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Wellen aus Luft und Licht - Heinrich Hertz


Inhalt

Im Vor- und Nachspann des Films sehen wir Schlittenhunde mit ihrem Begleiter, der durch die Einsamkeit der Eiswüste zieht. Per Satellitenfunk ist es ihm möglich, von einer kleinen, schnell aufgebauten Station zu telefonieren.
Das wäre nicht möglich ohne die weitreichende Erfindung von Heinrich Hertz , der jedoch selbst den praktischen Nutzen seiner Forschungsergebnisse nicht mehr erlebte. Heinrich Hertz wuchs in einer wohlhabenden Hamburger Familie auf. Der Film zeigt Familienfotos aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. In einer Spielszene sehen wir Heinrich als Kind , wie er mit Eifer in einer Schreinerwerkstatt hilft. “Das wäre ein guter Drechsler geworden!” sagte später der Schreinermeister, als Heinrich Hertz Professor wurde.
Nach dem Abitur 1877 zog er nach München, um an der dortigen Universität Maschinenbau zu studieren. Doch wurde er ständig von Zweifeln geplagt, ob diese Studienrichtung für ihn geeignet sei. Er war an alten Sprachen und antiker Kunst interessiert und durchstreifte die Münchner Museen. Schließlich entschied er sich, das Fach zu wechseln und Physik zu studieren.
“Es tut mir manchmal leid, dalß ich nicht früher gelebt habe, wo es noch so viel Neues gab. Ich glaube nicht, daß noch leicht etwas gefunden werden kann, was so umgestaltend auf die ganze Anschauungsmeise einwirkt wie in jener Zeit, wo Teleskop und Mikroskop noch neu waren.”
Heinrich Hertz wünschte sich beruflichen Erfolg und wurde nach einem exzellenten Staatsexamen bald Professor in Karlsruhe. Er heiratete Elisabeth Doll , die Tochter eines Kollegen.
Der Physiker James Maxwell hatte behauptet, daß sich das Licht und andere Energien in Wellen ausbreiten würden. Jahrzehntelang bleibt die Vermutung von der Existenz elektromagnetischer Wellen unbewiesen. Erst 1886 gelingt Heinrich Hertz der Nachweis.
Im Film wird mit alten Geräten sein Experiment nachvollzogen: Strom überspringt eine winzige Strecke zwischen zwei Metallkugeln , die die Enden eines kreisförmigen offenen Metallbügels bilden. Heinrich Hertz bringt den Beweis, daß ein Sender elektromagnetische Energie abstrahlen und ein Empfänger, also eine Antenne, diese Energie aufnehmen kann, ohne daß beide durch Kabel oder Drähte miteinander verbunden sind.
Dieser Nachweis macht Heinrich Hertz berühmt. 1889 zieht er von Karlsruhe nach Bonn, wo er eine Professur erhält. Er arbeitet viel, muß aber bald feststellen, daß seine körperlichen Kräfte nachlassen. 1893 hält er seine letzte Vorlesung . “Wenn mir wirklich etmas geschieht, so sollt ihr nicht trauern, sondern ein wenig stolz sein, daß ich dann zu den besonders Auserwählten gehöre, die nur kurz leben und doch genug leben. Dies Schicksa! hab ich mir nicht gewünscht, aber wo es mich getroffen, muß ich zufrieden sein. Und wenn mir die Wahl gelassen wäre, würde ich es vielleicht selbst gewählt haben.”
Am Neujahrstag 1894 stirbt Heinrich Hertz mit 36 Jahren an Blutvergiftung.
Seine Forschungen machten später revolutionäre Erfindungen wie die drahtlose Telegraphie, den Rundfunk und das Fernsehen möglich. Er selbst hat die praktische Nutzung seiner Arbeit nicht mehr miterleben können. So rettete 1912 beim Untergang der Titanic die drahtlose Telegraphie doch wenigstens 700 Passagieren das Leben. 1920 war die “Geburtsstunde des Rundfunks ”, und 1934 wurde das erste Versuchsfernsehprogramm ausgestrahlt.
Ein trauriges Nachwort: Heinrich Hertz' Vater wurde während der Zeit des Nationalsozialismus zum Halbjuden erklärt. Heinrich Hertz' Witwe mußte 1934 Deutschland verlassen.
Und doch, so sagt der Film, gelang es den Nazis nicht, Hertz als Einheit für die Frequenz abzuschaffen. Dazu ein Zitat von Albert Einstein: “Wenn ihr den Rundfunk hört, so denkt auch daran, wie die Menschen in den Besitz dieses wunderbaren Werkzeugs gekommen sind.”





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