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31.07.2010


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Prof. Dr. Hubertus Kohle Kunsthistoriker

Hubertus Kohle ist seit 2000 Professor am Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er beschäftigt sich nicht nur mit "klassischer" Kunstgeschichte, sondern hat auch als einer der ersten Kunsthistoriker die Bedeutung der Digitalisierung erkannt: Welche Rolle spielt das digitale Bild in Kunst und Kunstgeschichte?

Stand: 19.07.2010

Im Gespräch mit Antje Samiralow
Hubertus Kohle | Bild: BR

Zunächst sollte man erwähnen, dass sich neben dem klassischen Publikationswesen inzwischen das Internet als offenes Publikationsmedium etabliert hat. Ich würde einfach nur dafür plädieren, sich zu überlegen, dass wir ein Medium nicht einfach links liegen lassen sollten, das bei unserer Jugend in einer Weise ins Zentrum der Wahrnehmung geraten ist, wie wir uns das gar nicht vorstellen können. Ganz radikal formuliert meine ich damit Folgendes: Wenn wir als Wissenschaft auch in Zukunft rezipiert werden wollen, dann sollten wir uns darauf einstellen, dass wir das auch – und ich betone "auch" – in anderen Medien tun und nicht nur in gedruckter Form. Open Access heißt nichts anderes, als dass die wissenschaftlichen Ergebnisse, die ja auch im Kontext mit öffentlicher Finanzierung entstehen, von allen zur Kenntnis genommen werden können. Das ist beim Buch bereits schwieriger, weil man das erst einmal bezahlen muss. Wenn man mit dem Universitätsalltag konfrontiert ist, dann merkt man, dass das Buch auch einen weiteren großen Nachteil hat: Es ist häufig nicht da, wo man es sucht, weil es entweder geklaut oder momentan verliehen ist. Das ist im Open Access ganz anders, weil man immer Zugriff auf die Daten hat. Ich würde dafür plädieren, dass wir das Internet – neben vielen anderen Bereichen, in denen es ebenfalls nützlich ist – als kostengünstiges, inzwischen weitverbreitetes und die ganze Gesellschaft durchdringendes Medium auch für das wissenschaftliche Publikationswesen nutzen sollten.

Zur Person

  • Geboren
    1959 in Düsseldorf
  • Ausbildung
    1978–1986 Studium Kunstgeschichte, Philosophie, Romanistik, Geschichte und Urbanistik in Bonn, Florenz und Paris
    1986 Promotion
  • Beruf
    Kunsthistoriker

Funktionen und Ämter

  • Aktuelle Funktion
    Professor für Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Ämter/berufliche Stationen
    1984–1987 journalistische Tätigkeit bei der italienischen Tageszeitung "La Repubblica"
    1987–1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Hochschulassistent an der Ruhr-Universität Bochum
    1996 Habilitation
    1997–2000 Hochschuldozent am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln
    Seit 2000 Professor am Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München
    2008 Gastprofessor an der École Normale Supérieure in Paris

Veröffentlichungen

  • (Hrsg.) Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland / Bd. 7. Vom Biedermeier zum Impressionismus, München: Prestel, 2008.
  • Computer, Kunst und Kunstgeschichte (zusammen mit Katja Kwastek), Köln: Deubner, 2003.
  • Methoden-Reader Kunstgeschichte (zusammen mit Wolfgang Brassat), Köln: Deubner, 2003.
  • Adolph Menzels Friedrich-Bilder, München: Deutscher Kunstverlag, 2001.
  • (Hrsg.) Kunstgeschichte digital, Berlin: Reimer, 1997.
Kontakt

Hier finden Sie Informationen zu Hubertus Kohle im Internet:

Artigo - Kunstgeschichte spielend lernen

Artigo ist ein Kooperationsprojekt von Informatik und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München zur Vermittlung kunstgeschichtlicher Grundkenntnisse:

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