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Abzocke mit "Gratis"-Angeboten
Stand: 29.05.2007
Kostenlos SMS verschicken und auch noch MP3-Player und Handys gewinnen, das versprechen viele Seiten im Internet. Meistens ist das nur ein Trick: Bei der Anmeldung zu diesen "Gratis"-Angeboten schließt man einen teuren Abonnement-Vertrag ab. Gratis ist nur eine kurze Testphase oder die ersten paar SMS. Wenn man nicht schnell genug kündigt, wird die ganze Jahresgebühr im Voraus fällig – und das sind (je nach Anbieter) zwischen 100 und 300 Euro.
Schade um das Geld
Solche teuren Angebote gibt es nicht nur für SMS, sondern auch für Hausaufgaben-Downloads, für Malvorlagen, Routenplaner-Abfragen oder Geburtstags-Erinnerungen. Also für Sachen, die es an anderen Stellen im Internet ganz kostenlos gibt!
Kassiert wird gerne mit "Handy-Payment": Bei der Anmeldung wird auf der Internet-Seite nach der Handy-Nummer gefragt, man bekommt einen Code "gesimst", trägt ihn ein auf der Seite – und schon ist der Vertrag abgeschlossen.
Richtig groß in Mode, weil praktisch für die Anbieter, sind auch "Premium-SMS", also SMS an 5-stellige Nummern. Eine einzige SMS kann gleich ein paar Euro kosten. Dafür bekommt man "Credits", für die man dann seine SMS verschicken kann oder Hausaufgaben downloadet. Genauso wird auch bei Klingelton-Abos bezahlt.
Schnell raus hier
Wenn man auf so ein Köder-Angebot reingefallen ist und wieder raus will, ist das Geld meistens weg. Bei Prepaid-Karten sowieso, wenn man über Premium-SMS bestellt hat. Ansonsten sieht man erst auf der Handy-Rechnung, wie teuer so ein Abo sein kann. Manche Anbieter, die bei der Anmeldung gar nicht nach der Handy-Nummer fragen, schicken eine Extra-Rechnung nach Hause.
Zum Glück gibt es ein Widerrufsrecht für die meisten Geschäfte im Internet. Man kann in den ersten zwei Wochen alles wieder rückgängig machen. Wenn natürlich die Rechnung erst nach zwei Wochen kommt und man nicht schon vorher protestiert hat, ist diese Chance schon vorbei.
Wenn Riesensummen auf der Handy-Rechnung auftauchen, spricht man am besten sofort mit dem Handy-Anbieter. Wenn er rausbekommt, dass ein Abzocker über die Handy-Rechnung kassieren will, kann er ihn sperren und man selbst muss nicht zahlen.
Unter 18: Kein Vertrag, keine Kohle!
Es ist eine gute Idee, die Eltern einzuweihen. Sie können dem Abo-Vertrag widersprechen. Denn: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen selbst gar keine Verträge machen. Wenn jemand mit Minderjährigen Geschäfte machen will, müssen die Eltern einverstanden sein. Wenn die Eltern sagen, dass Sohn oder Tochter sich ohne ihr Einverständnis bei dem SMS- oder Hausaufgabenanbieter angemeldet haben, dann hat es nie einen Abo-Vertrag gegeben.
Peter Stenz
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