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Der Traum vom Fernsehstar


Inhalt

Für die 21-jährige Anna-Vanessa wäre es ”einfach genial” ein Fernsehstar zu sein, im Mittelpunkt zu stehen. Der 23-jährige Leander träumt davon, als gefragter Charakterdarsteller eingesetzt zu werden – ”all over the world”. In der Reportage ”Der Traum vom Fernsehstar” werden diese beiden jungen Leute auf ihren unterschiedlich eingeschlagenen Wegen zur Schauspielerei begleitet.

Leander war Produktionsassistent und beschloss nach ersten Erfahrungen als Kleindarsteller in Kurzfilmen Schauspieler zu werden - gegen die anfänglichen Bedenken der Eltern. Seit zwei Jahren besucht er nun schon eine private Schauspielschule in München, für die seine Eltern monatlich über 600 Euro zahlen. Nebenbei verdient er sich etwas als Synchronsprecher oder als Kleindarsteller in Werbefilmen dazu. Ihm ist es wichtig, dass er auch in seinen Nebenjobs den Bezug zur Schauspielerei nicht verliert.

Anders Anna: Die Schülerin jobbt als Verkäuferin in einer Bäckerei und singt in einer Band, die in Kneipen auftritt. Die Eltern , die selbst als Musiker bei Hochzeiten und Jubiläen spielen, unterstützen sie. Ehrgeizig fördern sie Annas Berufswunsch, Sängerin oder Schauspielerin zu werden. Ihnen blieb die Erfüllung dieses Traums verwehrt - und Anna soll es schließlich einmal besser haben. So ist es Annas Mutter gewesen, die für sie in Zeitungen nach Castingangeboten suchte. Und sie hat ihre Tochter auch dazu ermuntert, bei dem - letztlich erfolglosen - Casting für ”Deutschland sucht den Superstar” teilzunehmen.

Leander musste zunächst einmal die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule actors in motion bestehen. Von 200 Bewerbern werden jährlich nur etwa zehn von einer Jury ausgewählt. Talent und Aussehen allein reichen nach Ansicht von Nadine von Mallinckrodt , einer der beiden Leiterinnen der Schauspielschule nicht aus, um ein erfolgreicher Mime zu werden. Vielmehr sind harte Arbeit und Disziplin gefragt.

Annas Weg ins Fernsehen verlief vergleichsweise geradlinig: Sie ging zu Castings von Reality-Shows und bekam eine Rolle als Model in der Gerichtsshow “Richter Alexander Holdt”. Nach einigen Fernsehauftritten wurde die Schülerin von einer Agentur angesprochen und zu sogenannten “Probecastings” eingeladen, bei denen täglich 25 bis 70 Interessenten vorsprechen. Anna hatte Erfolg und bekam eine größere Rolle in der Reality-Sendung “Das Geständnis”.

Während für Anna die Schauspielerei noch vor allem Spaß ist, soll sie für Leander bald zum Beruf werden. An der Filmschule belegt er die Fächer Stimmbildung, Sprecherziehung sowie Schauspieltechniken. Bei der Auswahl der Engagements würde der angehende Schauspieler auch nicht alles annehmen. Seine Grenze sind Gerichtsshows und Soaps, da - so seine Befürchtung - er sich mit diesen Sendungen auf einen bestimmten Typus festlegen würde und zu schnell “verbraucht” wäre.

Anna jedoch freut sich über die Rolle in einer Gerichtsshow. Ihr größter Wunsch ist es, in einer Doku-Soap mitzuspielen. Ein Rollenangebot hat sie bisher nur einmal abgelehnt, weil sie sich hätte ausziehen müssen. Das ist ihre Grenze.

Dass der Schauspielmarkt hart umkämpft ist, macht die zweite Leiterin von Leanders Schauspielschule, Karin Wandinger , am Ende klar: Sie ist froh, wenn von ihren derzeit zwölf Schülern einmal eine oder einer von der Schauspielerei auch wirklich leben kann.




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