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Neue Heimat Deutschland - 7. Kinder auf der Flucht


Inhalt

7. Kinder auf der Flucht

Flüchtlingsschicksale – dass davon viele Kinder und Jugendliche betroffen sind, wird oft vergessen. Auch in Bayern stranden immer wieder so genannte UMFs - unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. In vielen Fällen sind es schiere materielle oder politische Not, die Eltern veranlassen, ihre Kinder in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in ein anderes Land zu schicken und dafür Tausende Euro an Schlepper zu bezahlen. Nicht selten handelt es sich um Folteropfer, körperlich oder seelisch verstümmelte junge Menschen. Wie nicht anders zu erwarten, kommen sie aus den Krisengebieten dieser Erde: Afghanistan, Irak, Sierra Leone, Äthiopien…

In Erstaufnahmestellen werden die Kinder zunächst mit dem Notwendigsten ausgestattet. Sie erhalten Verpflegung, eine Wohnmöglichkeit und einen Deutschkurs. Es folgt das Asylverfahren. Für Minderjährige, noch dazu ohne familiäre Unterstützung, ist der bürokratische Hürdenlauf in einem fremden Land eine harte Belastung. Erschwerend kommt hinzu, dass viele staatliche Unterkünfte für Erwachsene eingerichtet wurden und Minderjährige darin wie Fremdkörper wirken. Kritiker wie Unicef Deutschland bemängeln aber vor allem, dass Flüchtlinge ab 16 Jahren im Asylverfahren wie Erwachsene behandelt werden. Die Angst vor Abschiebung ist damit ständiger Begleiter der jungen Menschen – auch wenn betont wird, dass die Behörden in Härtefällen bei der Rückführung in das Herkunftsland Zurückhaltung üben.

Auch in sozial-psychologischer Hinsicht stehen junge Flüchtlinge vor einer großen Hürde: Sie merken sehr schnell, dass sie in Deutschland nicht erwünscht sind. Asylanwälte bemängeln, dass sich Gesellschaft und Staat nicht für Einzelschicksale interessieren. Geflüchtete Kinder betrachtet man lediglich als „abstraktes Gesamtproblem“, das sich zudem durch späteren Familiennachzug noch verschärfen könnte.

Nach ihrer Flucht kommen die Kinder zumeist verwirrt und traumatisiert an, wie eine Mitarbeiterin von Refugio München berichtet (Video online, Video offline, Hilfe zum Real-Player) . Die fremde Umgebung wirkt auf die Kleinen bedrohlich. Psychologen beobachten oft eine starke seelische Blockade. In staatlichen Stellen und privaten Projekten versucht man, den Kindern zu helfen. Eine der Initiativen ist das Münchner „Schlau-Projekt“ .





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