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Hexentanz und Welttheater - Carl Orff


Inhalt

Die Sendung enthält szenisch gestaltete Werkausschnitte aus Kompositionen von Carl Orff und geht auch auf das Orffsche Schulwerk ein. Außerdem zeigt sie Biographisches und reisst zum Schluss ein aktuelles Problem an, das des kommerziellen Umgangs mit Orffscher Musik.

Nachdem im Vorspann Carl Orff selbst eine Stelle aus einer Hexenszene (Audio online, Audio offline, Hilfe zum Real-Player) seines Weihnachtsspiels spricht und damit bereits darauf hingewiesen wird, welche bedeutende Rolle der Rhythmus der Sprache in seiner Musik einnimmt, beginnt der Film mit den Carmina Burana. Er informiert über das Kloster Benediktbeuren als Fundort der Liederhandschrift und die damit verbundene Namensgebung. Die erste Szene aus Jean Pierre Ponnelles filmischer Realisierung der Carmina zeigt das Verlangen der Menschen nach einem günstigen Stand des Glücksrades , also nach dem Entgegenkommen der launischen Schicksalsgöttin Fortuna, die sie letzten Endes immer wieder betrügt.

Darauf folgen Informationen zur Biographie. Godela Orff , seine Tochter, gibt eine Charakterisierung seiner Person. Außerdem wird klargemacht, dass Carl Orff als geborener Münchner - im Stadtteil Neuhausen und in Diessen am Ammersee entstanden die meisten seiner Werke - der bayrischen Heimat sehr verbunden war und damit vor allem der bayrischen Sprache (das Bild zeigt Orff in seiner Neuhausener Wohnung).
Bayerische, daneben mittelhochdeutsche, altfranzösische und lateinische Texte liegen Orffs Kompositionen zugrunde.
Auf der anderen Seite aber regen ihn Stoffe aus der griechischen Mythologie und damit zusammenhängend auch die Sprache Hölderlins zu Werken wie Antigonae an.
Im Film wird nun nach einem kurzen Ausschnitt aus Antigonae Orffs leidenschaftliche Verbundenheit mit dem Theater angesprochen, indem die Sängerin Colette Lorand eine anschauliche Darstellung von der Bühnenarbeit des Komponisten gibt.

Danach wird auf Die Bernauerin eingegangen. Als Bürgerliche verurteilte sie ihr Schwiegervater aus Gründen der Erbfolge 1435 zum Tode und ließ sie bei Straubing in der Donau ertränken. In der gezeigten Szene kommentieren die Hexen (Video online, Video offline, Hilfe zum Real-Player) die Hinrichtung mit magisch bayrischer Sprache. Die Bernauerin wird von ihnen verurteilt, verwünscht und mit Häme bedacht. 1947 wurde das Stück uraufgeführt, Orffs Tochter Godela spielte die Bernauerin.

Nach Aussagen seiner Tochter entzieht sich Orff selbst jedem möglichen Martyrium im Dritten Reich; er geht vorsichtig immer den konfliktlosen Weg. Dabei verurteilte Orff entschieden das Nazi-Regime, und mit seinen Kompositionen kam er in NS-Kreisen bei weitem nicht immer gut an, auch nicht mit seinem Schulwerk, in dem man einen Rückfall in Rhythmen sah, die denen sogenannter primitiver Naturvölker ähnlich zu sein schienen.

Gertrud – seine zweite Frau – und Carl Orff äußern sich ausführlich im Film zur künstlerischen, pädagogischen und auch therapeutischen Intention des Orffschen Schulwerks und zu den Besonderheiten des Erziehungsstils, die es impliziert.

Zum Schluss wird auf die Problematik der Kommerzialisierung Orffscher Musik, im besonderen von O Fortuna, am Beispiel der Werbung eingegangen. Godela Orff deutet auch die Verwendung des Liedes bei Boxkämpfen von Henry Maske an.






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