IZI-Forschung
 
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YouTuberInnen und wie Jugendliche sie beurteilen

YouTuberInnen zählen mittlerweile zu den zentralen „Influenzern“ bei Kindern und Jugendlichen. In der Studie wird zum einen untersucht, wie sich die jungen Männer und Frauen präsentieren und zum anderen, wie Jugendliche sie einordnen und beurteilen.

Untersucht werden die 20 erfolgreichsten YouTuberinnen und ihre Fans per Onlinefragebogen. In einer Repräsentativstudie wird zudem bei Kindern nach den beliebtesten YouTuberInnen gefragt und nach Tendenzen in Alter, Geschlecht, Wohnort, Einkommen und Bildung der Eltern etc. untersucht.
Ergebnisse der Studie werden auf einer Veranstaltung im März 2018 präsentiert und im Sommer 2018 in der TelevIZIon veröffentlicht.

Starke Geschichten für starke Kinder

1. Workshops mit Fernsehverantwortlichen

Fernsehverantwortliche aus über 35 Ländern malen und beschreiben Erlebnisse ihrer Kindheit, in denen sie ihre eigene Handlungswirksamkeit erlebten. Die Geschichten werden anschließend dramaturgisch aufbereitet und so erzählt, dass sie Kinder emotional involvieren und ihre Handlungskompetenz und Resilienz potenziell bestärken.
Die mittlerweile über 400 gesammelten Geschichten werden in der Auswertung nach typischen Kindheitserlebnissen und Settings, in denen Kinder Handlungsmächtigkeit erleben, geclustert und globale Ähnlichkeiten und regionale Tendenzen werden herausgearbeitet.


2. Erhebung mit Kindern

Kinder, u. a. in Kuba, Slowenien, Taiwan und Deutschland, beschreiben Erlebnisse ihrer eigenen Handlungswirksamkeit. Die ca. 200 Geschichten werden nach typischen Erlebnissen geclustert, globale Ähnlichkeiten und regionale Tendenzen werden herausgearbeitet und mit den biographischen Erfahrungen der erwachsenen Kinderfernsehschaffenden verglichen.

Resilienz fördern

1. Der Storytelling Club

Das IZI führt in Kooperation mit der Stiftung PRIX JEUNESSE den Storytelling Club durch, ein Projekt zur niederschwelligen Förderung der Resilienz, Kreativität und psychischen Gesundheit von Kindern, und stellt in diesem Zusammenhang Materialien für Einheiten zur Resilienzförderung bereit. Ziel des Projektes ist es, ein kleines Buch zu erstellen, das anderen Kindern, die in einer ähnlichen Situation sind, helfen soll. Die entsprechende Vorlage wird online unter www.storytellingclub.de (ab Juni 2017) zur Verfügung gestellt. Das Buch wird später kurze Geschichten und Bilder oder Fotos enthalten, die Resilienzerlebnisse des Alltags (Starke Geschichten) erzählen. Die Geschichten entstehen in wöchentlichen Treffen, in denen die Kinder je nach Modell für eine Stunde (über 16 Wochen), 2 Stunden (über 8 Wochen) oder kompakt als Projektwoche zusammenkommen. In diesen Treffen schauen sie sich z. B. kurze Filme an, die dann zum Ausgangspunkt für das Finden eigener starker Geschichten werden. Die Kinder lernen, wie man Geschichten erzählen kann, in einem Vortrag vor der Gruppe, in Bild- und in Schriftform. Typische Erzählanlässe sind Impulse wie: „Ist es Dir schon mal passiert, dass Du Dich erst etwas nicht getraut hast und es dann doch gewagt hast?“ oder „Wann konntest Du jemand anderem helfen?“. Im Storytelling Club bekommen Kinder die Möglichkeit, eigene Erfolgserlebnisse wahrzunehmen und anderen zugänglich zu machen. Hinzu kommen kleine erprobte Übungen zur Förderung des Selbstwerts und der Kommunikation.


2. Wissenschaftliche Begleitung von „Here's my Story"

Inwieweit Unterrichtseinheiten zur Stärkung der Selbstwahrnehmung und die Möglichkeit, die eigene Geschichte medial umzusetzen, das Gefühl von Selbstwirksamkeit stärken, wird im Kontext von „Here‘s my Story“, einem medienpädagogischen Projekt der Redaktion Bildungsprojekte des Bayerischen Rundfunk, untersucht. In sechs Gruppen, die in der ersten Jahreshälfte 2017 an dem Projekt teilnehmen, werden Veränderungen in der Selbstwahrnehmung sowie Zukunftsperspektiven im Vorher-nachher-Verfahren gemessen.

Das Bild von Mann und Frau im Musikvideo und seine Bedeutung für Jugendliche

2016 und 2017 wird eine Studienreihe in Kooperation der MaLisa Stiftung und des IZI durchgeführt, in der medienanalytisch der Geschlechterrepräsentation im Musikvideo nachgegangen wird, sowie der Frage, inwieweit Jugendliche die typischen Tendenzen erkennen, wünschen und in ihre Idealvorstellungen von Mann und Frau einbauen.


1. Medienanalyse: Geschlechterinszenierung in Text und Bild des Musikvideos – eine Bestandsaufnahme der Top 100 des Jahres 2015 in den USA und Deutschland

Medienanalytisch werden die Top 100 der Charts in den USA und Deutschland des Jahres 2015 auf die Repräsentation von Männern und Frauen sowie auf Geschlechterverhältnisse untersucht. Methodisch wurde hierfür eine quantitative Inhaltsanalyse zu den Lyrics und den Videos sowie eine qualitative Analyse der typischen Inszenierungsmuster im Video genutzt.


2. Repräsentativbefragung: Welche Vorstellung haben Jugendliche von Musikvideos und welche Bedeutung haben sie für die Entwicklung von Idealen von Männern und Frauen?

Ein weiterer Teil der Kooperationsstudienreihe der MaLisa Stiftung und des IZI ist eine Befragung auf repräsentativem Niveau, die der Frage nachgeht, wie Jugendliche zur Zeit Musikvideos nutzen, über welche Ausspielwege sie beziehen und welche Vorstellungen sie von dem Entstehungsprozess und der Rolle der Künstlerin bzw. der Künstler im selbigen spielt. Abgefragt wird zudem, inwieweit Jugendliche  die Stars in den Musikvideos als Vorbilder und Idealvorstellungen für sich bzw. eine (zukünftige) Partnerin sehen und dies in ihre Vorstellungen von idealen Frauen und Männer eingeht.


3. Explorativstudie: Werden Stereotypen in Musikvideos wahrgenommen?

In zwei qualitativen Explorativstudien - Kooperationsstudien der MaLisa Stiftung und des IZI - wird der Frage nachgegangen, ob die Hypersexualisierung von Frauen von Jugendlichen wahrgenommen und gewünscht wird. Hierfür erdenken sich Jugendliche eigene Musikvideos, fantasieren, was ihnen zu bestimmten Musiken inhaltlich einfällt, beurteilen Bilder und beschreiben, wie sie bestimmte Musikvideos interpretieren. Die Studie wird zum einen in Bayern erhoben, zum anderen in Cincinnati (USA), um der Frage nachzugehen, inwieweit es eine Rolle spielt, ob die Jugendlichen muttersprachlich englisch (die Songsprache vieler Musikvideos) sind.


4. Medienpädagogische Einheit

Im Kontext der wissenschaftlichen Erhebung wird eine medienpädagogische Einheit entwickelt und getestet, in der die Grundlagen der non-verbalen Kommunikation und typischer Geschlechterinszenierung vermittelt werden und so eine Sensibilisierung für die kritische Auseinandersetzung mit den gezeigten Bildern angeregt wird. In angeleiteten Medienanalysen werden die Schülerinnen und Schüler selber zu Genderforscher*innen und entdecken so die typischen Geschlechterstereotypen, die in der Medienanalyse herausgearbeitet wurden. Inwieweit diese Unterrichtseinheit die analytische Fähigkeit zur Dekonstruktion der Hypersexualisierung und Geschlechterinszenierung befördert und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Genre ermöglicht, soll im Vorher-Nachher-Verfahren getestet werden.