Was ist Qualität? Qualitätskriterien von Kindern und Producern 1. Qualitätskriterien von Kindern Was zeichnet einen Kinderfilm/eine Kindersendung unter dem Gesichtspunkt der qualitativen Bewertung von Kindern aus? Der Begriff "Qualität"
taucht im Zusammenhang mit Kinderfilm und Kinderfernsehen
immer wieder auf. Dabei spiegelt sich in der Definition von
Qualität oft nur der Begriff der Professionalität
wider, der filmhandwerkliche Aspekte beinhaltet (Plot, Ausstattung,
Schnitt, Musik etc.). Inhaltliche Argumente, die für
Qualität sprechen, werden nur am Rande beschrieben. Eines
davon ist zum Beispiel, bei der Darstellung möglichst
dicht an der Wirklichkeit der Kinder zu bleiben. Doch was
ist die Wirklichkeit der Kinder? Sind das nicht nur Spuren
von Qualität, die Erwachsene konzipieren? Wie bewerten nun Kinder das Programm, das für sie gemacht wird? Welche Anforderungen haben Kinder an Formate und welche Schwerpunkte legen sie bei der Bewertung von Qualität? Mit diesem Projekt versucht das IZI, Qualitätskriterien, die Kinder an Kinderprogramme stellen, ein Stück weit offen zu legen.
Haupterhebung: Kinderjury Kinderjuries sind aus vielen Kinderfilm- und Fernsehfestivals nicht mehr wegzudenken. Hier haben Kinder die Beurteilungskompetenz für ihr Programm. In oft langen und intensiven Diskussionen bewerten sie das Programm, das für sie gemacht wurde. Diese Diskussionen wurden bei vier verschiedenen nationalen und internationalen Festivals aufgezeichnet.
Auswertung Nebenerhebung: Erwachsenenjury Neben den Kinderjuries diskutierten auch Erwachsene über dieselben Programme. Die ExpertInnendiskussionen beim "Goldenen Spatz 2003" und beim "Schlingel 2003" wurden aufgezeichnet und inhaltsanalytisch ausgewertet. Welche Bezugsrahmen und Kategorien legen Erwachsene an, wenn sie über preiswürdige Programme diskutieren? Insbesondere der Vergleich mit den Diskussionen der Kinderjury und wie die jeweiligen Gruppen zu ihrer Endentscheidung kamen, wird bei der Auswertung und Deutung besonders interessant. Ergebnisse Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift
"TelevIZIon" 18/2005/2 publiziert und auf der IZI-Tagung "Was ist Qualität?" vom 6.-7. Dezember 2005 in München vorgestellt.
Eine allgemeine Vorstellung von Qualität
ist für diejenigen, die erfolgreiches Kinder- und Jugendfernsehen
machen, selbstverständlich. Dennoch sind die konkreten
Merkmale zum Beispiel von qualitätsvollen Figuren oder
einer gelungenen Dramaturgie selten niedergeschrieben. Dabei
sind Kinderfernsehschaffende eine im Auftrag des IZI bereits
mehrfach untersuchte Gruppe. In einer Expertenbefragung werten
Bernd Schorb und Hans-Jörg Stiehler die Interviews mit
41 KinderredakteurInnen aus und arbeiten Idealtypen beim Berufsbild
und beim Berufsethos heraus (Schorb 1999, S.170 ff.). 2001
gingen Maya Götz und Paul Löhr der Beziehung von
biographischen Erfahrungen, Fantasien und Zielsetzungen bei
Kinderfernsehredakteurinnen nach (Löhr 2001, Götz
2005). Ergänzt wird dies durch internationale Studien,
zum Beispiel zum Verständnis von Gender in Fernsehfiguren
(Lemish in TelevIZIon 19/2006/1) oder politischer Bildung (Lakhotia).
Götz, Maya: Mit Laserschwert und
Sissikleid im Harry-Potter-Land (Arbeitstitel). Kinder - Fantasien
- Fernsehen. Edition TelevIZIon. München: KoPäd
2006. Nikken, Peter: Quality in children's
television. Leiden: Universität Leiden 1999.
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