Mauerfall - Endlich nach über 28 Jahren
Stand: 08.08.2011
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Menschen aus Ost- und West-Berlin stehen auf der Mauer vor dem Brandenburger Tor und feiern die Grenzöffnung!
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Kannst du dir vorstellen, dass rund um das Land, in dem du lebst, eine Mauer ist, die du nicht übertreten darfst, auch nicht, um in einem anderen fernen Land Urlaub zu machen? Dass sogar der Versuch gefährlich ist, die Mauer zu überqueren, weil du dabei erschossen werden kannst - oder zumindest ins Gefängnis kommst? Einem Teil der Deutschen ist es mehr als 28 Jahre lang so gegangen - bis die Mauer gefallen ist und die Grenzen zwischen den beiden deutschen Staaten wieder offen waren. Im Jahr 2009 ist das genau zwanzig Jahre her.
Hier erzählen dir die Kinder der klaro-Klasse 4a der Grundschule Gochsheim und der Ex-DDR-Bürger Volker Lange, was sie von Mauer und Mauerfall und dem Leben damals in der DDR wissen.
Über 28 Jahre lang war Deutschland ein geteiltes Land: Die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg bildeten mit West-Berlin die Bundesrepublik Deutschland. Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, das war die Deutsche Demokratische Republik, die DDR. Sogar die frühere und jetzige Hauptstadt Berlin war geteilt: durch eine Mauer mittendurch in Westberlin und Ostberlin. In der Zeit war übrigens Bonn die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland.
Wie kam es zur Teilung des Landes und zum Mauerbau? Und wie lebte man überhaupt in der DDR?
Das alles steht hier!
Der Fall der Mauer
An den Beginn der Revolution, an deren Ende der Mauerfall steht, erinnert eine Gedenktafel in Plauen: Sie weist auf die erste Großdemonstration in der DDR hin. Aus der Geschichte kennen wir Revolutionen meist blutig und mit vielen Opfern: Denn die Menschen haben mit Waffen für ihre Rechte gekämpft. In der DDR war das zum Glück anders: Hier wurde friedlich demonstriert, in Leipzig, in Plauen und dann in vielen anderen Städten - für ein offenes Land mit freien Menschen.
Im westlichen Teil Deutschlands wären solche Demonstrationen erlaubt gewesen - und nicht nur das: Sie waren und sind ein wichtiges Grundrecht aller Staatsbürger! In der DDR zu demonstrieren, war dagegen sehr mutig: Denn man konnte ja nicht wissen, ob man als Gegner der SED nicht vielleicht doch im Gefängnis landen würde!
Zunächst waren es nur wenige, die ihre Meinung sagten: Immer montags wurde in der Leipziger Nikolaikirche für den Frieden gebetet. Danach zogen die Menschen friedlich durch die Straßen und riefen: "Wir sind das Volk!" und "Demokratie, jetzt oder nie!" Zuerst Hunderte, dann Tausende, dann wurden es immer mehr.
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Sondermarke "Zwanzig Jahre Friedliche Revolution"
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Diese Demonstrationen sind als "Montagsdemonstrationen" oder "Friedliche Revolution" in die Geschichte eingegangen. Und sie machten der DDR-Regierung Angst. Denn den auf einmal Hunderttausenden, die da lautstark ihre Freiheit forderten, war die SED nicht gewachsen. Und so beugte sich die Partei schließlich dem Druck der Massen und ein Sprecher der Partei verkündete am 9. November 1989, dass die Grenzen zwischen den beiden deutschen Ländern nun offen seien. Darauf hatten die Menschen in beiden Teilen Deutschlands lange gewartet! Sie strömten noch in der Nacht aus West und Ost zur Berliner Mauer am Brandenburger Tor und feierten miteinander den Fall der Mauer.
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Lichterfest in Leipzig ...
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Heute, zwanzig Jahre später, ist die Mauer größtenteils abgerissen. Nur einzelne Teile davon stehen als Denk- und Mahnmal weiterhin an Ort und Stelle oder ihr ehemaliger Verlauf ist auf der Straße markiert. Auch im Museum kann man noch Stücke der Berliner Mauer sehen. Und viele kleine Stücke davon liegen zu Hause bei den sogenannten "Mauerspechten", die sich zur Erinnerung an den Mauerfall und die Öffnung der Grenze ein Stück herausgeklopft haben.
Zwanzig Jahre Mauerfall: Am Abend des 9. Oktober 2009 feiern 70.000 Menschen in Leipzig ein Lichterfest mit Friedensgebet und erinnern damit an den Durchbruch der Friedlichen Revolution an diesem Tag vor genau zwanzig Jahren.
Simone Wichert
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