund durch Italien. 1828 verlässt Paganini zum ersten mal sein Heimatland und bricht zu einer Konzertreise auf. Als Paganini, der Teufelsgeiger, 1840 in Nizza stirbt, weigern sich die Priester, Paganinis Leichnam in geweihter Erde beizusetzen.


Markus Vanhoefer

 
  Mehr über Virtuosen
  Alle Musiklexikon-Einträge



 
Hilfe   Kontakt