Riesenschildkröte gestorben - "Lonesome George" tot
Stand: 29.06.2012
Die Riesenschildkröte "Lonesome George" ist tot. Er hat auf Santa Cruz, einer der Galapagos-Inseln etwa 1.000 Kilometer vor der Küste von Südamerika in einer Forschungsstation gelebt. Im Jahr 1972 haben Ziegenhirten ihn gefunden und ihn zu dieser Station, der "Charles Darwin Foundation", gebracht. Mehr als einhundert Jahre alt soll George geworden sein - für Riesenschildkröten ist das allerdings nicht sehr alt! Die Forscher rechneten damit, dass er noch einige Jahrzehnte leben würde. Aber George ist am 24. Juni 2012 überraschend an Herzversagen gestorben.
Lonesome George - der "einsame Georg"
Damit ist seine Art, eine bestimmte Galapagos-Riesenschildkröte, die Chelonoidis nigra abingdoni, wahrscheinlich ausgestorben. Denn George hat keine Nachkommen: Forscher haben zwar versucht, ihn mit Weibchen einer ähnlichen Schildkrötenart zusammenzubringen - insgesamt elf Eier haben diese Weibchen auch gelegt, allerdings sind daraus keine Schildkrötenjungen geschlüpft.
Und ob es irgendwo auf der Welt vielleicht doch noch eine Schildkröte dieser Art gibt, weiß man nicht genau - einige sehen George recht ähnlich, aber ob es genau dieselbe Art ist, kann man nur mit komplizierten Tests herausfinden. George soll nun ausgestopft werden als Mahnmal, damit seine noch lebenden Artgenossen in Zukunft besser geschützt werden.
Auch die Kinder unserer klaro-Klasse haben sich Gedanken über die Riesenschildkröte George gemacht - hier kannst du dir alles anhören, klick den Startknopf!
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Eine Lederschildkröte ...
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Eine Strahlenschildkröte ...
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Eine Geierschildkröte ...
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Schildkröten - eine besonders gefährdete Spezies
Viele Schildkröten sind gefährdet, akut vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Auch die Europäische Sumpfschildkröte bei uns ist extrem gefährdet. Das liegt zum einen daran, dass sie viele tierische Feinde hat, zu denen immer noch neue hinzukommen: Der Waschbär zum Beispiel ist aus Nordamerika bei uns eingewandert und hat Sumpfschildkröten zum Fressen gern. Dagegen hat der Waschbär hier keine natürlichen Feinde - sie kennen ihn ja nicht und haben ihn deswegen auch nicht auf ihrem Speiseplan.
Auch vielen Süßwasserschildkrötenarten geht es richtig schlecht: Mehr als die Hälfte davon ist vom Aussterben bedroht. Sie gehören damit zu den bedrohtesten Tieren auf der Erde. Schlimm für sie ist nicht nur, dass sie von den Menschen gegessen oder als Haustiere gehalten werden, ihre Lebensräume werden immer mehr zerstört, indem zum Beispiel Dämme in den Flüssen gebaut werden, in denen sie leben.
Die Meeresschildkrötenarten sind so gut wie alle vom Aussterben bedroht: Sie werden seit Jahrhunderten gejagt, weil die Menschen ihr Fleisch und ihre Eier essen und das Schildpatt aus ihrem Panzer als Glücksbringer gilt. Außerdem sind die Meere verschmutzt und damit auch die Niststrände der Meeresschildkröten, so dass sie immer weniger Plätze finden, an denen sie ihre Eier ablegen können. Und auch die industrielle Fischerei wird ihnen zum Verhängnis: Sie verenden als sogenannter "Beifang" in den Treib-, Schlepp- und Fangnetzen der Fischer. Offiziell stehen die Meeresschildkröten dagegen unter Artenschutz. Mit Fleisch, Eiern und anderen Schildkrötenprodukten darf nicht gehandelt werden.
Tierschutzorganisationen bemühen sich zwar darum, dass möglichst viele Schildkrötenarten überleben können: Sie bauen Aufzuchtstationen und wildern die Schildkröten später wieder aus oder zäunen ihre Brutgebiete ein und bewachen diese. Inwiefern die Tierschützer damit Erfolg haben, werden wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sehen.
George mit dem extralangen Hals - wie ihn auch Belinda gemalt hat:
Simone Wichert
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