<img src="/kinder/pic/navi_html.gif" width="590" height="66" alt="" border="0"usemap="#navi"> <map name="navi"> <area alt="Treffen & Finden" coords="20,10,129,55" href="/kinder/index1.shtml"> <area alt="Spielen & Werkeln" coords="129,9,239,57" href="/kinder/index2.shtml"> <area alt="Musik & Geschichten" coords="241,8,349,57" href="/kinder/index3.shtml"> <area alt="Fragen & Verstehen" coords="351,7,459,57" href="/kinder/index4.shtml"> <area alt="Radio & TV" coords="459,7,571,57" href="/kinder/index5.shtml"> </map>
BR.de
klaro
 

Biber - Gefürchteter Nager

Stand: 28.09.2012

 
Biber (c) dpa
Biber sind die größten Nagetiere Europas und sie gehören zu den größten Baumeistern im Tierreich: Diese eigentlich niedlichen Säugetiere fällen Bäume und bauen damit Dämme, um Wasser anzustauen. Das dient als Schutz für ihre Wohnungen, denn der Eingang dazu liegt immer unter Wasser. Deswegen sind die Biber besonders bei Förstern und Bauern unbeliebt und sogar gefürchtet:

Denn sie bauen ihre Dämme oft auch dort, wo wir Menschen sie überhaupt nicht haben wollen, weil sie dort stören oder durch das angestaute und überlaufende Wasser sogar etwas kaputt geht. Trotzdem darf man Biberdämme nicht zerstören und schon gar nicht die Biber fangen, verletzen oder sogar töten, denn die sind strengstens geschützt – im vorletzten Jahrhundert waren sie bereits ausgerottet.

Biber von Nina (c) BR
























Auch die klaro-Klasse aus Inchenhausen hat sich mit den niedlichen, aber zerstörerischen Nagern beschäftigt. Was die Kinder über sie erzählen, kannst du dir hier anhören – klick den Startknopf!

This text will be replaced


Biber in Bayern

Seit 15 Millionen Jahren leben die Biber in Bayern, davon künden Ortsnamen wie Biberbach oder Bibergau. Jahrzehnte lang wurden die Biber gejagt: Ihr warmer Pelz galt als so wertvoll, dass er im Mittelalter gegen ein Pferd eingetauscht werden konnte. Ihr Drüsensekret, das sogenannte "Bibergeil", wurde als Elixier gegen Krankheiten wie Krämpfe, Epilepsie, Nervosität, aber auch Fieber und Schmerzen eingesetzt. Und ihr Fleisch war als Fastenspeise sehr geschätzt.

Biber waren so begehrt, dass nicht viele ihrer Art übrigblieben: Seit dem 19. Jahrhundert waren die Biber in Bayern ausgestorben und blieben es noch weitere rund einhundert Jahre. In den 1960er Jahren beschloss man dann, die Biber wieder anzusiedeln – mit Erfolg: Bis zum Jahr 1980 lebten wieder 120 Biber in Bayern, die sich munter fortpflanzten – und jetzt, rund dreißig Jahre später wird der bayerische Biberbestand auf etwa 12.000 Tiere geschätzt.

Biber von Luis, Kevin und Marcel (c) BR
























Der Biber als Baumeister

Baumeister Biber kann zwar zerstörerisch sein, aber dadurch, dass er seinen Lebensraum und seine Umwelt gestaltet, hilft er auch anderen Tieren: dem Fischotter beispielsweise, dem Schwarzstorch, dem Laubfrosch und so mancher Libellenart. Zwischen Bibers abgenagten Zweigen im Wasser können Fische ihre Brut verstecken und diese Zweige bieten auch den Kaulquappen von Fröschen und Kröten Schutz. In Gewässern mit Bibern und ihren Bauten gibt es achtzig Mal so viele Fische wie in Gewässern, in denen keine Biber leben!

Zwei schwimmende Biber (c) dpa
Durch Biberdämme wird das Wasser gefiltert. Und Baumstämme, die in Bächen und Flüssen liegen, werden vom Wasser umspült und umsprudelt – durch dieses Verwirbeln reichert sich das Wasser mit Sauerstoff an. In der Umgebung der Biberdämme bilden sich Schilfzonen, die nicht nur vom Biber, sondern auch von anderen Kleinlebewesen genutzt werden. Für all das sorgt der Biber ganz natürlich, einfach durch seine angeborene Lebensweise: Er legt ein Feuchtgebiet an, das ein von Menschenhand erschaffenes Biotop noch übertrifft und das von anderen Tier- und Pflanzenarten auch besser angenommen und besiedelt wird als das vom Menschen.

Immer was zu nagen ...
... und wenn es ein Baumstamm ist ...
... aus dem er dann einen Damm baut.
 
Bibers Steckbrief
Lateinischer Name: Castor
Familie: Die Familie der Castoridae besteht aus zwei Biberarten: dem Europäischen Biber und dem Kanadischen Biber – Biber leben auch in der Familie: Zu einer Biberfamilie gehören Eltern und zwei Generationen Jungtiere: Biber bekommen einmal im Jahr Junge und die leben zwei Jahre lang bei ihrer Familie.
Alter: Kann 10 bis 12 Jahre alt werden, in Gefangenschaft sogar weit über 20 Jahre.
Länge: bis zu 1,30 Meter (davon Schwanz: 30 Zentimeter!) - größtes Nagetier Europas, zweitgrößtes lebendes Nagetier der Erde (nur das Südamerikanische Wasserschwein ist größer).
Gewicht: bis zu 30 bis 40 Kilogramm (ausnahmsweise 45 Kilogramm) – also schwerer als ein Reh!
Farbe: braun, extrem dichter Pelz, der vor Kälte schützt, deswegen halten Biber auch keinen Winterschlaf. Nur der Schwanz ist glatt und unbehaart.
Lebensraum: Gewässer und Ufer – Biber sind ans Leben im Wasser angepasst durch Schwimmhäute und ihren unbehaarten Schwanz, der dient als Ruder und Steuer. Der Biber lebt in seiner selbst gebauten Biberburg.
Bauwerke: 20 bis 30 Meter lange Dämme – manche sind sogar über 100 Meter lang! Biberburgen können bis zu drei Metern hoch und über zehn Meter breit sein.
Nahrung: Der Biber ist Vegetarier – Sommer: Kräuter, Gräser und Wasserpflanzen, Winter: Rinden und Zweige weicher Hölzer wie Pappeln oder Weiden. Kann ganze Bäume fällen.
Fähigkeiten: Kann bis zu 20 Minuten tauchen und dazu Nase und Ohren verschließen.
Feinde: Wolf, Luchs, Bär, Puma, auch wildernde Hunde.
Besonderes: Biber stehen unter Naturschutz! Schon ausgestorben ist der Riesenbiber, er konnte bis zu 2,5 Meter lang werden.


Bibermanagement in Bayern

Die Wiederansiedelung der Biber freut nicht jeden, denn Biber halten sich natürlich nicht an die Grundstücksgrenzen der Menschen: Förster beispielsweise ärgern sich über gefällte Bäume oder wenn ihr Nutzholz angefressen wurde, und Bauern hassen überschwemmte Äcker, auf denen ihre Ernte "ertrinkt". Auch dass Biber die Früchte vom Feld – Mais oder Zuckerrüben – fressen, sehen die Bauern natürlich nicht gerne. Biber richten auch Schäden an, weil sie in Ufernähe unterirdische Gänge graben: Dann können dort Deiche oder Dämme einstürzen oder das Ufer bricht ab.

Aus diesem Grund gibt es in Bayern das Bibermanagement: Der Bibermanager soll Schäden durch Biber verhindern, die Biber aber dennoch schützen. Er kann die geschädigten Bauern und Förster beraten, wie sich Schäden in Zukunft vermeiden lassen – manchmal reicht schon ein einfacher Maschendrahtzaun, aber auch Drahtgitter oder Elektrozäune kommen zum Einsatz. In sehr seltenen Fällen werden Biberdämme trockengelegt – die wird der Biber dann nicht mehr als Wohnraum nutzen und umziehen. Und ist der finanzielle Schaden sehr groß, kann der Bibermanager mit Geld aus dem sogenannten "Biberfonds" helfen, diesen Schaden zumindest zu mindern.


Simone Wichert


Biber von Leonhard und Thomas (c) BR


 
  Auch der hier steht unter Naturschutz: der Maulwurf!
  Alle LUPE-Themen



 
Alle LUPE-Themen Alle LUPE-Themen
Hilfe   Kontakt