Senderporträt: Wendelstein BR-ONLINE.DE Suche im Angebot von  BR-ONLINE.DE E-mail an  BR-ONLINE.DE zum BR-ONLINE.DE Newscenter Homepage des Bayerischen Rundfunks

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  Wendelstein   Der Wendelstein: 1.838 Meter hoch ragt sein Gipfel aus der Mangfallgebirgskette heraus. Schon tief im Flachland erkennen die meisten den grauen Riesen, der sich nur wenige Kilometer von Bayrischzell entfernt erhebt.

Einen Spitzenplatz hat sich der Berg auch in der Fernseh- und Hörfunkversorgung Bayerns gesichert. Weithin sichtbares Zeichen des höchstgelegenen Senders in Deutschland ist der 55 Meter hohe BR-Sendeturm aus Stahlrohr auf dem Gipfel des Wendelsteins. Von hier empfängt ein großer Teil Südbayerns das ARD-Programm "Das Erste", die fünf Hörfunkprogramme des BR und das Digital Radio-Angebot (DAB)- in erstklassiger Qualität.

Für die Fernsehtechnik hat der Wendelstein grundlegende Bedeutung. Viele neue Systeme wurden hier lange vor ihrer Einführung in der Bundesrepublik getestet.

Im Mai 2005 beginnt in München/Südbayern und Großraum Nürnberg der Umstieg von der analogen Fernsehverbreitung auf das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T) und der Wendelstein gehört zu den ersten Sendern, die in Bayern in der neuen Fernsehnorm ausstrahlen.

 
 
Kleine Chronik

Das Jahr 1950 markiert den Anfang der Rundfunkverbreitung auf dem Wendelstein: Gesendet wurde das 2 Radioprogramm - das heutige Bayern2Radio - in der damals neuen UKW-Technik. Die technischen Sendeanlagen waren zunächst in zwei gemieteten Zimmern des Berghotels untergebracht. Doch schon bald war klar: Ein eigenes Gebäude musste her. Für den bevorstehenden Start des Fernsehens errichtete der BR knapp 100 Meter unter dem Gipfel seine Sendestation.

Am 6. November 1954 war es dann soweit: Der Wendelstein sendete erstmals über den Funkweg Bilder des Fernsehstudios Freimann in die bayerischen Wohnzimmer. Doch nur eine kleine Schar von Fernsehbegeisterten konnte an der Fernsehpremiere teilnehmen: Lediglich 1.570 Geräte waren damals registriert.

1964, also bereits drei Jahre vor dem Beginn des Farbfernsehens, wurden Versuchssendungen zur Erprobung der verschiedenen Farbfernsehnormen NTSC, PAL und Secam ausgestrahlt. Zweitonversuche erfolgten hier oben schon in den Jahren 1970 bis 1974 - eingeführt wurde das System jedoch erst im August 1985. Seit Oktober 1991 wird die Farbfernsehnorm PALplus über den Wendelstein verbreitet; im Sommer 1994 startete die ARD mit regelmäßigen Sendungen im neuen Breitbild-Format 16:9.

Im Laufe der Jahrzehnte erhielt auch das UKW-Radio Zuwachs: Das heutige Bayern 1 (Regionalprogramm Oberbayern) wird seit 1956 vom Wendelstein verbreitet. 1971 kam ein Sender für Bayern 3 dazu. Bayern 4 Klassik folgte 1982 und der Informationskanal B5 aktuell 1991. Seit 1995 ist der Wendelstein digitaler Senderstandort im bayernweiten DAB-Sendernetz.

Herzstück der Sendestation ist der zentrale Kontroll- und Überwachungsraum: Hier wird nicht nur der eigene Senderbetrieb gesteuert und kontrolliert - nach Dienstschluss der anderen Stationen wird auch der Betrieb aller Grundnetzsender Südbayerns (Brotjacklriegel, Grünten, Hoher Bogen, Hohe Linie, Hohenpeißenberg, Hühnerberg) sowie die Satelliten-Erdfunkstation in Freimann überwacht. Künftig wird diese Aufgabe sogar auf das gesamte Sendernetz des BR ausgedehnt.

 
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