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Rupert Mayer
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Namenstage im November


Fakten I

Pater Rupert Mayer

Rupert Mayer wurde am 23.1.1876 in Stuttgart als Sohn eines Kaufmanns geboren . Zunächst studierte er Philosophie in München, entschied sich aber bald für das Studium der Theologie. Zum Priester wurde er im Rottenburger Priesterseminar ausgebildet und am 2.5.1899 geweiht.

Dem Jesuitenorden trat der junge Priester am 1.10.1900 bei und zog als “Volksmissionar” durch Deutschland, Holland und Österreich. 1912 berief ihn Kardinal v. Bettinger nach München. Hier kümmerte sich Mayer vor allem um Zuwanderer und legte den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Familienseelsorge .

Im ersten Weltkrieg diente er zunächst als Sanitätshelfer, später als Divisionspfarrer . Stets bei “seinen” Soldaten an der Front, zeichnete er sich durch besondere Tapferkeit aus und erhielt - eine Seltenheit für Priester - das Eiserne Kreuz 1. Klasse, das er nicht ohne Stolz trug. Als er sich schützend über einen Soldaten warf, wurde er lebensgefährlich verletzt. Beinamputiert kehrte er nach München zurück, nahm seine Arbeit als Priester wieder auf und versuchte die Not der Menschen, die schwer unter der Blockade der Alliierten zu leiden hatten, zu lindern. Engagiert bekämpfte er in seinen Predigten auch den Rassen- und Klassenhaß, der gegen Kriegsende und vor allem während der Revolutionswirren in München hochschwappte.

1921 ernannte ihn Kardinal Faulhaber zum Präses der Marianischen Männerkongregation. Dank seiner regen Tätigkeit galt er schon bald als “Männerapostel” und “Apostel Münchens”. Er hielt bis zu 70 Predigten pro Monat und “erfand” 1925 den legendären Bahnhofsgottesdienst . Weil viele Münchner den arbeitsfreien Sonntag im Münchner Umland verbrachten, und die Landeshauptstadt mit dem Zug verließen, predigte er Sonntags mehrmals zwischen 3 Uhr und 18.00 Uhr in einer Halle des Hauptbahnhofs.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wandte sich Mayer in seinen Predigten gegen antikatholische Hetzkampagnen und bekämpfte die NS-Kirchenpolitik. 1937 wurde der Jesuit von der Gestapo verhaftet, aber “nur” zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Wenig später predigte Mayer in der Münchner Kirche St. Michael und betonte, daß der Mensch Gott mehr gehorchen müsse, als den Menschen. Daraufhin ließ ihn die Gestapo in die Strafanstalt Landsberg einweisen. Dank einer Amnestie Hitlers kam Mayer noch vor Ende der sechsmonatigen Haft frei. Demonstrativ ließ er sein Eisernes Kreuz in der Zelle zurück und bestieg sofort wieder die Kanzel.

Erneute Verhaftung und Verurteilung folgten. Mayer kam in das KZ Sachsenhausen und wurde sieben Monate lang in Isolierhaft gehalten. Als er nur noch 50 kg wog und in Lebensgefahr schwebte, befürchteten die NS-Machthaber, sein Tod könne Unruhen in München auslösen. Nach Absprache mit Kardinal Faulhaber wurde Mayer aus dem KZ entlassen - allerdings unter der Bedingung, daß ihm die Kirche Predigtverbot erteilt und ihn ins Kloster Ettal “verbannt”. Für Mayer kam die Verbannung einer Verurteilung gleich. Er schrieb: “Seitdem bin ich lebend ein Toter, ja dieser Tod ist für mich, der ich noch so voll Leben bin, viel schlimmer als der wirkliche Tod, auf den ich schon so oft gefaßt war”.

Im Mai 1945, nach fünf Jahren Verbannung, kehrte Mayer krank und erschöpft nach München zurück. Wieder versuchte er der notleidenden, ausgebombten Bevölkerung zu helfen, organisierte die Nahrungsmittelversorgung und beschaffte Unterkünfte für Flüchtlinge und Einheimische.

Am 1. November 1945 erlitt Mayer während einer Predigt einen Schlaganfall und starb wenig später. Zehntausende Menschen gaben dem Sarg ihr Geleit.

Am 3.5.1987 wurde Pater Rupert Mayer durch Johannes Paul II. seliggesprochen. Begründung: Seine Zivilcourage und sein soziales Engagement aus christlicher Motivation können beispielhaft sein für Menschen unserer Zeit.





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