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Von Rom zum Rhein - Die Römer - 1. Baumeister der abendländischen Zivilisation
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Fakten I Römische Badekultur Die großen Stadtbäder der römischen Kaiserzeit waren nicht nur ein Ort, den man zum Baden aufsuchte, sondern sie waren auch eine Stätte für Sport und Unterhaltung, Bildung und Erholung. Am Beispiel der Caracalla-Thermen in Rom veranschaulicht unser Film die Badekultur. Die Reste der riesigen Thermen, die Kaiser Caracalla bauen ließ, bezeugen das Können der Baumeister im 3. Jahrhundert n. Chr. und vermitteln eine Vorstellung vom Luxus jener Zeit. Zwei Drittel des umbauten Raumes der Thermen waren dem Baden vorbehalten, ein Drittel diente sportlichen und kulturellen Beschäftigungen. Der eigentliche Betrieb begann um die Mittagszeit. Die Besucher konnten zunächst die Gartenanlagen genießen, dann kleideten sie sich im Apodyterium aus. Das wenige, was sie trugen (Toga und Tunika), konnte leicht in den Fächern an der Wand untergebracht werden. Mit Holzsandalen, Striegel und Balsamfläschchen ausgerüstet, stürzte man sich ins Badevergnügen. Üblicherweise badeten die Römer in der Reihenfolge heiß - kalt, so daß zuerst der Schwitzraum ( Sudatorium ) aufgesucht wurde. Erholung vom Schwitzen fanden sie in einem mäßig warmen Raum, dem Tepidarium , wobei sie entweder in einem Becken oder auf einer gewärmten Bank saßen. Von hier aus führte der Weg ins Heißwasserbad, Caldarium . Hier hielt man sich länger auf und erfrischte sich schließlich im Kaltwasserbad, dem Frigidarium . Wer nun heiß, warm und kalt gebadet hatte, ging entweder ins Kaltwasserbecken ( Natatio ), um zu schwimmen, auf eine Terrasse, um ein Sonnenbad zu nehmen, oder zum Sport auf den Palästren, wo man ringen, boxen oder Gymnastik treiben konnte (hier ein Wandmosaik aus den Caracalla-Thermen in Rom, das einen Athleten zeigt). Die Caracalla-Thermen verfügten auch über ein Stadion mit Sandplätzen. Hier konnten sich die Römer im Laufen, Diskuswerfen und Springen trainieren. Das Schwimmtraining absolvierten die Badegäste in der großen Schwimmhalle . Heute sind nurmehr Reste erhalten, aber so könnte die Kuppel ausgesehen haben. Es gab Würstchenverkäufer und Imbißstuben, ruhiger gelegene Räume boten Gelegenheit für Gespräche. Auch Bibliotheken und Vortragssäle wurden in den Thermen eingerichtet. Derartige Bäder - wenngleich nicht in diesen Ausmaßen und in dieser Ausstattung -waren überall im Imperium Romanum zu finden (hier eine Rekonstruktion des Bades von Gauting ). Jedes Kohortenkastell, fast jede villa rustica hatte ein Bad. Einen Einblick in das bunte Treiben verdanken wir dem Philosophen Seneca . Wo die Möglichkeit bestand, nutzten die römischen Bauherren heilkräftige warme Mineral- und Thermalquellen. Kein Wunder also, daß Wiesbaden, Baden-Baden und Badenweiler bereits zur Römerzeit Kurorte waren. |
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