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Genmais – Ist der wirklich gefährlich?

 
Sieht eigentlich aus wie ganz normaler Mais ...
Genmais, nämlich die Maissorte "MON 810", ist bis auf weiteres in Deutschland verboten, das hat Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner am 14. Februar 2009 entschieden. Genmais darf also jetzt nicht mehr angebaut oder verkauft werden. Er stellt nämlich eine Gefahr für die Umwelt dar, meint die Ministerin. Genmais wächst wie der natürliche Mais auch, nur schneller und besser, und wird noch dazu von Insekten nicht angeknabbert, sagen die Genmais-Befürworter. Was stimmt denn nun?

Mit dem Genmais hat sich auch die klaro-Klasse aus Ruhpolding beschäftigt. Hör dir hier an, was die Kinder und ein Experte darüber erzählen!

Ganz natürlich: Erbanlagen verändern sich

Jedes Tier und jede Pflanze, natürlich auch der Mensch, hat Erbanlagen. In seinen sogenannten Genen sind alle Informationen gespeichert, die ein Lebewesen ausmachen: bei Pflanzen zum Beispiel die Art, Form, Farbe und Größe von Blüten, Blättern und Früchten, bei Mensch und Tier Körperbau, Haarfarbe, Augenfarbe und so weiter. Diese Informationen werden die von einer Generation an die nächste weitergegeben. Sie bleiben dabei nicht unbedingt immer genau gleich.

Wieso sie sich verändern? Klick den Pfeil!

Nicht ganz natürlich: Erbanlagen werden verändert

Gentechnik - grün, rot, weiß?
Gentechnik im Bereich von Pflanzen wird "Grüne Gentechnik" genannt. So heißt sie aber nicht, weil sie besonders umweltfreundlich ist, diesen Namen hat sie nur wegen der Farbe der Pflanzen bekommen. "Rote Gentechnik" ist die, die mit Blut zu tun hat, also Blut oder Zellen von Tieren oder Mensche. Und "Weiße oder Graue Gentechnik" heißt die in der Industrie und bei der Müllverarbeitung.
Mit der Gentechnik können Wissenschaftler in die natürliche Entwicklung von Pflanze und Tier eingreifen. Sie verändern dabei einzelne Erbanlagen ein wenig und schaffen so neue Pflanzen, die so sind, wie wir uns das vielleicht wünschen: widerstandsfähiger gegen Pflanzenkrankheiten oder Pilze, ertragreicher und unempfindlich gegen Unkraut- oder Insektenvernichtungsmittel. Mit der Gentechnik können Wissenschaftler zum Beispiel unsere ganz normalen Tomaten "leckerer" machen oder länger haltbar. Sie können sie auch "gesünder" machen: Durch die gentechnische Veränderung sind dann mehr Vitamine drin. Ob uns solche Veränderungen unserer Nahrungsmittel schaden, wissen wir aber vielleicht erst in einigen Jahrzehnten, wenn wir davon krank werden.

Genfood (c) dpa
Insekten, Achtung: Genmais!
Der Genmais "MON 810" killt seine Feinde gleich selbst: In den haben die Forscher ein Gen eines Bakteriums eingeschleust. Dieses Bakterium kommt sonst im Boden vor und produziert ein Gift, das für Insekten wie Käfer oder Schmetterlinge tödlich ist. Mais, dem das Bakterien-Gen geimpft wurde, produziert nun selbst dieses Gift gegen Insekten. Larven von Maiszünsler und Westlichem Maiswurzelbohrer – beide gefürchtete Schädlinge auf Maisfeldern – haben bei diesem Mais keine Chance: Aus einer Maiszünsler-Larve, die an MON 810 knabbert, wird kein Schmetterling mehr, sie stirbt vorher! Für den Menschen eigentlich eine tolle Erfindung: Er kann wieder mehr Mais ernten, denn die Schädlinge konnten ihm ja nichts anhaben! Ob das den Insekten ebenso gefällt, wissen wir nicht, wir können sie ja nicht fragen. Und wir können sie auch nicht warnen, von diesem Mais zu fressen!

Gentechnik - dafür oder dagegen?

Proteste gegen Genmais (c) dpa
Immer wieder wird gegen Gentechnik protestiert.
Befürworter von Gentechnik sagen:
  • Die Ernteerträge bei den Nutzpflanzen sind höher.
  • Die Pflanzen sind weniger anfällig für Ungeziefer und Krankheiten.
  • Man kann Dünge- und Pflanzenschutzmittel sparen.
  • Gentechnik könnte helfen, den Hunger in der Welt zu bekämpfen.
  • Sie sichert Arbeitsplätze.
  • Die Pflanzen ändern sich sowieso, warum sollen wir nicht selbst eingreifen und sie zu unserem Besten verändern?
Kritiker von Gentechnik sagen:
  • Gentechnik ist eine junge Forschung. Wir kennen ihre Folgen noch nicht. Es könnte Schlimmes dabei herauskommen.
  • Wer gentechnisch verändertes Gemüse isst, könnte krank werden. Vielleicht nicht gleich, aber in zehn oder zwanzig Jahren könnte es noch mehr Allergien oder sogar Krebs geben.
  • Die Pollen von Genmais-Feldern fliegen auch zu Feldern mit "normalem Mais" und verseuchen den.
  • Bienen sammeln auch in Genmais-Blüten Nektar und verseuchen so den Honig des ganzen Stockes.
  • Den Herstellern von gentechnisch veränderten Pflanzen und Produkten geht es nur darum, viel Geld damit zu verdienen.
  • Und: Wer hat dem Menschen überhaupt erlaubt, so in die Natur einzugreifen??

Simone Wichert

 
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