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Zur Ehe gezwungen - Frauen fliehen aus ihren Familien
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Inhalt Die Mädchen sind in Deutschland geboren und hier aufgewachsen. Doch anders als bei ihren deutschen Altersgenossinnen, suchen ihre Eltern den Ehepartner aus. In vielen Immigrantenfamilien gelten immer noch die alten Traditionen und Wertvorstellungen des Herkunftslandes. „Sie glauben im Namen Allahs etwas Gutes für ihre Kinder getan zu haben. Im Koran, Sure 24, heißt es: ‚Verheiratet die Ledigen’. Wer also nicht heiratet, lebt permanent in der Sünde. Zur Ehe gibt es auch keine Alternative!" - erklärt im Film die Soziologin Necla Kelek . Junge Frauen, die dagegen aufbegehren und sich dem Willen der Eltern nicht beugen wollen, zahlen für ihren Freiheitsdrang einen hohen Preis. Manche müssen sich lebenslang vor ihren Familien verstecken und werden von Ehrenmördern gejagt. Die Dokumentation stellt Frauen vor, die einer Zwangsehe entkommen konnten. Sultana zum Beispiel, die im Alter von zwölf Jahren aus Pakistan nach Deutschland kam. Kaum war sie in der Bundesrepublik, durfte sie nicht mehr allein auf die Straße gehen. Der Bruder bewachte sie. Und als sie sich trotzdem mit einem Jungen anfreundete, wurde sie verprügelt. Mit 17 floh sie vor einer Zwangsehe mit einem Witwer in ein Frauenhaus. „Ich wollte wie ein Mensch leben“, sagt sie. Heute bereitet sie sich auf das Abitur vor und betreibt Kampfsport – symbolisch kämpft sie sich ihren Weg frei. Fatma Bläser wurde als junge Frau in Istanbul zur Heirat gezwungen. Bereits als Kleinkind hatte man sie einem Mann versprochen. Eines Nachts um drei Uhr wurde sie zwangsverheiratet. Mit 21 Jahren flüchtete sie. Der Vater erklärte Fatma für tot und erzählte Freunden und Bekannten, dass sie gestorben sei. Mit der Mutter blieb sie heimlich in Kontakt. 20 Jahre vergingen, bevor sie wieder die Familie besuchte und mit ihrem Vater sprach. Heute befasst sich Fatma Bläser als erfolgreiche Autorin mit dem Thema Zwangsehe. Das Kamerateam begleitet Fatma Bläser in die Türkei, wo sie in den Kurdengebieten recherchiert. Diese Gegenden sind besonders streng religiös geprägt. Hier besuchen wir eine Hochzeitsfeier. Die Braut trägt ein weißes Kleid. Der Bruder, der für ihre Unversehrtheit verantwortlich ist, bindet ihr ein rotes Band – Symbol der Jungfräulichkeit – um die Hüfte. Bei der Auswahl des Ehemannes hatte die junge Frau, der man ansieht, wie unglücklich sie ist, kein Mitspracherecht. Erschwerend kam in ihrem Fall noch dazu, dass der eigentlich vorgesehene Bräutigam kurz vor der Hochzeit starb. Da die beiden bereits verlobt waren, muss sie nun seinen Bruder heiraten, um die Ehre der Familien zu retten. In Ostanatolien treffen wir auch Nebahat Akkoc , die das einzige Frauenhaus in Diyarbakir leitet, und besuchen ein Grab: Als El Fatiha Semse Allak dagegen aufbegehrte, dass ihre Familie Macht über ihr Leben, ihren Körper und über ihre Sexualität ausübte, wurde sie gesteinigt – sie hatte die Ehre der Familie verletzt. Zwangsehen und Ehrenmorde gibt es nicht nur im tiefsten Anatolien, es gibt sie auch in Deutschland. Familien schicken meist die jüngeren Söhne zum Morden, da für sie noch das Jugendrecht gilt. Die Polizei kann gefährdete Mädchen zwar in gesicherten Wohnungen unterbringen und die Jugendämter entziehen Eltern zuweilen das Sorgerecht. Aber wenn die jungen Frauen volljährig sind, müssen sie allein zurechtkommen und manchmal droht ihnen sogar die Abschiebung. Was bleibt, ist die permanente Bedrohung. Der brutale Ehrenmord an der 23-jährigen Hatun Sürücü, Mutter eines fünfjährigen Jungen, im Februar 2005 in Berlin, hat uns das drastisch vor Augen geführt. Gesamte Folge als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/folge.htm/...)! Gemeinsame Bilder als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/img/...)! |
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