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Delfine - So intelligent wie Menschen

Stand: 28.07.2015

 
Delfin im Wasser (c) Getty Images
Intelligentes Individuum: der Delfin.
Dass Delfine intelligente Tiere sind, weiß man schon länger. Nun hat die US-amerikanische Forscherin Lori Marino die Gehirne von drei "Großen Tümmlern" näher untersucht. Und sie hat dabei herausgefunden, dass die Delfin-Gehirne denen der Menschen sehr ähnlich sind. Die Hirnmasse der Delfine ist zwar geringer, dafür sind ihre Gehirne wesentlich stärker gefaltet als die aller anderen Säugetiere.

Dadurch könnten Delfine so intelligent sein wie Menschen, so die Forscherin. Und ein Ethik-Professor meint, es ist nicht richtig, diese schlauen Tiere in Delfinarien fürs Shows und andere Zwecke gefangenzuhalten.

Große Tümmler - große Gehirne

Die bekannteste Delfin-Art ist der "Große Tümmler". An ihnen hat die Forscherin Lori Marino ihre Untersuchungen vorgenommen. Und sie hat festgestellt, dass die Delfine Gehirne haben, die denen von uns Menschen ebenbürtig sind. Ihre Hirnmasse ist zwar geringer, das gleichen sie aber dadurch aus, dass ihre Gehirne viel stärker gefaltet sind. Die Forscherin meint sogar, dass keine andere Art auf der Welt ein so gewundenes Gehirn hat. Ein stark gefaltetes Gehirn hat eine größere Oberfläche. Den Unterschied kannst du dir gut vorstellen, wenn du bei euch zu Hause eine in Falten gelegte Gardine glattstreichst. Auf einmal ist das Stück Stoff sehr viel größer! Im Gehirn kann die größere Oberfläche die fehlende Masse ausgleichen.

Und gefaltet ist das Delfin-Hirn an ganz besonders wichtigen Stellen: nämlich am sogenannten "Neocortex". Dort werden komplizierte Denkvorgänge gesteuert, außerdem Selbstbewusstsein und auch die Gefühle. Delfine können also fühlen, traurig oder froh sein, sogar Respekt und Zuneigung für andere Delfine zeigen. Sie können denken und planen und Aufgaben lösen. Sie können intensiv und sehr lange leiden. Und noch etwas Besonderes können sie, was sonst nur noch Menschen und Menschenaffen können: sich selbst im Spiegel erkennen.

Sollte man
das alles
verbieten?
 
Kleiner Delfin-Steckbrief
Delfin (c) dpa Bekanntester Delfin: Großer Tümmler (lat. tursiops truncatus)
Größter Delfin: Orca (lat. orcinus orca)
Familie: Gehören zu den Walen, es gibt etwa 40 Delfin-Arten.
Wohnort: Alle Meere
Größe: 1,5 bis 4 Meter lang, Orcas (oder "Große Schwertwale") bis zu 8 Meter.
Farbe: Schwarz bis weiß, Unterseite heller, Rücken dunkler.
Lieblingsessen: Fische, Kalmare, Robben, auch andere kleine Wal- und Delfinarten.
Lieblingssport: Natürlich Wassersport, also schwimmen und tauchen, erreichen dabei Geschwindigkeiten von 55 km/h.
Namen ihrer Flossen: "Finne" = Rückenflosse, "Flipper" = Brustflosse, "Fluke" = Schwanzflosse.
Besonderes: Können extrem gut sehen und hören, auch sehr hohe Töne im Ultraschallbereich, die Menschen nicht mehr hören können. Fangen ihre Beutetiere mit Hilfe von Echoortung.


Tiere, deren Gehirn so ähnlich aufgebaut ist wie das eines Menschen, die damit wie der Mensch denken und fühlen können, die müssten auch das Recht haben, wie er als ein "Individuum" angesehen zu werden. Und ein Individuum - also jemand, der denken kann und ein Bewusstsein hat - hat zum Beispiel das Recht auf Freiheit. Das sagt Ethik-Professor Thomas White. Ethiker beschäftigen sich damit, wie Menschen handeln, handeln sollten und aus welchem Grund ihr Handeln richtig oder falsch ist.

Wegen ihres Rechts auf Freiheit ist es nicht richtig, die Delfine in Delfinarien zu halten, wo sie in Shows auftreten müssen, sagt der Ethik-Professor. Das sei wie Sklaverei. Und auch das Schwimmen mit Delfinen, eine Touristenattraktion, und sogar die medizinische Delfin-Therapie sollten aus diesem Grund verboten werden. Ob Delfine nun als Individuen angesehen werden können, vor denen man Achtung haben sollte und die man nicht als Eigentum betrachten dürfe, das will Thomas White nun in einer Studie überprüfen und nachweisen.


Simone Wichert

 
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