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Neue Heimat Deutschland - 6. In Russland Deutsche - in Deutschland Russen


Inhalt

6. In Russland Deutsche – in Deutschland Russen

Seit den 1990er Jahren sind Hunderttausende Spätaussiedler aus den GUS-Staaten in die Bundesrepublik eingewandert. Sie erhielten die deutsche Staatsbürgerschaft. Viele von ihnen kamen nach Bayern. Am Beispiel Ingolstadts gibt die Sendung Einblick in die Abläufe der Eingliederung und zeigt Integrationsprobleme auf.

Erste Anlaufstation für die Neuankömmlinge ist ein Übergangswohnheim . Zu den Eingliederungsmaßnahmen gehört auch ein sechsmonatiger Pflichtsprachkurs. Die Einwanderer mussten zwar vor der Aufnahme im Herkunftsland einen Sprachtest ablegen, doch das heißt noch lange nicht, dass sie wirklich deutsch können. Vor allem die jüngeren Zuwanderer bringen in der Regel nur rudimentäre Kenntnisse über deutsche Kultur und Sprache mit.

Die staatlichen Integrationsmaßnahmen helfen zwar über Startschwierigkeiten hinweg, garantieren aber keine soziale Eingliederung. Häufig stellt sich eine Art Ghetto-Bildung ein, die auch im Ingolstädter Pius-Viertel zu beobachten ist. Vor allem die jungen Aussiedler bleiben in der neuen deutschen Gesellschaft oft unter sich und haben nur wenig Kontakt zu Einheimischen. Ironie der Geschichte: In Russland waren sie „Deutsche“, in ihrer neuen Heimat gelten die Spätaussiedler als „Russen“. Nicht selten begegnet man ihnen mit Misstrauen.

Hürden bestehen zum Teil auch bei der Eingliederung in die Arbeitswelt, denn Schul-, Universitäts- oder berufliche Abschlüsse aus den Herkunftsländern werden in Deutschland meist nicht anerkannt. Die Folge: Viele hochqualifizierte Migranten müssen hier weit unter ihren Fähigkeiten arbeiten oder finden gar keinen Job.

Isolation, Arbeitslosigkeit – Faktoren, die vor allem junge Russlanddeutsche zum Griff zur Flasche verleiten oder in die Kriminalität treiben. Kommunale, kirchliche und private Initiativen versuchen gegenzusteuern. So hilft in Ingolstadt das Evangelische Aussiedlerforum aus den ärgsten Nöten.






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