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Namenstage im März


Fakten II

Der hl. Kastulus
Gedächtnistag: 26. März

Kastulus gehört zu den frühen Blutzeugen der katholischen Kirche, die unter Diocletian (geb. um 240, gest. 313, reg. 284-305) wegen ihres Glaubens hingerichtet wurden. Was wir von seinem Leben wissen, ist nur durch die Märtyrerakten und fromme Überlieferungen bezeugt, andere, nicht religiöse Quellen fehlen.

Der Legende nach lebte Kastulus um 300 n. Chr. und bekleidete das Amt eines Speisemeisters ( zetarius palatii ) am Hof des römischen Kaisers Diocletian. Als sein Dienstherr die Christen verfolgen läßt, bringt Kastulus einige seiner Glaubensbrüder vor dem Zugriff der Häscher in Sicherheit. Da er aus seinem Glauben kein Hehl macht, wird er beim Präfekten angezeigt. Er weigert sich, seinem Gott abzuschwören, weshalb ihn der Richter martern und schließlich in einer Grube an der römischen Via Labicana bei lebendigem Leib begraben läßt.

Über dem Ort seines Martyriums wird bereits im siebten Jahrhundert ihm zu Ehren eine Kirche errichtet.
Die Gebeine des Heiligen werden zunächst in Rom (nach anderen Quellen in Pavia) aufbewahrt und von dort vermutlich gegen Ende des 8. Jhs. nach Moosburg bei Freising übertragen.
Dort ist die Präsenz von Kastulus-Reliquien für das Jahr 807 bezeugt; spätere Berichte, die die Übertragung der Gebeine auf das Jahr 826 datieren, sind damit legendär.
Im 15. Jahrhundert wird die romanische Apsis des Moosburger Kastulus-Münsters abgetragen, um einem spätgotischen Neubau des Chors zu weichen. Beim Abbruch des alten Hochaltars stoßen Handwerker am 21.8.1469 auf die Gebeine des hl. Kastulus, die wenig später, am 19.10.1469 auf den neuen Hochaltar übertragen werden.
Bis heute ruhen Teile der sterblichen Überreste des Heiligen in einem Reliquienschrein , den eine Kastulusfigur ziert, unter dem Hochaltar.
Der andere, weitaus größere Teil der Kastulus-Gebeine wurde am 15.5.1604 in feierlicher Translation nach St. Martin in Landshut übergeführt.


Patronate

Kastulus wird vor allem in Bayern verehrt, wo ihn die Jäger um Schutz gegen Krankheiten wie Rotlauf anrufen.


Brauchtum

Vor allem in Altbayern haben sich zahlreiche Kirchen unter den Schutz des heiligen Kastulus gestellt und sich nach ihrem Patron St. Kastl benannt. Von der großen Beliebtheit des Heiligen und seiner Verehrung zeugen die bis auf den heutigen Tag abgehaltenen Kastulus-Wallfahrten.
Jeden ersten Sonntag nach den großen Sommerferien machen sich Fußwallfahrer der Pfarrei Manching / St. Peter auf den Weg nach St. Kastl, einer kleinen Kapelle bei Langenbruck (südl. v. Ingolstadt), wo sie gemeinsam die Messe feiern und eine Wallfahrtspredigt hören. Die Kastulus-Reliquien dieser Kapelle brachte der Ritter Walperich von Fahlenbach um 1037 von einer Kreuzfahrt mit. Dadurch wurde die Kirche St. Kastulus Ziel einer regen Wallfahrt. In den napoleonischen Kriegen wurden die Reliquien und die reichen Opfergaben der Pilger geraubt.

Legende
In der dem heiligen Kastulus geweihten Hauptkirche zu Landshut hängt mit silberner Einfassung ein runder Stein in Gestalt eines Brotes, in dessen Oberfläche sich vier kleine Höhlungen befinden. Davon geht folgende Sage:
Kurz vor seinem Tode kam der heilige Kastulus als ein armer Mann zu einer Witwe in der Stadt und bat um ein Almosen. Die Frau hieß ihre Tochter, das einzige Brot, das sie noch übrig hatten, dem Dürftigen zu reichen. Die Tochter, die es ungern weggab, wollte vorher noch eilig einige Stücke abbrechen, aber in dem Augenblick verwandelte sich das dem Heiligen schon eigene Brot in Stein, und man erblickt noch jetzt darin die eingedrückten Finger deutlich. (Grimm, Deutsche Sagen, Nr. 241)


Ikonographie

Die Darstellungen zeigen Kastulus entweder als römischen Würdenträger in Tunika und Mantelpallium oder als Ritter mit Schwert, Banner und bewimpelter Lanze.
Sein persönliches Attribut ist der Spaten als Hinweise auf den Tod durch Verschütten, seltener ein Baum als Nachhall verschiedener Legenden, nach denen er, kopfunter an einen Baum gebunden, gefoltert wurde.





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