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Mondfinsternis - Was passiert da?

Stand: 01.07.2011

 
Mondfinsternis aufgenommen vom Teleskop der Sternwarte Riesa (c) dpa













Hast du am 15. Juni 2011 die Mondfinsternis gesehen? Dann hast du sehr viel Glück gehabt. Denn es war die längste Mondfinsternis seit mehr als zehn Jahren: Das ganze Schauspiel dauerte fünfeinhalb Stunden und zwischen 21:23 und 23:03 Uhr lag der Mond völlig im Erdschatten - einhundert Minuten totale Mondfinsternis also. Die meisten Menschen in Deutschland konnten sie aber nicht beobachten, weil bei uns genau zu der Zeit dicke Wolken am Himmel hingen. Wer sich außerhalb von Deutschland im Süden aufhielt, hatte mehr Glück: Dort war der Blutmond gut zu sehen.


Auch die Kinder unserer klaro-Klasse der Woche, der 4e der Grete-Schickedanz-Grundschule in Hersbruck, haben sich ihre Gedanken zur Mondfinsternis gemacht. Matthias Gräter von der Sternwarte Nürnberg beantwortet ihre Fragen.

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Wie kommt es zu einer Mondfinsternis?

Erde? Mond? Sonne? Wie? Was? Wo?
Drei Himmelskörper sind daran beteiligt: Mond, Erde und Sonne. Der Mond bewegt sich um die Erde, Erde und Mond bewegen sich gemeinsam um die Sonne und die Erde dreht sich auch noch um sich selbst.

Erde und Mond werden von der Sonne angestrahlt. Der Mond leuchtet deswegen für uns normalerweise hell gelblich bis weiß, weil er das Sonnenlicht reflektiert und wir das von der Erde aus sehen. Auch die Erde wird von der Sonne angestrahlt und wirft dabei ihren Schatten ins Weltall. Wenn der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde durch diesen Erdschatten zieht, die Erde also so zwischen ihm und der Sonne steht, dass die Sonne den Mond nur teilweise oder gar nicht beleuchten kann, gibt es eine Mondfinsternis. Fällt gar kein Sonnenstrahl auf den Mond, spricht man von einer totalen Mondfinsternis.

Und wann wird der Mond blutrot?

Nur während der totalen Mondfinsternis, wenn der Mond in den Kernschatten der Erde gewandert ist, gibt es den sogenannten "Blutmond". Denn auch wenn die Erde den Mond komplett verdeckt, ist der Mond noch zu sehen, er leuchtet dann nur etwa 10.000 Mal dunkler als sonst. Und das liegt am Streulicht aus der Erdatmosphäre: Langwelliges rotes Licht fällt in den Erdschatten und strahlt den Mond sanft an. Es taucht ihn sozusagen in eine Art "Abendrot".

Schon gewusst?
Jedes Jahr gibt es etwa zwei Mondfinsternisse, wie es auch zwei Sonnenfinsternisse gibt.
Die Farbe des Blutmondes hängt auch davon ab, wieviel Staub- und Ascheteilchen gerade in der Erdatmosphäre vorhanden sind, es kann deswegen immer wieder ein anderer Rotton sein.

Im alten Ägypten übrigens galt eine Mondfinsternis als böses Omen - denn "der Himmel hat den Mond verschluckt" - und das schien Vorbote zu sein für Kriege, Krankheiten und andere Katastrophen. Wir dagegen freuen uns natürlich über dieses seltene Himmelsschauspiel. Auf die nächste totale Mondfinsternis müssen wir allerdings noch bis zum Jahr 2015 warten. Und hoffentlich wird die dann nicht wieder von Wolken verdeckt!


Simone Wichert


 
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