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Drei, vier, fünf! - Der Lehrsatz des Pythagoras


Fakten zum Thema 1

Leben und Wirken des Pythagoras (1)

Als Pythagoras' Geburtsort gilt die Insel Samos . Manche im Altertum waren anderer Meinung, aber jedenfalls sahen ihn die Samier späterer Zeit als einen der ihren und bildeten ihn auf Münzen ab. Nach den zuverlässigsten Berichten ist er um 570 v. Chr. geboren, als Sohn des Mnesarchos, der nach einigen ein Graveur, nach anderen ein reicher Kaufmann war. Wunder begleiteten Pythagoras' Geburt, die vom Orakel von Delphi angesagt worden sein soll; ja der Delphische Gott, Apollon, soll eigentlich sein Vater gewesen sein. Der Junge fiel durch Schönheit und Verstand auf, und man schickte ihn zu den Weisen Pherekydes und Thales zum Unterricht.
Natürlich machte er Reisen, denn vom Altertum bis ins 18. Jahrhundert ist das Reisen die große Schule gewesen. Jemand, der mystische Lehren verkündigte, mußte sie da gelernt haben, wo die Mystik Zuhause war. Für die Griechen war das ursprünglich Ägypten, und Pythagoras mußte daher, wie Thales, dort gewesen sein. Später, als die Griechen die chaldäische Astrologie kennen lernten, mußte ihn der Großkönig Kambyses aus Ägypten nach Babylon mitgenommen haben.
Aber warum soll er nicht in fernen Ländern gewesen sein? In Ägypten gab es griechische Kolonisten. Babylon war weiter weg, aber es war schließlich die Metropole der Welt. Der Sohn einer Insel, die von Handel und Seefahrt lebte, kann weit herumgekommen sein und dabei mehr als irdische Güter erworben haben. Eine Statue, deren Original Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. entstanden sein muß, zeigt ihn mit dem Turban der Orientalen, und nach einer jüngeren Quelle trug er die anaxyrides, die Hosen der Perser.
Nach seinen orientalischen Reisen soll Pythagoras sich zunächst als Lehrer der Samier betätigt haben, aber als er das Joch des Tyrannen Polykrates unerträglich fand, soll er die Insel verlassen haben. Er schiffte sich nach Süditalien ein, "Großgriechenland" (Magna Graecia), wie es später bei den Römern hieß. Dort gab es zahlreiche alte griechische Ansiedlungen, die bedeutendsten waren Kroton und Sybaris an der Südwestküste des Golfs von Tarent. Politisch war Großgriechenland noch nicht so weit entwickelt wie das Mutterland, wo im 6. Jahrhundert bereits der Kampf zwischen feudaler Aristokratie und kapitalistischer Demokratie im Gange war, und zwar häufig in der Übergangsphase der Tyrannis. In Kroton, wo Pythagoras sich niederließ, muß er eine gemäßigte Aristokratie angetroffen haben.



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