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31.07.2010


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Camille Saint-Saëns Klavierquartette und Barcarolle

Feste Klavierquartett-Formationen sind rar. Da ist ein so hervorragendes Ensemble wie das schon ein Jahrzehnt bestehende Mozart Piano Quartet eine echte Bereicherung für den Konzertbetrieb und den Plattenmarkt.

Von Fridemann Leipold
Stand: 05.05.2009

CD-Cover Mozart Piano Quartet mit Saint-Saëns Klavierquartette | Bild: Musikproduktion Dabringhaus und Grimm

Das in Deutschland beheimatete, international erfolgreiche Quartett vereint erfahrene Kammermusiker und Hochschullehrer zu einem ungewöhnlich homogenen und ausdrucksstarken Ensemble rund um den finnischen Geiger Mark Gothoni und den Pianisten Paul Rivinius, der mittlerweile auch mit seinen berühmten Brüdern Klavierquartett spielt. Der Bratschist Hartmut Rohde und der Cellist Peter Hörr komplettieren das Ensemble, das immer wieder erstaunliche Repertoire-Funde macht.  

Unbekannte Werke

Vom Rang des Mozart Piano Quartet kündet auch seine vielgelobte Diskographie für das Label Musikproduktion Dabringhaus und Grimm, bei dem die vier Musiker zuletzt die beiden klangsinnlichen Klavierquartette der vergessenen französischen Spätromantikerin Mel Bonis hinreißend wiederentdeckt haben. Einer der Fürsprecher der hochtalentierten Komponistin war Camille Saint-Saëns – als Pianist, Organist, Dirigent, Komponist, Dozent, Schriftsteller und Verbandsfunktionär die universale Autorität des Pariser Musiklebens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eben dem ja auch nicht gerade bekannten (und kaum eingespielten) Œuvre für Klavierquartett von Saint-Saëns hat das Mozart Piano Quartet nun sein neues Album gewidmet.

Reichhaltige Kammermusik

Mit gleichgesinnten Kollegen gründete Saint-Saëns 1871 die "Société Nationale de Musique", um die französische Musik grundlegend zu erneuern. Dabei ging es ihnen vor allem darum, der in Frankreich zugunsten der Oper vernachlässigten Instrumentalmusik mehr Geltung und Gehör zu verschaffen. Immerhin schrieb Saint-Saëns ja selbst eine heute noch gern gespielte Oper, "Samson et Dalila". Und mit seiner "Orgelsinfonie" etablierte er die Königin der Instrumente auch im Konzertsaal. Aber von zentraler Bedeutung für sein Schaffen ist die reichhaltige Kammermusik, in der naturgemäß das Klavier dominiert.

Visionäre Züge

Neben dem monumentalen B-Dur-Klavierquartett op. 41 von 1875 präsentiert das Mozart Piano Quartet noch zwei weitere Stücke für diese Besetzung aus der Feder von Saint-Saëns, ein lohnendes Frühwerk aus seiner Studienzeit sowie eine leicht impressionistische "Barcarolle". Mit technischer Souveränität und gestalterischer Emphase betonen die vier Musiker die visionären Züge des später als Reaktionär geschmähten Saint-Saëns. Wer bislang Zweifel an der Qualität seiner Kammermusik hatte, sollte sich den langsamen Satz aus op. 41 anhören, in dem Saint-Saëns eine Choralmelodie mit kontrapunktischem "Störfeuer" kühn verschränkt. Diese Bach- und Mendelssohn-Hommage ist einfach grandios!

CD-Info

Camille Saint-Saëns: Klavierquartette

  • Klavierquartette E-Dur (1853) und B-Dur op. 41; Barcarolle op. 108
  • Mozart Piano Quartet
  • Label: Musikproduktion Dabringhaus und Grimm
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