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31.07.2010


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Buchhändler/ -in Von Goethes "Faust" bis zum E-Book

Literatur vom Kinderbuch bis zum Gruselroman - Buchhändler schwelgen Tag für Tag in Büchern. Bloß zum Lesen haben sie während der Arbeit keine Zeit. Buchhändler sind kundenorientierte und sprachgewandte Dienstleister und Kaufleute - und bringen nicht nur Literatur an den Mann, sondern mehr und mehr auch Kalender, DVDs, Hörbücher und Schreibwaren.

Stand: 31.03.2010

Auszubildende, Buch | colourbox.com, Creativ Collection, Bearbeitung: BR

Laura-Antonia Behrendt ist 21 Jahre alt und Azubi in einer Buchhandlung in Schweinfurt. Im Laden hat sie viel zu tun: Neue Bücher in die Regale sortieren oder unverkäufliche Titel - so genannte Remittenden - aussortieren und an Zwischenhändler oder Verlag zurückschicken. Auch für die Tisch- und Schaufensterdekoration ist sie zuständig. Hier ist Kreativität gefragt. Die Dekoration ist gerade in kleinen Buchhandlungen wichtig: Denn in Deutschland gilt die Buchpreisbindung - egal, wo man kauft: Ein Buch hat überall denselben Preis.

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Buchhändler/ -in: Die komplette Sendung als Download 

Dekoration steigert Umsatz

Warenbestand wird überprüft | Bild: BR

Ein schön gestalteter Tisch aber verlockt den Kunden eher zum Kauf. Im kleinen Büro hat Laura-Antonia auch viel Kaufmännisches zu tun: Bücher nachbestellen, Lieferscheine und Buchbestand überprüfen, auch mal eine Veranstaltung organisieren. Auch wenn Verlagsvertreter kommen und druckfrische Bücher anpreisen, ist sie dabei - sie muss immer einen Überblick über das Sortiment behalten. Als Azubi in einer kleineren Buchhandlung ist Laura-Antonia "Mädchen für alles". Besonders viel Spaß macht ihr das Beraten von Kunden. Dabei muss sie offen und freundlich auf Menschen zugehen können. Kommunikatives Talent ist wichtig. Ansonsten braucht ein Buchhändler eine gute Allgemeinbildung, sollte natürlich viel und gerne lesen. Auch kaufmännisches Denken und Verkaufstalent sollte man mitbringen.

Berufsschule und Mediencampus

Nicht nur kleine und mittlere Buchhandlungen bieten Ausbildungsplätze - auch die großen Buchhandelsketten. Hier finden die Azubis eine größere Bandbreite im Sortiment, mehr Auswahl an verschiedenen Abteilungen. Viele Filialisten bieten ihren Azubis spezielle Schulungen und Gespräche mit Verlagsvertretern oder Lektoren an. Dafür sind kaufmännische Punkte der Ausbildung oft ausgelagert: Marketing, Logistik, Einkauf zum Beispiel. Dieses Wissen eignen sich Azubis dann in Intensivkursen an. Zur Ausbildung gehört auch der Besuch in der Berufsschule. Neben den öffentlichen Schulen unterhält der Börsenverein des Deutschen Buchhandels einen eigenen privaten Mediencampus in Frankfurt, auf dem Buchhändler aus- und fortgebildet werden. Praktische Kurse wie "Warenpräsentation" werden an den Schulen angeboten. Außerdem stehen Fächer wie Verkaufspsychologie, Buchhandelsbetriebslehre, Rechnungswesen und Literaturkunde auf dem Lehrplan. Wer schon gute Schulnoten in Mathe und Deutsch mitbringt, hat hier Vorteile.

Starke Konkurrenz durch Online-Handel

Besprechung im Büro | Bild: BR

Im Verlag entwickeln Azubis Buchprojekte, bearbeiten Manuskripte, erstellen Verträge. Doch viele Verlage bilden keine Buchhändler mehr aus und setzen stattdessen auf den neuen Ausbildungsberuf "Medienkaufmann Digital und Print", den es seit 2006 gibt. Buchhändler im Antiquariat kaufen oder ersteigern alte Bücher, lagern sie ein und verkaufen sie weiter. Doch hier sind Lehrstellen besonders dünn gesät. Viele Antiquare leiden unter der Konkurrenz durch den Online-Buchhandel und stellen nicht mehr ein.

Massenweise Bücher

Erfassung des Wareneingangs | Bild: BR

Einige Lehrstellen bietet aber immerhin der Zwischenhandel: die so genannten "Barsortimente". Sie kaufen mit Großhandelsrabatt direkt bei den Verlagen ein und beliefern tausende Buchhandlungen. Hier ist die Ausbildung vor allem kaufmännisch geprägt: Stefanie Vollrath ist Azubi im 3. Lehrjahr. Viele organisatorische Tätigkeiten finden für sie im Büro statt. Kundenkontakt wie in einer Buchhandlung, den hat sie nicht.

Bibliothek für die Westentasche

Trends wie E-Books und der Onlinebuchhandel haben die Branche in den vergangenen Jahren sehr verändert. Viele Buchhändler haben sich darauf eingestellt. Um konkurrenzfähig zu bleiben, betreiben sie eigene Homepages und bieten Bücher auch online an. Auch das Berufsbild des Buchhändlers wird 2010 überarbeitet und der modernen Medienwelt besser angepasst. Die drei Schwerpunkte Sortiment, Verlag und Antiquariat werden besser ausgearbeitet. Nach der Lehre tun sich für Buchhändler viele Arbeitsfelder auf: in Verlagen, im Großhandel oder als Abteilungs- oder Filialleiter in einer Buchhandlung. Man kann sich auch mit einem eigenen Laden selbstständig machen. Viele Azubis studieren aber erst einmal, oft thematisch verwandte Studiengänge wie Buchwissenschaften.

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