31.07.2010
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Hubertus Kohle ist seit 2000 Professor am Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er beschäftigt sich nicht nur mit "klassischer" Kunstgeschichte, sondern hat auch als einer der ersten Kunsthistoriker die Bedeutung der Digitalisierung erkannt: Welche Rolle spielt das digitale Bild in Kunst und Kunstgeschichte?
Stand: 19.07.2010
Zunächst sollte man erwähnen, dass sich neben dem klassischen Publikationswesen inzwischen das Internet als offenes Publikationsmedium etabliert hat. Ich würde einfach nur dafür plädieren, sich zu überlegen, dass wir ein Medium nicht einfach links liegen lassen sollten, das bei unserer Jugend in einer Weise ins Zentrum der Wahrnehmung geraten ist, wie wir uns das gar nicht vorstellen können. Ganz radikal formuliert meine ich damit Folgendes: Wenn wir als Wissenschaft auch in Zukunft rezipiert werden wollen, dann sollten wir uns darauf einstellen, dass wir das auch – und ich betone "auch" – in anderen Medien tun und nicht nur in gedruckter Form. Open Access heißt nichts anderes, als dass die wissenschaftlichen Ergebnisse, die ja auch im Kontext mit öffentlicher Finanzierung entstehen, von allen zur Kenntnis genommen werden können. Das ist beim Buch bereits schwieriger, weil man das erst einmal bezahlen muss. Wenn man mit dem Universitätsalltag konfrontiert ist, dann merkt man, dass das Buch auch einen weiteren großen Nachteil hat: Es ist häufig nicht da, wo man es sucht, weil es entweder geklaut oder momentan verliehen ist. Das ist im Open Access ganz anders, weil man immer Zugriff auf die Daten hat. Ich würde dafür plädieren, dass wir das Internet – neben vielen anderen Bereichen, in denen es ebenfalls nützlich ist – als kostengünstiges, inzwischen weitverbreitetes und die ganze Gesellschaft durchdringendes Medium auch für das wissenschaftliche Publikationswesen nutzen sollten.
Hier finden Sie Informationen zu Hubertus Kohle im Internet:
Artigo ist ein Kooperationsprojekt von Informatik und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München zur Vermittlung kunstgeschichtlicher Grundkenntnisse: