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Love Parade – Unglück durch Massenpanik

Stand: 30.07.2010

 
Trauer nach dem Unglück auf der Love Parade (c) dpa
Wo am Samstag noch tausende tanzten, stehen jetzt Trauerkerzen.
Hunderttausende Menschen wollten am 24. Juli 2010 zu Rave- und Technomusik in Duisburg tanzen, doch die Großveranstaltung endete ganz anders als gedacht: Als in einem Tunnel, der auf das Party-Gelände führte, eine Panik ausbrach, kamen 21 Menschen zu Tode und hunderte wurden verletzt. Jetzt wird diskutiert und gestritten, wie es zu dem Unglück kommen konnte und wer schuld daran hat.

Hör dir an, was die Kinder und Reporter Jörg Steinkamp vom WDR über das Unglück bei der Love Parade wissen. Klick den kleinen Lautsprecher!


Love Parade - die größte Techno-Party der Welt
Love Parade in Berlin (c) dpa Das erste Mal zogen 1989 Raver und Techno-Freunde durch die Straßen Berlins: DJs legten auf bunten Wagen und Bühnen Musik auf und beschallten so Straßen und Plätze. Zu Beginn war es ein kleines Häufchen Besucher, doch jedes Jahr kamen mehr Raver aus ganz Deutschland und Europa. Ende der 1990er Jahre besuchten jährlich über eine Million meist junger Menschen den Techno-Umzug. Seit 2007 findet die Party jedoch nicht mehr in Berlin statt, sondern wechselnd in anderen Städten.


Party-Planung hoch drei!

Wenn tausende Menschen gemeinsam feiern wollen, dann kann das eine tolle Party werden. Was es auf jeden Fall aber auch ist, ist Arbeit und Planung.

Love Parade in Berlin, Essen und Duisburg (c) dpa
Voll war es immer auf der Love Parade, aber in Berlin (ganz links) und Essen (Mitte) konnten die Besucher zu den Seiten ausweichen, wenn es zu eng wurde. Das war in Duisburg (rechts) schwierig.




Die Veranstalter der Love Parade mussten sich nicht nur darum kümmern, dass genügend DJs vor Ort sein würden, sondern natürlich auch um genügend Busse und Züge, die die Raver nach Duisburg und zurück bringen würden. Sie mussten auch dafür sorgen, dass die Leute vor Ort Getränke und Essen kaufen konnten und dass es genügend Toiletten gab. Vor allem mussten sie sich aber auch um die Sicherheit der Besucher und Besucherinnen kümmern. Dazu gehört, dass genügend Ärzte und Polizisten vor Ort sind, die im Notfall helfen können und dass das Gelände so ausgewählt ist, dass die Leute sicher hin- und zurückkommen und vor Ort gut aufgehoben sind. Um genau diesen Punkt wird jetzt heftig gestritten: Haben sich die Veranstalter ausreichend um die Sicherheit gekümmert oder nicht?


Der Tunnel - das Nadelöhr

Tunnel auf Love Parade Gelände in Duisburg (c) dpa
An diesem Tunnel kam es zu dem Unglück.
Die Love Parade 2010 sollte auf einem Gelände am ehemaligen Güterbahnhof von Duisburg stattfinden. Der Platz ist zwar ziemlich groß, aber er ist durch Autobahnen und Eisenbahnschienen begrenzt. Um auf den Platz zu gelangen, mussten die Besucher also durch einen Tunnel laufen - und zwar alle Besucher mussten da durch: sowohl die Besucher, die das Fest betreten als auch die, die es verlassen wollten. Hier hat es sich gestaut. Als immer mehr Menschen in den Tunnel drängten, wurde es enger und enger. Einige der Besucher versuchten, über eine Treppe an der Tunnelmauer nach oben zu klettern, um der Enge zu entkommen. Manche von ihnen gelang es nicht und sie fielen wieder runter, auf die anderen Besucher drauf. So kam es zur Panik.

Was tun, wenn's eng wird?
Notausgang Schild (c) dpa Wenn es dir irgendwo zu eng ist, dann solltest du gehen. Sag deinen Begleitern, dass es dir unangenehm ist und du gehen willst. Aber wichtig – und wahrscheinlich auch das allerschwerste – ist Ruhe zu bewahren. Also Augen auf und den nächsten Ausgang oder Notausgang suchen. Die sind oft mit einem besonderen Schild gekennzeichnet.


Angst vor Volksfest und Faschingsumzügen?

In Deutschland wird jetzt diskutiert, ob so eine Panik auch auf anderen großen Festen und Veranstaltungen entstehen könnte. In München kommen im Herbst schließlich auch immer tausende auf dem Oktoberfest zusammen. Bei Volksfesten und Faschingsumzügen ist es jedoch meist so, dass es mehrere Ausgänge gibt, also mehrere Möglichkeiten, das Fest zu betreten und wieder zu verlassen: Es gibt die Straßen rundherum und es gibt meistens noch extra ausgewiesene Notausgänge. So können sich die Menschenmassen besser verteilen. Aber natürlich muss jede große Veranstaltung ganz genau geplant und durchdacht werden. Ob das in Duisburg nicht ausreichend gemacht wurde, werden die Ermittler klären müssen.

Tina Gentner

 
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