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klaro
 

Monsterwellen - Berge aus Wasser

Stand: 12.03.2010

 
Das Kreutzfahrtschiff (c) BR/Tobias Dietmair
Tobias Dietmair von unserer klaro-Klasse hat dieses Bild gemalt.
Die mehr als 1.300 Touristen auf der "Louis Majesty" verbrachten am 3. März 2010 gerade ihren vorletzten Urlaubstag auf dem Kreuzfahrtschiff, als ein Unglück passierte: Ihr Schiff wurde vor der spanischen Küste von mehr als acht Meter hohen Wellen getroffen.

Diese "Berge aus Wasser" prallten mit einer so großen Wucht auf den Kreuzfahrtdampfer, dass Fenster kaputt gingen und zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt.

Klick den Lautsprecher und hör dir an, was der Wellenexperte unserer klaro-Klasse antwortet!

Nachdem sich der Sturm gelegt hatte, fuhr der Kapitän zurück in den Hafen von Barcelona an der spanischen Küste.

Das Unglück hatte sich vor der "Costa Brava" ereignet. Dieses Seegebiet ist bekannt für seine unberechenbaren Stürme. Auch für diesen Tag hatte es eine Sturmwarnung gegeben, aber mit solch hohen Wellen hatte keiner gerechnet. "Monsterwellen" sind im Mittelmeer sehr ungewöhnlich. Auf den großen Meeren kommen sie öfter vor.

Wer glaubt denn an Monsterwellen?

Der erste Beweis
1995 gab es zum ersten Mal einen Beweis für eine Monsterwelle: Ein Messgerät auf einer Ölbohrinsel in der Nordsee registrierte zufällig eine Wasserwand von 26,5 Metern Höhe.
Lange Zeit hielt man sie für Seemannsgarn: Wenn Seemänner von bis zu 40 Meter hohen Riesenwellen berichteten, die Schiffe untergehen lassen, glaubte man, eine gut erfundene Geschichte zu hören. Erst in den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass es solche "Monsterwellen" wirklich gibt, und dass sie sogar recht häufig vorkommen.

Was sind Monsterwellen?

Von Monsterwellen sprechen Experten immer dann, wenn eine Welle die Höhe des normalen Seegangs rundherum um mindestens das doppelte übersteigt.

Mit Tsunamis, hohe Wellen, die durch Erdbeben verursacht werden, haben die Monsterwellen aber nichts zu tun.
Experten unterscheiden drei Arten von Monsterwellen:

  • Die unförmigen "Kaventsmänner" treten einzeln auf und folgen nicht unbedingt der Richtung des Seegangs.

  • Folgen mehrere haushohe Wellen dicht aufeinander, nennt man das Phänomen die "Drei Schwestern".

  • Die "Weiße Wand" ist eine fast senkrechte und mitunter sehr breite Welle, von deren Kamm die weiße Gischt herabsprüht.


Wie entstehen Monsterwellen?

Monsterwellen (c) BR/Daniel Hampel
Und dieses Bild hat Daniel Hampel gemalt.
Eine ganz genaue Erklärung, wie solche riesigen Wellen entstehen, gibt es noch nicht. Klar ist nur, dass mehrere Dinge zusammenkommen müssen.

Zum Beispiel zwei Stürme mit hohen Wellen: Treffen diese aufeinander, entstehen Wellen, die doppelt so hoch sind.

Auch fanden Forscher heraus, dass sich solche Wasserberge oft dort bilden, wo normaler Wellengang auf Meeresströmungen und Wasserwirbel trifft.

Karen Zoller und Oliver Fritzel


 
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