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Pantoffeltierchen
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Die Zelle - 1. Einzellige Tiere


Fakten zum Thema 1

Das Pantoffeltierchen

Im Wasser von Teichen oder Tümpeln, aber auch schon in einem Aufguß von Heu findet man stets eine Unzahl von kleinsten Tieren und Pflanzen. Viele davon sind allerdings so winzig, daß sie mit bloßem Auge kaum wahrzunehmen sind.
Besonders auffällig sind die Pantoffeltierchen . Ihren Namen haben sie von ihrer Form. Normalerweise schwimmen sie viel zu schnell, als daß man Einzelheiten ihres Körpers erkennen könnte. Erst an ermüdeten Tieren können wir Bau und Verhalten studieren.

Pantoffeltierchen bestehen nur aus einer Zelle. Zellen sind die kleinsten lebensfähigen Einheitender Tier- und Pflanzenwelt. Der auffällige dunkle Fleck ist der Zellkern , das Steuerzentrum des Tierchens. Für die Beseitigung von überschüssigem Wasser aus der Zelle sorgen zwei Bläschen. Wie zwei Pumpen füllen und leeren sie sich fortwährend. Mit Hilfe der Wimpern , winziger Härchen auf der Zelloberfläche, bewegt sich das Tierchen fort. Das winzige, nur drei Zehntel Millimeter lange Pantoffeltierchen ist fähig, Reize aus seiner Umwelt zu registrieren, sich selbständig fortzubewegen, sich zu verteidigen und zu vermehren. In einer einzigen Zelle sind alle Fähigkeiten eines vollständigen Organismus vereinigt.

Pantoffeltierchen fressen Algen, Bakterien und andere Kleinlebewesen. An nahrungsreichen Stellen finden sie sich in großen Ansammlungen. Besonders ergiebig sind vermodernde Pflanzenreste .
Die Tierchen sind elastisch beweglich und können so in die feinsten Spalträume vordringen. Mit dem Schlag der Wimpern lösen sie Bakterien und
kleine Algen ab und strudeln sie mit einem Wasserstrom dem Mundfeld zu.

Manche Nahrungsquelle allerdings ist gefährlich. Hier sind es z. B. die Scheinfüßchen einer Amöbe , eines einzelligen Tierchens mit ständig wechselnder Form. Die Amöbe versucht ein Pantoffeltierchen einzufangen, indem sie es mit ihrem Zellplasma umschließt . Die Bewegung ist so langsam, daß das Pantoffeltierchen seine Gefangenschaft erst bemerkt, wenn es kein Entrinnen mehr gibt. Es wird von der Amöbe verdaut .
Auch andere Räuber haben die Pantoffeltierchen zum Fressen gern . Die Beute wird unzerkaut in den Magen gewürgt und dort verdaut. Das Sackrädertier besteht fast nur aus einem Mund und einem riesigen Magen.

Irgendwann im Leben eines Pantoffeltierchens beginnen sich alle wichtigen Zellbestandteile zu verdoppeln - die Entwässerungsbläschen, das Mundfeld und schließlich auch der Zellkern. Die Zelle beginnt sich einzuschnüren , die verdoppelten Zellorgane werden auf die beiden Hälften verteilt. Die Einschnürung wird stärker. Aus der Mutterzelle bilden sich zwei Tochterzellen. Kein Vorfahre dieser Pantoffeltierchen ist jemals gestorben. Das klingt märchenhaft, denn für uns ist der Tod etwas Unvermeidliches. Pantoffeltierchen und andere Einzeller aber kennen keinen Alterstod. Sie teilen und vermehren sich wieder und wieder. Sind beide Tochterzellen fertig entwickelt, so trennen sie sich.

Gelegentlich finden sich in dem Heer von Pantoffeltierchen zwei Zellen zusammen und berühren sich mit ihren Längsseiten. Hier haben sich zwei Tierchen mit ihren Vorderteilen verbunden und legen sich zu einem sexuellen Vorgang zusammen, der Konjugation . Das geschieht immer dann, wenn unter den Tierchen Mangelerscheinungen auftreter und sie zu degenerieren beginnen.
Durch eine Plasmaverbindung wird genetisches Material zwischen den Zellen ausgetauscht. So wird das Erbgut durchmischt und anschließend neu aufgeteilt. Wenn sich die beiden Tiere später wieder trennen, trägt jedes Gene des anderen in sich, ihr Erbmaterial ist aufgefrischt worden. Die Konjugation ist aber keine notwendige Voraussetzung zur Teilung und Erzeugung von Nachkommen.

Wie aber reagiert ein Pantoffeltierchen, wenn das Nahrungsangebot knapp wird, oder das Gewässer in dem es lebt, auszutrocknen beginnt? Das Tierchen krümmt sich zusammen und verfällt in eine eigentümliche Drehbewegung. Die Zellen nehmen allmählich eine kugelförmige Gestalt an und alle Stoffwechselvorgänge verlangsamer sich auf einen winzigen Bruchteil - das Leben wird auf Sparflamme geschaltet. Die Zelle bildet eine feste Schale - es entsteht eine Zyste. In dieser stabilen Form ist das Leben des Pantoffeltierchens konserviert. Trockenheit, Frost oder Hitze können ihm nichts mehr anhaben, bis es schließlich mit dem Wind in ein anderes Gewässer gelangt und dort zu neuem Leben erwacht.





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