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"Rezeption
von Soap Operas
im Alltag von Kindern und Jugendlichen"
Das Phänomen, dass Kinder
nicht nur Kinderprogramme sehen, sondern auch ausgesprochen
gerne Soap Operas, ist bekannt. Die Hintergründe sind
jedoch kaum erforscht. Die spezifische Bedeutung dieses Genres
für Jugendliche und Kinder bleibt bisher weitestgehend
offen. Hier setzt die IZI-Studie an und geht dem Phänomen
nach, dass Kinder (6-9 Jahre) und Pre-Teens (10-13 Jahre)
und Jugendliche (14-19 Jahre) sich für deutsche Soap
Operas begeistern. ("Marienhof", "Verbotene Liebe", "Gute
Zeiten, Schlechte Zeiten", "Unter Uns")
Forschungsleitende Fragen
- Wie und wozu nutzen Kinder
und Jugendliche das Genre "Soap Opera"? Was macht das Format
bei Kindern und Jugendlichen so erfolgreich?
- Unterscheidet sich die Aneignung
der "Erwachsenen-Soaps" von der Rezeption der "Kinder-Soap"
"Schloss Einstein" (KiKa ARD/ZDF) oder der "Real-Life-Soap"
"Big Brother" (RTL2)?
- Wie ist die Soap-Begeisterung
inhaltlich und ästhetisch in den Alltag eingebunden?
- Was machen Grundschulkinder
mit Soap-Themen wie Sexualität, Beruf oder den ständigen
Beziehungskrisen?
- Welche Sozialformen bilden
sich um die Soap Operas und welche Funktionen übernehmen
sie?
Forschungsbereiche
A. Produktanalysen: Medienanalysen
(Schwerpunkt: Themen und Figuren); Untersuchungen zu Soap-Fanclubs
B. Offener, qualitativ orientierter
Fragebogen mit Kinder und Jugendlichen von 6-19 Jahren (N=
400, davon 200 als face-to-face Interviews)
C. Falluntersuchungen
D. Morgenkreisgespräche (N= ca.
120); Gruppendiskussion mit Grundschulkindern (N= 273)
Medienpädagogisch ist
u.a. zu fragen, inwieweit Soaps für Kinder geeignet sind,
bzw. wo medienpädagogische Unterstützung ansetzen
sollte. Hiermit verbunden ist auch die Frage nach Kennzeichen
eines geeigneteren Angebotes, das für Kinder in gleichem
Maße interessant wäre.
Geschlechterspezifisch
sollen Möglichkeiten und Grenzen des Genres zur individuellen
Selbstfindung aufgezeigt werden. Neben kritischer Mädchenforschung,
werden hier auch Ansätze kritischer Jungenforschung einbezogen.
Kultursoziologisch geht
es u.a. um die Frage, inwieweit die Soap- Begeisterung von
Kindern eventuell Hinweise auf eine Art "Verlust von Kindheit"
bei der Programmauswahl gibt.
Die
Ergebnisse der Studie können Sie nachlesen in der
Ausgabe 13/2000/2 der Fachzeitschrift TELEVIZION.
Projektleitung: Dr. Maya Götz
(IZI)
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