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Seht einmal, da steht er! - Die Geschichte des Struwwelpeter


Heinrich Hoffmann – Leiter einer Anstalt für Irre und Epileptische

Mit 42 Jahren erhielt er die leitende Stelle des Arztes an der „Anstalt für Irre und Epileptische“. „Ich bin Arzt am Irrenhaus dahier. Ich finde volle Befriedigung in diesem Beruf ...Wahrlich, die Schmerzen des Körpers können zur Verzweiflung treiben, aber gräßlicher, entsetzlicher sind die Schmerzen, unter denen sich die Seele des Geisteskranken windet.“ Er zog mit seiner Familie in die Anstalt um, damit er jederzeit abrufbereit sein konnte.
Hoffmann war ein aktives Mitglied der Gesellschaft, was sich in seinen zahlreichen Mitgliedschaften in den verschiedensten Verbänden ausdrückt. Er nahm am „Ersten deutschen Sängerfest“ (1835) teil, gehörte einer Freimaurerloge an, war Mitglied im Stadel-Verein, gründete den Bürgerverein und wurde in das Vorparlament der Frankfurter Paulskirche gewählt.
Sein beruflicher Umgang mit Kindern brachte ihn zu der speziellen Art des Zeichnens.
Wenn verzweifelte Kinder bei seinem Anblick zu schreien anfingen,
„... nahm ich rasch das Notizbuch aus der Tasche, ein kleiner Bub wird mit dem Bleistift schnell hingezeichnet und nun wird erzählt, wie sich der Schlingel nicht die Haare, nicht die Nägel schneiden lässt... Das frappiert den kleinen Desperaten derart, dass er schweigt, hinschaut und mittlerweile weiß ich, wie es mit dem Pulse steht, wie seine Temperatur sich verhält... und der Zweck ist erreicht“.
Als Arzt hatte Hoffmann zahlreiche Kinderpatienten mit Brandverletzungen zu behandeln, Brandunfälle waren damals an der Tagesordnung. 1848 wurden die Phosphorzündhölzer von dem Chemiker Rudolf Christian Böttger erfunden; damit trat ein neuer Typ von Brandverletzungen auf. Hoffmann selbst hatte als Kleinkind auch seine eigenen Erfahrungen mit dem heißen Herd gemacht und Narben davongetragen. Für ihn war „Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug“ ( 1 2 3 4 ) sicher aus dem Wunsch heraus entstanden, Kinder vor Unfällen zu bewahren. Zehn Jahre nach Erscheinen des „Struwwelpeter“ griff er das Thema nochmals auf in der Geschichte „Vom Fünklein, das spazierenging“. Hoffmann beteiligte sich auch an der Spendensammlung für den Aufbau der Stadt Hamburg, die bei einem Brand zur Hälfte in Schutt und Asche versunken war. Das brennende Paulinchen steht heute als Brunnenfigur an der Frankfurter Hauptwache.




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