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21.11.2009


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Nach Streit mit Stadt München Thielemann geht nach Dresden

Jetzt hat Christian Thielemann, Noch-Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, dem Gezerre um seine Vertragsverlängerung in München ein Ende gesetzt: Er geht 2012 nach Dresden und wird Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle. Für ihn gehe damit ein Traum in Erfüllung, sagt Thielemann.

Stand: 10.10.2009

Christian Thielemann, Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker

Noch ist der Vertrag in Dresden nicht unterschrieben, das soll Mitte November geschehen, teilte das sächsische Kunstministerium am Freitagabend mit. Aber alle Bemühungen haben sich erübrigt, doch noch eine Einigung zwischen Stadt und Thielemann herbeizuführen und den Chefdirigenten über die Saison 2010/11 hinaus bei den Münchner Philharmonikern zu halten. 

OB Ude: Thielemann wollte weg

Bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden wird der 50-jährige Thielemann Nachfolger von Fabio Luisi, der ans Opernhaus Zürich wechselt. Thielemann lobte die "singulären Qualitäten" der Staatskapelle. "Für mich erfüllt sich ein Traum", sagte Thielemann. Für Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) wird jetzt klar, warum Thielemann "sich nicht auf einen gangbaren Weg bei den Vertragsverhandlungen verständigen wollte". Für nächste Woche waren noch weitere Gespräche zur Vertragsverlängerung bei den Münchner Philharmonikern geplant gewesen, die nun abgesagt wurden, wie ein Sprecher der Stadt am Samstag mitteilte.

Thomas Goppel kritisiert die Stadt München

Der Präsident des Bayerischen Musikrats, Ex-Kunstminister Thomas Goppel (CSU), hingegen kritisierte die Stadt München. Goppel warf den Verantwortlichen der Landeshauptstadt vor, zu lange mit der Aufnahme neuer Gespräche mit dem Dirigenten gewartet zu haben. "München wäre am Zug gewesen", sagte Goppel. "Langes Schweigen führt zu Neuorientierung." Die Dresdner hätten dagegen offenbar die Gelegenheit genutzt, "nochmals nachzulegen".

Dresden freut sich auf Thielemann

Jan Nast, der Direktor der Staatskapelle Dresden, gibt an, dass Thielemann bereits vor einigen Jahren schon mal für Dresden im Gespräch war. "Eine Liebe zwischen ihm und dem Orchester gibt es schon sehr sehr lange," erklärt Nast. Zudem habe sich Thielemann bereits als Einspringer für den erkrankten Fabio Luisi in Dresden bewährt.

Streit zwischen Stadt und Stardirigent

München verliert mit Thielemann einen der derzeit gefragtesten Wagner-Dirigenten, der 2004 als Generalmusikdirektor der Philharmoniker nach München kam. Der Streit zwischen der Stadt München und Thielemann war am 22. Juli eskaliert, als der Stadtrat einstimmig beschlossen hatte, Thielemanns Vertrag nicht zu verlängern. Fast 40 prominente Musiker, Intendanten und Komponisten hatten an die Stadt appelliert, Thielmann doch zu halten. Spitzenvertreter der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sprachen von einem "blamablen Versäumnis der Stadt München und ihrer Kulturrepräsentanten". Auch der Präsident des Bayerischen Musikrats, Ex-Kunstminister Thomas Goppel (CSU), warf den Verantwortlichen der Stadt schon damals eine falsche Verhandlungsführung vor.

Gerangel um Programm-Hoheit

Kern des Streits war eine Klausel, derzufolge das endgültige Entscheidungsrecht über das Engagement von Gastdirigenten nach dem Willen der Stadt bei Orchesterintendant Paul Müller liegen sollte. Thielemann forderte dagegen, dass er selbst nicht nur über seine eigenen Programme, sondern auch über die von Gastdirigenten weitgehend frei bestimmen könne. Vor allem diese Forderung hatte im Stadtrat für Verärgerung gesorgt. Man sei dem Künstler in anderen Fragen sehr weit entgegengekommen, hieß es. Der Orchestervorstand präzisiert: "Das von Christian Thielemann befürchtete Szenario, ein Gastdirigent hätte auf diese Art und Weise jederzeit ein Werk aus dem ihm vorbehaltenen Repertoire der deutschen Romantik dirigieren können, trifft nicht zu, da ihm vertraglich zugesichert wurde, dass von ihm aufgeführte Werke in derselben Saison für Gastdirigenten selbstverständlich gesperrt sind."
 

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