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Bildungsstreiks – Schüler und Studenten auf der Straße

Stand: 20.11.2009

 
Bildungsstreik (c) dpa
Zehntausende Schüler und Studenten sind Mitte November 2009 lieber auf die Straße gegangen als zum Unterricht. In 60 deutschen Städten demonstrierten sie für bessere Bedingungen an den Schulen und Universitäten — auch in München, Nürnberg, Augsburg und Bayreuth. Schon im Sommer hatte es Proteste gegeben.

Gleichzeitig fallen viele Stunden aus. Mit Trommeln und Trillerpfeifen zogen sie durch die Innenstädte und machten ihrem Ärger Luft.

Auf den Schildern, die sie dabei hatten, stand unter anderem "Wir sind keine Bildungsroboter". An den Unis in Würzburg und München halten die Studenten sogar seit Tagen das Audimax besetzt — das ist der größte Hörsaal einer Uni, in dem tausende Studenten Platz haben.

Klick den Lautsprecher und hör dir an, was unsere klaro-Klasse zum Thema weiß.

Darum geht’s

Die Schüler und Studenten ärgert, dass die Klassenzimmer und Hörsäle immer voller werden und der Lernstress immer größer wird. An den Gymnasien schimpfen viele, dass sie nur noch acht, statt bisher neun Jahre bis zum Abitur haben. Da fehlt oft nachmittags die Zeit zum Spielen mit Freunden weil man büffeln muss.

Bildungsstreik (c) dpa Bildungsstreik (c) dpa Bildungsstreik (c) dpa
 
Den Studenten geht es ähnlich. Da wurden auch einige Studiengänge verkürzt, aber der Stoff ist genau so viel wie früher. Den Studenten gefällt außerdem nicht, dass man in vielen Bundesländern dafür bezahlen muss, wenn man an der Universität studiert.

Wer entscheidet über Schülen und Universitäten?

Bildungsstreik (c) dpa
Alle Schulen und Universitäten gehören zum so genannten "Bildungswesen". Das Bildungswesen ist in jedem Land anders organisiert.

In Deutschland sind die Bundesländer für das Bildungswesen zuständig. Jedes Bundesland – insgesamt gibt es 16 – entscheidet, wie viel Geld es für Schulen ausgibt, wie viele Lehrer es gibt und vieles mehr. Jedes Bundesland entscheidet aber auch, welche Fächer bei sich besonders wichtig sind und was genau man in den Fächern lernen muss.

Aber auch die Bundesregierung hat im Bildungswesen etwas zu entscheiden. Die Bundesregierung erlässt z.B. Gesetze, die für die Hochschulen gelten und sorgt dafür, dass Wissenschaftler forschen können.

Damit sich die Bundesregierung und die Regierungen der Bundesländer nicht in die Quere kommen, stimmen sie sich ab. Alle Kultusminister treffen sich z.B. in der Kultusministerkonferenz. Trotzdem gibt es viele Unterschiede.

Thomas Dexl und Karen Zoller

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