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Nachahmung
Seit 1948 erforschen Wissenschaftler auf der japanischen Insel Koshima das Verhalten der dort vorkommenden Rotgesichtsmakaken. Die Tiere leben normalerweise in kleinen Gruppen mit einer ausgeprägten Rangordnung. Um sich die Beobachtung zu erleichtern und die Affen am Beobachtungsort zu halten, wurden sie mit Süßkartoffeln gefüttert. Im Jahre 1953 beobachtete man nun erstmals, wie das 1½-jährige Weibchen
Imo
eine Süßkartoffel zu einem Bach brachte, diese wusch und erst dann verzehrte. Den Waschvorgang, bei dem sie den anhaftenden Sand sorgfältig abspülte, wiederholte
Imo
in der Folgezeit regelmäßig. Wenige Wochen später hatten auch
Imos
Mutter und einige wenige Spielgefährten dieses Verhalten übernommen. 1957 wuschen dann aber bereits 15 Affen und 1962 sogar 42 von den 59 Tieren der Beobachtungsgruppe ihre Süßkartoffeln vor dem Verzehr. Nur die ranghohen erwachsenen Männchen übernahmen das Verhalten nicht. Erst bei den nachfolgenden Generationen säuberten alle Tiere ihre Kartoffeln. Das durch Nachahmung erlernte Verhalten war so zur Tradition geworden.
Bei einer anderen Gruppe von japanischen Makaken konnte man eine ähnliche Traditionsbildung beobachten: Einzelne junge Tiere fanden heraus, dass besonders im kalten Winter das Baden in warmen Quellen sehr angenehm ist. Auch hier ahmten in der Folgezeit vor allem rangniedere Tiere dieses Verhalten nach.
Das Lernen durch Nachahmung ist abhängig vom Zuschauen und Abgucken. Es ist an die jeweilige Situation gebunden. Nur in dieser Situation werden die Informationen weitergegeben.
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