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Atommüll - Auch nach Bayern?

Stand: 26.06.2015

 
Atomkraftwerk gezeichnet von Clara (c) BR/Clara



Rund um Landshut herrscht gerade große Aufregung. Denn Mitte Juni 2015 wurde beschlossen, dass in dieser Gegend in den nächsten Jahren Atommüll gelagert werden soll. Der Müll stammt aus Atomkraftwerken. Dort wird Strom hergestellt. Doch dabei entstehen Stoffe, die noch viele Tausend Jahre gefährliche Strahlung abgeben. Die Strahlung kann man nicht sehen oder riechen – sie kann aber für den Menschen sehr gefährlich sein und Krebs auslösen. Deswegen haben viele Angst davor und wollen den Atommüll nicht in ihrer Nähe haben.

Die Menschen in der Region Landshut ärgern sich besonders, denn in der Nähe der niederbayerischen Stadt steht bereits ein Atomkraftwerk. Das soll im nächsten Jahr komplett geschlossen werden. Jetzt fragen sich die Leute dort, warum nicht endlich mal Ruhe ist mit dem strahlenden Müll. Die Umweltministerin in Berlin sagt aber: Auch in Bayern muss Atommüll gelagert werden. Denn die Menschen haben hier ja auch Strom verbraucht, der in den Atomkraftwerken hergestellt wurde. Deswegen müssen sie auch mit den unschönen Folgen leben und den Müll unterbringen. Andere Regionen in Deutschland haben sich schon dazu bereit erklärt, sind aber auch nicht begeistert.

klaro-Kindernachrichten: Atommüll nach Landshut?

Auch die Kinder unserer klaro-Klasse der Woche aus Landshut haben sich mit dem schwierigen Thema Atommüll beschäftigt - klick den Startknopf!

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Atom gezeichnet von Benno (c) BR/Benno



Was ist Atommüll?

Klick die Lupe und sieh dir den Brennstab an!
In Atomkraftwerken wird Strom gemacht. Dafür werden die Atome bestimmter Stoffe gespalten. Wenn man die Atome von Plutonium oder Uran spaltet, entsteht besonders viel Wärme, aus der man dann Strom machen kann. Uran und Plutonium sind aber radioaktive Stoffe. Das heißt, sie senden Strahlen aus, die für den Menschen gefährlich sind.

Damit die gefährlichen Strahlen nicht einfach in der Gegend herum schwirren und Menschen krank machen, werden Uran und Plutonium in sogenannten Brennstäben gelagert und geschützt. Diese Stäbe sind lange Metallrohre, aus denen keine Strahlen austreten können. Doch nach einiger Zeit müssen diese Brennstäbe ausgewechselt werden. Die alten Brennstäbe senden dann jedoch auch gefährliche Strahlen aus, weil in ihnen ja Plutonium und Uran gelagert wurden. Jährlich entstehen deshalb in Deutschland mehrere hundert Tonnen gefährlich strahlende Brennstäbe, der Atommüll.

Endlager Morsleben (c) dpa
Im Endlager Morsleben lagern in 500 Metern Tiefe Fässer mit Atommüll.
Wohin mit dem Atommüll?

In der Wiederaufbereitungsanlage werden die Brennstäbe in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt und die gefährlichen Stoffe Uran und Plutonium "aussortiert". So können die Brennstäbe noch mal verwendet werden. Das kann man aber nicht beliebig oft machen. Irgendwann müssen die Brennstäbe einfach entsorgt werden und dafür kommen sie ins sogenannte Endlager.



Was ist ein Castor?
Die Spezialbehälter, in denen Atommüll gelagert oder auch transportiert wird, nennt man Castor. Es ist die Abkürzung des englischen Begriffs cask for storage and transport of radioactive material - also "Behältnis zur Lagerung und zum Transport radioaktiven Materials".
Die Brennstäbe werden entweder in Zement oder in Glas gegossen und in dicke Container verpackt. Sie brauchen jetzt einen Ort, der nicht nass ist und der vor Erdbeben geschützt ist. Außerdem muss dieser Atommüll entfernt von Pflanzen, Tieren und Menschen gelagert werden. Er könnte nämlich noch Millionen Jahre lang giftig für Lebewesen sein. Es gibt tiefe Höhlen unter der Erde, wo Atommüll gelagert wird. Manchmal werden die Brennstäbe auch in große Hallen mit meterdicken Wänden gebracht.

Gefährliche Transporte

Atommülltransport (c) dpa
Ein Atommülltransporter rollt von der Polizei bewacht durchs Land.
Egal ob die Brennstäbe in die Wiederaufbereitungsanlage oder ins Endlager kommen, sie müssen dafür transportiert werden. Auf Lastwagen oder Zügen rollen sie – schwer bewacht von der Polizei – durchs Land. Viele Menschen protestieren gegen diese Transporte, weil sie glauben, dass diese nicht sicher sind und vielleicht doch gefährliche Strahlen austreten. Außerdem sind viele Menschen überhaupt gegen Kernkraft und vertrauen den Endlagern nicht. Deshalb versuchen sie die Atommülltransporte zu stoppen.

In einem Atomkraftwerk entsteht gefährlicher Müll. Daran gibt es nichts zu rütteln. Wenn man diesen Müll nicht haben will, müsste man ganz auf Atomstrom verzichten. Das ist – im Moment zumindest – aber noch unmöglich. Es gibt zwar andere Methoden, Strom zu erzeugen (Wasser, Wind, Sonne), aber diese reichen noch nicht aus, um für alle Menschen in Deutschland genügend Strom zu liefern.


Tina Gentner, Constanze Kieser und Simone Wichert


 
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