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Tiergesellschaften - 1. Sozialverhalten bei Tieren


Inhalt

Der Film gibt vor allem am Beispiel der Menschenaffen einen Einblick in natürliche Verhaltensweisen von Tieren. Er zeigt zudem an ausgewählten Exempeln, wie der Mensch versucht, tierisches Verhalten in seinem Sinne zu beeinflussen. Die Sendung, die auch auf die Begründer der Verhaltensbiologie eingeht, gliedert sich in fünf Sequenzen:
Tierdressur und ihre Folgen
Dressuren widersprechen normalerweise völlig dem natürlichen Verhalten von Tieren. Elefanten , die Wasserski fahren oder Fußball spielen, Schimpansen , die rauchen oder eine Fernsehsendung "moderieren", wurde nur durch Zwang oder Belohnung dazu gebracht, sich so untypisch für ihre Art zu verhalten. Welche gefährlichen Folgen das Aneignen menschlicher Verhaltensmuster für die Tiere haben kann, belegen Tiere, die lange in Gemeinschaft mit dem Menschen lebten. So müssen etwa Orang-Utans bei ihrer Auswilderung ihre natürlichen Verhaltensweisen – wie das Futter suchen oder das Hangeln – erst mühsam lernen. Nur so können sie dann nach einiger Zeit in der Wildnis dann vielleicht überleben.

Erforschung des tierischen Verhaltens
Zu den Begründern der vergleichenden Verhaltensforschung zählen Konrad Lorenz (1903 -1989) mit seinen Versuchen zur Prägung von Tieren und Karl von Frisch (1886 – 1982), der unter anderem die Sprache der Bienen erforschte. Auch Wolfgang Köhler (1887 – 1967) trug mit seinen Experimenten zum einsichtigen Lernen (Video offline, Hilfe zum Real-Player) bei Schimpansen zur Entwicklung der Verhaltensforschung bei. In den letzten Jahren sind nun besonders die Ursachen und die unterschiedlichen Aspekte tierischen Sozialverhaltens stark in den Blickpunkt der empirischen Forschung gelangt. Die Wissenschaftler beschäftigen sich dabei mit den unterschiedlichsten Tierarten. Von den staatenbildenden Insekten wie Bienen und Ameisen , über Zugvögel und Fische bis hin zu den Säugetieren werden Verhaltensmuster der Paarbeziehung, der Gruppenbildung oder der Feindabwehr untersucht. Die verschiedenen Formen dieses Sozialverhaltens dienen dabei sowohl dem Leben als auch dem Überleben des einzelnen Individuums.

Natürliches Sozialverhalten
Nicht nur bei in der freien Wildbahn lebenden Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas regeln bestimmte Verhaltensweisen die Beziehungen der Tiere untereinander. Bei den Menschenaffen äußert sich dieses Sozialverhalten unter anderem in Streit und Aggression, in Zuneigung und Sex, in der Pflege und Aufzucht der Jungen, in der Nahrungsbeschaffung, dem Werkzeuggebrauch und der Selbstmedikamentation in Krankheitsfällen. Allerdings zeigen sie, je nach Art, dabei deutlich unterschiedliche Verhaltensmuster. Während Orang-Utans Einzelgänger sind, lebt ein Gorillamännchen in einer haremsähnlichen Gruppe mit mehreren Weibchen zusammen ( polygynes System). Schimpansen bilden streng hierarchisch aufgebaute Großfamilien. Das Sozialverhalten vieler Tiere ist genetisch bestimmt. Aber je höher entwickelt ein Lebewesen ist, umso größer werden die Verhaltensanteile, die erlernt und innerhalb der Gruppe modifiziert, verbessert und weitergegeben werden können.

Auswirkungen der Verhaltensforschung
Die Ergebnisse der tierischen Verhaltensforschung führen immer mehr dazu, diese auch bei Haus- oder Zootieren anzuwenden. Hühner werden heute schon vielfach nicht mehr in engen Legebatterien , sondern artgerecht gehalten. Dies trifft auch auf andere Nutztiere wie etwa die Schweine zu. Auch bei der Haltung von Wildtieren im Zoo und der Gestaltung von Tierhäusern in zoologischen Gärten berücksichtigt man die Erkenntnisse über die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere. Und erfolgreiche Tiertrainer arbeiten inzwischen längst nicht mehr nur nach dem Belohnung-Strafe-Prinzip. Auch sie nutzen bestimmte Verhaltensweisen, zum Beispiel den Spieltrieb oder Unterwerfungsrituale, für ihre Dressuren.

Kommunikation im Tierreich
Eine grundlegende Voraussetzung für jedes soziale Zusammenleben ist die Fähigkeit zur Kommunikation . Die einzelnen Mitglieder einer Gruppe müssen sich verständigen können. Dazu verfügen auch Tiere über Sprachen. Allerdings darf man diese nicht im Sinne einer menschlichen Sprache verstehen. Viele dieser Tiersprachen bleiben der Wahrnehmung unserer Sinne verborgen. Selbst Vögel - wie etwa die Kolkraben - die gut verständliche menschliche Laute (Video offline, Hilfe zum Real-Player) hervorbringen, können dennoch nicht mit dem Menschen kommunizieren. Allerdings gibt es schon seit einiger Zeit (beispielsweise bei Schimpansen oder Orang-Utans) Erfolg versprechende Versuche, eine Zeichensprache zu entwickeln, die eine Verständigung zwischen Mensch und Tier ermöglicht.




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