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Rassismus und wie Medien ihm entgegenwirken können

In der Realität haben 25,5 % aller Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund, bei Kindern unter fünf Jahren liegt der Anteil bei 40,6 % (bpb, 2018). 34 % aller Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren haben bundesweit einen Migrationshintergrund (6,7 Mio). 73 % von ihnen gehören der zweiten oder dritten Migrationsgeneration an (Lochner & Jähnert, 2020). Dies spiegelt sich im hiesigen Fernsehen allerdings kaum wider. In den Vollprogrammen sind Menschen mit Zuwanderungsgeschichte mit nur 10 % repräsentiert (Prommer & Linke, 2017). Im Kinderfernsehen sieht es mit 17 % der Hauptfiguren, die „nicht weiß“ sind, etwas besser aus, gleichzeitig hat Deutschland im internationalen Vergleich das „weißeste“ Kinderfernsehen (Götz, 2021). Kindern mit Migrationshintergrund fehlt damit das symbolische Material, um sich und ihre Erfahrungen symbolisch wiederzufinden. Typische Erfahrungen von Vorurteilen, Ausgrenzung, „Othering“ und kulturellen Missverständnissen werden nicht thematisiert und scheinen das individuelle Problem des einzelnen Kindes zu sein, obwohl es eigentlich systemisch angelegte Mechanismen sind (BMFSFJ, 2016).
Negative Vorurteile und Abwertungen gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen halten sich in der deutschen Mehrheitsgesellschaft seit Jahren auf einem stabil hohen Niveau. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und kollektive Schuldzuweisungen begründen neue Formen von Rassismus (Zick et al., 2016; Heitmeyer, 2018; Grau, 2017), denen es unbedingt entgegenzuwirken gilt.

Wie dies in einer Sendung umgesetzt werden kann und welches Wissen Fernsehverantwortliche unbedingt brauchen, wird in diesem Projekt erarbeitet.

  1. Das IZI begleitet den KiKA wissenschaftlich bei der Entwicklung einer anti-rassistischen Comedy, u. a. mit Rezeptionsstudien.
  2. Texte und Sendungskonzepte werden mit Rassismusexpert*innen und Kindern und Jugendliche, die von Rassismus betroffen sind diskutiert.
  3. In einer quantitativen Befragung werden Erfahrungen von Alltagsrassismus in Deutschland abgefragt.

Literaturnachweis

Der Storytelling Club: Ein Projekt zur Förderung der Resilienz von Kindern

Storytelling Clubs sind eine medienpädagogische Einheit zur Förderung der Resilienz, Kreativität und psychischen Gesundheit von Kindern. Sie wurden von der Stiftung PRIX JEUNESSE und dem Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) entwickelt. Kinder erhalten in den Storytelling Clubs die Möglichkeit, sich eigener Erfolgserlebnisse bewusst zu werden und diese anderen – in Form einer Geschichte – zugänglich zu machen. Durch Übungen werden zudem Selbstwert und Kommunikationsfähigkeit gefördert. Geeignet ist dieses Projekt für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren.
Neben der analogen Version eines Storytelling Clubs besteht auch die Möglichkeit, die Aktivität aufgrund der aktuellen Situation virtuell durchzuführen und dabei einen Schwerpunkt zu setzen auf die Wahrnehmung der eigenen Stärke in Zeiten der Corona-Pandemie. Aktuell werden/wurden Storytelling Clubs durchgeführt in Deutschland, Brasilien und Ägypten.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.storytellingclub.org

Repräsentative Befragung zu den Interessen von Kindern an Nachrichtenthemen

Aktuelle Nachrichten erreichen Kinder genauso wie Erwachsene, umso wichtiger ist es, dass diese auch kindgerecht aufbereitet werden. Das Projekt „Nachrichteninteresse von Kindern“ soll Hinweise auf die altersgerechte Vermittlung von aktuellen Ereignissen und Themen in Kindernachrichten geben.
Welche Nachrichtenthemen interessieren 6- bis 13-Jährige? Wie müssen Nachrichten für Kinder formuliert sein? Wer sollte Nachrichten vermitteln? Welche Alterstendenzen zeigen sich hier? Um diese Fragen zu beantworten werden 6- bis 13-Jährige repräsentativ deutschlandweit befragt.