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musiklexikon
 

Fagott - Ein Holzblasinstrument

Stand: 22.02.2015


Musiker des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt an der Oder spielt Fagott (c) dpa



Also zuerst einmal: es heißt DER Gott, DIE Götterspeise und DAS Fagott (nicht etwa DER Fagott, wie ich immer geglaubt habe, bis ich diesen Text geschrieben habe). Und dieses Fagott ist ein Holzblasinstrument, genauso wie die Blockflöte oder die Oboe. Und eigentlich funktioniert es auch genau wie eine Blockflöte, nur, dass beim Fagott das Rohr mit den Löchern immer breiter wird und viel länger ist als eine Blockflöte, ungefähr neunmal so lang: Zwei Meter und sechzig Zentimeter - das ist so lang wie ein Zimmer hoch ist.

Fagott-Werkstatt von Jiping Tan (c) dpa
Ein Fagott ist so lang, dass es auch hier nicht ganz aufs Bild passt.
Wie allerdings soll man auf diesem langen Rohr spielen? Selbst die längsten Arme des größten Menschen sind zu kurz, um die Löcher am dicken Ende des Fagotts zuzuhalten. Also hat man die lange Röhre einfach einmal zusammengeklappt. Der Luftstrom geht erst durch ein ganz dünnes Metallrohr um die Kurve, dann durch den ersten Teil der Holzröhre nach unten, durch ein Metallrohr um die Kurve und dann durch den zweiten Teil der Holzröhre wieder nach oben: Und schon ist das Fagott nur noch einen Meter und dreißig Zentimeter lang. Aber immer noch sehr schwer. Deshalb hängt man sich das Fagott um den Hals und spielt es im Sitzen.

Anders als bei einer Blockflöte bläst man in das große Fagott nicht vom oberen Ende hinein - das wäre ziemlich unhandlich. Ungefähr auf halber Höhe sitzt der S-förmige Metallbogen, der die Luft ins Instrument führt. Und an seinem Ende steckt das so genannte Rohrblatt. Eigentlich sind es zwei dünne, ganz leicht gebogene Bambusblättchen, die so aufeinander gelegt und festgebunden werden, dass in der Mitte ein kleiner Hohlraum entsteht. Wenn man jetzt das doppelte Rohrblatt nass macht (in einem Wasserglas oder indem man lange dran lutscht wie an einem Eis) und dann hineinbläst, beginnen die dünnen Bambusblättchen zu schwingen – und das erzeugt den Ton. Und manchmal auch ein richtiges Kitzeln auf den Lippen ...

Das Doppelrohrblatt

Fagott S-Bogen (c) dpa
Das Mundstück vom Fagott ist geformt wie ein "S".
So ein Doppelrohrblatt ist im wahrsten Sinne eine zweischneidige Sache: es macht den meisten Fagottisten ziemlich viel Arbeit - denn damit es richtig schöne Töne macht, muss es immer wieder angepasst und abgeschliffen werden. Bis es nach einigen Wochen ganz kaputt geht und wieder ein neues gebastelt werden muss. Andererseits hat es den Schülern im Fagott-Unterricht schon oft als gute Ausrede hergehalten: Wenn ein Ton nicht so richtig klappen will - dann ist daran halt nur das Rohrblatt schuld ...
Doch das Blatt an sich ist nicht das Einzige, was stimmen muss: Auch die richtige Haltung und Spannung der Lippen ist wichtig.

Hör dir an, wie Kilian versucht, Fagott zu spielen...

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Und so klingt es bei einem echten Profi, bei Rainer Seidel vom BR-Symphonieorchester.

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Das tiefste Holzblasinstrument

Chinesischer Musiker des Young Euro Classic Ensemble China-Deutschland (c) dpa
Hier kann man die Mundstellung beim Fagottspielen gut erkennen.
Warum baut man denn eine viel zu lange Blockflöte? Wegen der schönen tiefen Töne! Weil das Fagott das längste Holzblasinstrument ist, ist es auch das tiefste. Je länger nämlich der Luftstrom durch eine Röhre fließt, bis er zu einem Loch hinaus kann, desto tiefer ist der Ton, den man auf diesem Loch blasen kann. Und umgekehrt ist es genauso: Die höchsten Töne kann man auf den Löchern blasen, die dem Mund am nächsten sind. Also alles klar: Das Fagott ist so lang, damit die Luft möglichst weit durch die Holzröhre fließen kann, damit man ganz tiefe Töne blasen kann.

Wäre da nur noch der eigenartige Name: Fagott. Das kommt von dem italienischen Wort "il fagotto", zu deutsch: das Bündel. Das Instrument ist nichts anderes als ein Bündel Holzröhren mit Löchern. Und auch klar, dass es DAS Fagott heißen muss, denn es heißt ja auch DAS Bündel.

Kilian Leypold, Katrin Stadler und Barbara Weiß

 
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