IZI-Forschung
 
Forschungsschwerpunkt Migration / Diversity

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Täglich schauen etwa 80 % der Deutschen und der MigrantInnen in Deutschland fern. In 98 % der Haushalte mit Migrationshintergrund befindet sich mindestens ein Fernsehgerät. Dass die Zuwanderer dabei auch von deutschen Sendern erreicht werden, zeigt z. B. die ARD/ZDF-Studie »Medien und Migranten« (2007). Aber wie gefallen die Fernsehprogramme Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen mit Migrationshintergrund? Was nehmen sich die ZuschauerInnen aus den einzelnen Sendungen mit? Welchen Beitrag zur Integration, im Sinne der gesellschaftlichen Einbindung von MigrantInnen, kann das Fernsehen leisten? Migration/Integration ist dabei ein Aspekt innerhalb des größeren Themenkomplexes »Diversity« (engl. Vielfältigkeit, Verschiedenheit), d.h. der ethnischen, kulturellen und sozialen Diversität in der Gesellschaft und in den Medien. Der Frage, wie es um Diversität im Fernsehen bestellt ist, wird auch im internationalen Vergleich nachgegangen.

Literatur:
TelevIZIon 23/2010/2 „Diversität im Kinderfernsehen“, TelevIZIon 21/2008/1 „Medien und Migration”

Different and the Same

A Few Reminders for Children‘s TV Producers on the Diversity of Children
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Sprachförderung von Vorschulkindern mit und ohne Migrationshintergrund mit dem Fernsehen (2010)

Die Studie setzt bei der Frage an, wie Vorschulsendungen Kinder mit und ohne Migrationshintergrund beim Spracherwerb fördern können. Ziel der Studie ist es, gezielt Momente der Sprachförderung in öffentlich-rechtlichen Vorschulprogrammen herauszuarbeiten. Getestet wird dabei anhand der Vorschulformate JoNaLu, Die Sendung mit dem Elefanten, Sesamstraße und KiKANiNCHEN wie Kinder durch die Rezeption gezielt gestalteter Beiträge ihre sprachliche Kompetenz verbessern können.

Literatur:
Holler, Andrea/ Reiter, Stefanie : Nebenbei noch Deutsch lernen. Überlegungen zur Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund. In: TelevIZIon, 23/2010/1, S. 41-45.
Holler, Andrea/ Schmidt, Julia : Wer steigt in die Rakete? Sprachförderung mit der Vorschulsendung JoNaLu. In: TelevIZIon, 23/2010/2, S. 25-28.

Jugendliche und (männliche) Homosexualität – Rezeption zweier Programme des Qualitätsfernsehens (2010)

Auch die sexuelle Orientierung ist ein Aspekt menschlicher Diversität. Obgleich sexuelle Anziehung ein intimes Thema ist, sollte es doch im Qualitätsfernsehen für ältere Kinder eine Rolle spielen, denn die gleichgeschlechtliche Orientierung entwickelt sich in der Pubertät im Alter zwischen 10 und 13 Jahren. Wie Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren Darstellungen von homosexuellen Altersgenossen finden, möchte eine Rezeptionsstudie klären. Hierzu wurden die non-fiktionalen Programme Danny’s Parade (Niederlande) und Gay Pride (Irland), die 2008 und 2010 in der Altersgruppe 12-15 Jahre auf dem PRIX JEUNESSE INTERNATIONAL-Festival liefen, gezeigt und diskutiert. Für die IZI-Studie wurden 100 HauptschülerInnen und GymnasiastInnen in München, Berlin und Hannover befragt. Über die Sendungen wurde auch mit offen schwulen und lesbischen Jugendlichen und jungen Männern aus der Münchner Diversity-Gruppe diskutiert.

Literatur:
Veröffentlichung in der deutschen und internationalen Ausgabe der TelevIZIon 2010, „Diversity im Kinderfernsehen“

Sexualisierte westliche Kultur meets traditionelle Kultur – wie präadoleszente Mädchen mit Migrationshintergrund in den USA mit dem Spannungsverhältnis von dominanter Kultur und Familientradition umgehen (2009-2010)

Die Studie möchte dieser Frage mit einem Mix aus qualitativen Methoden nachgehen, der Interviews mit Kindern und Eltern und Analysen von Kinderzeichnungen umfasst. Die Stimmen der Mädchen, die häufig nur am Rand der Diskussion über Medien, Kultur und Gesellschaft auftauchen, sollen ins Zentrum gestellt werden.

Literatur:
Veröffentlichung in der deutschen und internationalen Ausgabe der TelevIZIon 2010, „Diversity im Kinderfernsehen“

Was sie wirklich darüber denken: Wie Jugendliche im Web 2.0 mit bildenden und Edutainment-Inhalten im europäischen, chinesischen und australischen Fernsehen umgehen (2009)

Die Medienanalyse beliebter Web 2.0 Social Network-Seiten soll zusammen mit der Einrichtung eigener Diskussionsgruppen dazu genutzt werden, um Selbstdarstellungen und Bilder von 12- bis 15-Jährigen zu identifizieren. Diese Selbst-Repräsentationen, die über lokale Grenzen hinweg verbreitet werden, werden zum einen in Bezug auf die in ihnen ausgestellte Diversität (Ethnizität, Gender, Herkunft, Nationalität) analysiert und zum anderen in Beziehung zu bildenden Fernsehprogrammen gesetzt, um herauszufinden, inwiefern sich die Repräsentationen ähneln.

Literatur:
Veröffentlichung in der deutschen und internationalen Ausgabe der TelevIZIon 2010, „Diversity im Kinderfernsehen“

Vielfalt in der Haupt- und Nebenrolle? Repräsentation von kultureller Diversität im deutschen Kinderfernsehen (2009)

Eine Medienanalyse fiktionaler Kinder-, Jugend- und Familienformate im eigenproduzierten deutschen Fernsehen soll die Frage klären: Wie werden Figuren mit verschiedener Hautfarbe bzw. mit Migrationshintergrund dargestellt? Was sind ihre Handlungsorte und in welchen Narrationen wird ihre natio-ethno-kulturelle Zugehörigkeit (vgl. Mecheril 2004) thematisiert?
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Literatur:
Veröffentlichung in der deutschen und internationalen Ausgabe der TelevIZIon 2010.

Gemeinsam fernsehen in Familien mit türkischem Migrationshintergrund (2008)

Im Zentrum dieser Studie stehen die Fragen, was Familien mit türkischem Migrationshintergrund zusammen im Fernsehen schauen und was die Gründe für und gegen das gemeinsame Fernsehen sind. Hierzu wurden neben Interviews mit Familien im Münchner Raum auch Filmaufnahmen bei der Rezeption des jeweiligen »Familienprogramms« durchgeführt.

Literatur:
Elke Schlote/Nurgül Dogan: »Weil da alle zusammen sind«. Gemeinsames Fernsehen in türkischstämmigen Familien. In: TelevIZIon, 22/2009/1, S. 50-53.
Elke Schlote/Elisabeth Ziesel: Wie Familien mit Migrationshintergrund Fernsehen nutzen - und wie sie ihre Medienkompetenz entwickeln können. Buchartikel in: Lauffer, Jürgen; Röllecke, Renate (Hrsg.): Dieter Baacke Preis. Handbuch 5: Jugend - Medien - Kultur. München: Kopaed 2010, S. 65-71.

Typisch deutsch / typisch türkisch – Jugendliche und humorvoll gebrochene Klischees (2007)

Diese IZI-Rezeptionsstudie im Forschungsschwerpunkt »Medien und Migration« soll zeigen, wie humorvoll gebrochene Stereotype über deutsche und türkischstämmige Figuren in zwei aktuellen Comedy-Familienserien (Türkisch für Anfänger, Alle lieben Jimmy) von 14- bis 16-Jährigen mit und ohne Migrationshintergrund gelesen werden.
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Literatur:
Elke Schlote/Anne Spieswinkel: Typisch deutsch, typisch türkisch – ist das komisch? Wie Jugendliche mit humorvoll gebrochenen Klischees in deutsch-türkischen Familienserien umgehen. In: TelevIZIon, 21/2008/1, S. 39-44.

Kleine Helden – Lieblingsfiguren von 8- bis 12-jährigen Kindern mit Migrationshintergrund im Fernsehen (2007)

Diese Studie wendet sich der Frage nach den beliebtesten Fernsehfiguren von 8- bis 12-jährigen Kindern mit Migrationshintergrund zu. Hierzu wurden im Jahr 2007 125 Kinder mit Migrationshintergrund von ForscherInnen der Universität Köln befragt. Die 8- bis 12-Jährigen nennen ebenso wie ihre deutschstämmigen Altersgenossen eine Vielzahl von Fernsehfiguren aus dem deutschen Kinderprogramm als ihre Lieblingsfigur.

Literatur:
Henrike Terhart/Hans-Joachim Roth: »Wenn ich das auf Arabisch gucke, kann ich das mit keinem besprechen«: Die TV-Lieblingsfiguren der 8- bis 12-Jährigen mit Migrationshintergrund. In: TelevIZIon, 21/2008/1, S. 18-22.

Deutsch Klasse - Wo liegen die Qualitäten einer TV-Sprachlernsoap? (2006)

Was erwartet der Zuschauer vom Bildungsfernsehen? Er will nicht belehrt werden! — so ein Ergebnis der europäischen IZI-Konferenz zu TV-Bildungsprogrammen (Meyer 1997, S. 20). Was bedeutet dies für TV-Bildungsprogramme, die sich an Erwachsene wenden?
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Literatur:
Elke Schlote: »Die Frau hat geredet, mit allen Eltern an der Schule« – Wie Migrantinnen zwei Frauen-Figuren und ihre Gender-Rollen lesen. In: TelevIZIon, 19/2006/1, S. 54-57.
Elke Schlote: Die Sprachlernsoap DEUTSCH KLASSE – Wie eine TV-Serie funktioniert, die auf Unterhaltung und Unterricht setzt. In: Hugger, Kai-Uwe, Hoffmann, Dagmar (Hrsg.): Medienbildung in der Migrationsgesellschaft. Beiträge zur medienpädagogischen Theorie und Praxis (Schriften zur Medienpädagogik 39). Bielefeld 2006, S. 110-117.
Meyer, Manfred (Hrsg.): Bildungsprogramme im Fernsehen: Was wollen die Zuschauer? München: KoPäd, 1997.

Wie nehmen Personen aus unterschiedlichen Kulturen denselben Film wahr? Lesarten des Films Wild East (2005)

In dieser qualitativen Studie wurde ausgehend von Stuart Halls »Encoding-Decoding«-Modell untersucht, ob die kulturelle Herkunft eines Menschen Einfluss auf die individuelle Lesart eines medialen Textes hat.
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