IZI-Forschung
 
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Die Bedeutung von Selbstinszenierung auf Instagram im Kontext der Entwicklung von Essstörungen

Instagram ist eines der weltweit am stärksten wachsenden Netzwerke, welchem auch bei Jugendlichen in Deutschland eine hohe Bedeutung zukommt. Die Trendstudie 2018 ging u. a. der Selbstinszenierung von Mädchen auf Instagram nach und lässt eine gesundheitliche Gefährdung durch die Verstärkung eines überkritischen Blicks auf den eigenen Körper und eine Beförderung von Essstörungen vermuten. In Kooperation mit dem Bundesfachverband Essstörungen (BFE) wird diesem nun durch die Befragung von Mädchen und jungen Frauen, die sich in Behandlung für Essstörungen befinden, nachgegangen.
Die Studie erforscht mittels qualitativer und quantitativer Befragungsmethoden die Bedeutung der Selbstinszenierung und die wichtiger Influencer*innen auf Instagram für die Entwicklung von Essstörungen bei Mädchen und jungen Frauen. Befragt werden Frauen, die aktuell wegen einer Essstörung in Behandlung sind. Sie werden dabei als Expertinnen ihrer Selbst und ihrer Krankheit betrachtet und können als solche Hinweise auf Gegen- und Präventionsmaßnahmen geben.

Ziel der Studie ist es somit, dieses relativ neue Phänomen in seiner Bedeutsamkeit für die Entwicklung von Essstörungen zu verstehen, typische Ausprägungen zu erfassen und – mit der Beteiligung der Betroffenen als Expertinnen – Präventionsmaßnahmen und Unterstützungsansätze zu entwickeln.

Bausteine zur Förderung von Geschlechtersensibilität und Medien- und Konsumkompetenz:
Evaluation eines Pilotprojekts zur flächendeckenden Fortbildung von Erzieher*innen in Bayern

Gender ist die von Anfang an prägendste Kategorie für die Identitätskonstruktion. Kinder werden von Beginn an als Mädchen oder Jungen wahrgenommen und definieren sich selbst spätestens ab dem dritten Lebensjahr als das eine oder das andere. Dies führt zu Ausprägungen geschlechterspezifischer Sozialisation, befördert bestimmte Stärken, Verhaltensweisen und Talente und beschränkt wiederum andere.
Die Medien- und Konsumwelten spielt dabei eine weitere, herausragende Rolle. Sie prägen die Geschlechterstereotype und damit die inneren Bilder von „typisch Mädchen“ und „typisch Junge“ und gehen in die Zukunftsperspektiven davon ein, was es heißt, eine erfolgreiche Frau oder ein erfolgreicher Mann zu sein.
Mit dem Projekt sollen Fortbildungsmodule zur Gendersensibilität sowie Medien- und Konsumkompetenz umgesetzt und auf ihre Praxistauglichkeit und Wirksamkeit hin evaluiert werden. Dabei behandeln diese Module ganz typische, den pädagogischen Fachkräften oftmals bekannte Alltagsphänomene wie z.B. „Jungen die sich nicht an Regeln halten“ und vermitteln Handlungsoptionen. Das Pilotprojekt richtet sich an Erzieher*innen in bayrischen Horten und Kindertagesstätten und entstand mithilfe der Förderung des bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales.

Um die Module zu testen, werden sie zunächst in der „Pretest–Phase“, mit fünf Praktiker*innen diskutiert. Nach entsprechenden Optimierung findet eine wissenschaftliche Evaluation in je 10 Kindertagesstätten und Horten statt, dabei kommen die Fortbildungsmodule zum Einsatz, bzw. soll deren Praxistauglichkeit im Feld erprobt werden. Hierzu füllen alle teilnehmenden Erzieher*innen, sowohl vor Beginn als auch nach Beendigung der Fortbildung, Fragebögen aus. Anhand dieser werden die individuellen Kenntnisse im Bereich gendersensiblen Handelns sowie Medien-und Konsumkompetenz getestet. Des Weiteren werden, im Laufe der Fortbildung, mit jedem Teammitglied qualitative Interviews geführt, um einen möglichst praxisnahen Eindruck über die Umsetzung zu bekommen. Zudem werden, in ein bis zwei ausgewählten Einrichtungen, Videobeobachtungen stattfinden und es werden Interviews mit Beteiligten aufgezeichnet.