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Krebs - Ausgelöst durch Kernkraftwerke?

Stand: 01.02.2013

 
Kernkraftwerk Phillipsburg (c) dpa
Nah an Wohnhäusern: das Kernkraftwerk Phillipsburg.
Wissenschaftler haben festgestellt, dass Kinder, die in der Nähe von Kernkraftwerken aufwachsen, besonders gefährdet sind, Krebs oder Leukämie, also Blutkrebs, zu bekommen. Vermutet haben sie das schon länger, aber jetzt haben sie sehr genau geprüft, wie weit die kranken Kinder vom nächsten Kernkraftwerk entfernt aufgewachsen sind.

Herausgekommen ist: Je näher Kinder an einem Kernkraftwerk wohnen, desto größer ist die Gefahr, dass sie Krebs bekommen. Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren. Komisch ist: Die radioaktive Strahlung im Kraftwerk soll nicht schuld sein. Angeblich ist die viel zu gering, weil alles gut nach außen abgeschirmt ist, wie Messungen gezeigt haben sollen.

Kernenergie - ein paar Zahlen!
1956 Erstes Kernkraftwerk in Calder Hall, England.
1986 Größter denkbarer atomarer Unfall - "Super-GAU" - in Tschernobyl, Ukraine, mit schlimmen Folgen für die Umwelt bis heute - mehr darüber hier!
2007 17 Kernkraftwerke in Deutschland, ein Drittel unseres Stroms kommt aus Kernkraftwerken. Auf der ganzen Welt gibt es in 31 Ländern insgesamt 210 Kernkraftwerke.


Um Strom zu erzeugen, braucht man Energie. Wärme ist so eine Energie, die man in Strom umwandeln kann. In einem Kohlekraftwerk zum Beispiel erhält man Wärmeenergie beim Verbrennen von Kohle. Leider ist das eine schmutzige Sache, denn dabei entstehen Abgase, die unserer Umwelt schaden. In Kernkraftwerken wird nichts verbrannt, dort kann man viel sauberer Strom erzeugen - scheinbar! Was dort geschieht, kann man mit bloßem Auge nicht sehen. Und man riecht es auch nicht.


Energie aus kleinsten Teilchen

Atome sind winzig!
Atome kann man mit bloßem Auge nicht sehen, sichtbar machen kann man sie nur mit einem besonders guten Mikroskop, einem Rastertunnelmikroskop.
Für eine Strecke von nur einem Millimeter müsste man 10.000.000.000.000 Atome nebeneinander legen – kaum vorstellbar, oder?
Fast alles in unserer Umwelt – und auch wir selbst – bestehen aus Atomen. Atome sind unvorstellbar winzige Teilchen, von denen griechische Gelehrte vor fast 2.500 Jahren annahmen, dass man sie nicht mehr teilen kann, weil schon sie so klein sind. Daher auch ihr Name: Atom kommt vom griechischen Wort atomos und das heißt "unteilbar". Erst vor gut hundert Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das gar nicht stimmen kann – Atome müssen doch teilbar sein.


Gespaltene Kerne

Atome bestehen aus Atomhülle und Atomkern. Die Atome mancher Stoffe sind nicht sehr stabil und zerfallen teilweise sogar von selbst. Das ist zum Beispiel bei den Stoffen Uran und Plutonium so. Es liegt an der Zusammensetzung des Atomkerns: Je nach Stoff besteht der aus mehreren kleineren Teilchen und in die kann er auch zerfallen. Bei Uran 235 sind es 235 solcher Teilchen! Sehen kann man das Zerfallen natürlich nicht, aber messen: Die kleinen Bruchstücke fliegen umher, sie strahlen, sie sind radioaktiv. Und dabei wird's heiß: Jede Menge Energie wird frei.

Brennstäbe im Reaktor (c) dpa
Sieht sauber aus, ist aber gefährlich: Brennstäbe mit radioaktivem Uran.
Diese Wärme wird in einem Kernkraftwerk genutzt, um Strom zu erzeugen. Dabei wartet man aber nicht, bis die Atomkerne von selbst zerfallen, sondern setzt eine Kettenreaktion in Gang: Man beschießt die Atomkerne, bis sie platzen.

Die umherfliegenden Bruchstücke spalten dann wieder die nächsten Kerne. All das geschieht in Sekunden und muss gut kontrolliert werden: Wenn es zu viele kleine Teilchen sind, werden ein paar wieder einfangen.



"Kernkraftwerk" oder "Atomkraftwerk"?
Kernkraftwerk Grohnde (c) dpa Eigentlich meinen beide Begriffe dasselbe. Aber weil sich die für die Energiegewinnung wichtige Reaktion im Atomkern abspielt, ist "Kernkraftwerk" die genauere Bezeichnung. Seit 1966 heißen alle Kraftwerke dieser Art in Deutschland so.


Atommüll (c) dpa
Hochgefährlich:
radioaktiver Atommüll.
Gefährliche Strahlung

Die Atomkerne werden im Reaktor gespalten, das ist eine kleine runde Kuppel neben den großen Kühltürmen. Der Reaktor muss dafür gut nach außen abgeschirmt werden, weil die Strahlung nahezu jeden Stoff durchdringen kann. Er darf auch nicht zu heiß werden. Verbrauchte Brennstäbe aus dem Reaktor sind hochgiftiger Müll, der noch viele Tausend Jahre lang strahlen wird und besonders entsorgt werden muss. Die Katastrophe von Tschernobyl 1986 hat gezeigt: Radioaktive Strahlung macht die Menschen krank. Nach dem Unfall sind dort viele Tausend Menschen gestorben.

Tumorzellen (c) dpa
Krebszellen unter dem Mikroskop.
Radioaktive Strahlung kann in unsere Körperzellen eindringen und dort viel Schaden anrichten: Sie kann das Erbgut angreifen, die Zellen schädigen und sie dazu bringen, sich viel schneller zu teilen als normalerweise üblich. Wenn Zellen auf diese Art wuchern, bekommen wir Tumore - Krebs. Kleine Kinder sind besonders gefährdet, weil sie noch wachsen und ihr Körper sich noch entwickelt.

Radioaktive Strahlung gib es nicht nur in Kernkraftwerken, sondern überall in unserer Umwelt: im Hochgebirge zum Beispiel oder bei einer Flugreise. Strahlung können wir auch mit der Nahrung aufnehmen: Pilze im Wald sind durch den Unfall von Tschernobyl in unseren Wäldern auch heute noch verseucht, genauso Rehe, Hasen und Wildschweine. Auch wenn wir beim Arzt geröntgt werden, bekommen wir eine Menge Strahlen ab. Manche Strahlenbelastung kann man also gar nicht vermeiden! Man sollte aber darüber nachdenken, wie lange wir wirklich noch Kernkraftwerke brauchen und ob es nicht andere ungefährlichere Möglichkeiten gibt, Strom herzustellen: zum Beispiel mit Wind- oder Solarenergie.


Simone Wichert


 
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