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Bauer, Ketzer, Kirchenmann - Die Reformen des Martin Luther


Inhalt

Der Film setzt sich zusammen aus Szenen aus einem Fernsehfilm, bei dem Schauspieler der Münchner Kammerspiele mitgewirkt haben, und Aufnahmen der Wartburg und ihrer Umgebung. Ein erklärender Text begleitet die einzelnen Sequenzen, die die wichtigsten Stationen auf Luthers Lebensweg verdeutlichen.
Im Vorspann werden die prägnantesten Momente des Films kurz zusammengefaßt und geben so dem Zuschauer schon einen starken Eindruck von dem, was das folgende Thema an Dramatik bringt.

Im Jahr 1505 gerät der einundzwanzigjährige Martin Luther in ein Gewitter, das ihn so sehr entsetzt, daß er in Todesangst gelobt :"Hilf, du liebe Sankt Anna, ich will ein Mönch werden!"

Die folgende Spielszene zeigt den Dominikanermönch Johann Tetzel beim Verkauf seiner Ablaßbriefe. "Hier seht, das ist ein Ablaßbrief. Es gibt keine Sünde, die so groß ist, daß sie nicht erlassen werden könnte. Dies ist der Schlüssel zum ewigen Leben."

Die sich anschließenden Bilder wie auch der erklärende Text stellen richtig, wofür die eingenommenen Gelder gebraucht werden. Papst Leo X. wollte den Bau der Peterskirche in Rom verwirklichen, Bischöfe, Äbte und Priester führten ein luxuriöses und kostspieliges Leben. Die Kirche benötigte Geld.
Luther reagiert erzürnt, er protestiert und heftet seine 95 Thesen an das Hauptportal der Schloßkirche zu Wittenberg .
"Es gibt keinen Geldbeutel, der so groß ist, daß er Gottes Gnade herbeizwingt. Silber und Gold sind vor Gott nichts. Wer nur damit zu Gott kommt, kommt mit leeren Händen. Wir können uns von unseren Sünden nicht freikaufen. Es kommt nur auf eines an, daß Christus durch den Glauben in Euren Herzen wohnt."

In den folgenden Spielszenen sehen wir Luther vor Papst und Kaiser. In knappen Dialogen werden die Kernsätze Martin Luthers wiedergegeben, die uns über seine Person und über seine Haltung zu Gott und der Kirche Aufschluß geben.
Auf den Vorwurf des Papstes, er ließe den Menschen ohne die Vermittlung und Hilfe der Heiligen und der Fürbitte der Jungfrau alleine, antwortet Luther: "Warum soll die Freiheit einen Christen überfordern? Sie ist für ihn und er für sie gemacht."
Luther will den Menschen sich selbst überlassen, daß er nur noch Gottes Wort und seinem Gewissen gehorcht. Er ist davon überzeugt, daß der Mensch den rechten Weg alleine findet, daß die Kirche für den Menschen eher ein Hindernis sein kann.
"Wenn der Papst die christlichen Gebote nicht befolgt, so ist er ein Antichrist." Mit diesen Worten zerreißt Luther in einer dramatischen Szene die Gesetzesbücher des Papstes und wirft sie auf einen Scheiterhaufen . Er reagiert damit auf die Verbrennung seiner Schriften.
Der Papst exkommuniziert Luther. Dieser muß auf dem Reichstag zu Worms vor Kaiser Karl V . treten. Luthers Leben steht auf dem Spiel, doch er lehnt es ab, vor dem Kaiser seine Thesen zu widerrufen, und weist auf sein Gewissen: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen."

"Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen." Luther steht zu diesen Worten, auch wenn sein Leben in Gefahr gerät.

Die nächste Szene zeigt den Überfall auf Luthers Reisekutsche durch die Soldaten des sächsischen Kurfürsten , nachdem der Kaiser über Luther die Reichsacht verhängt hat. Ein erklärender Text begleitet die folgenden Bilder von der Wartburg und verweist auf Luthers Bibelübersetzung in die deutsche Sprache als richtungsweisend für Kirche und Religion, wie auch als große Leistung für die deutsche Sprache und Literatur.

Luthers Ideen und Gedanken werden aber auch mißverstanden. Die Gemeinschaft der Gläubigen zerfällt. Es gibt Anhänger und Feinde und solche, die seineWorte falsch auslegen und raubend und mordend gegen Kirchen und Schlösser ziehen. Es sind religiöse Eiferer und Bilderstürmer, die seine Ideen in Gewalttätigkeiten verkehren.
Wir sehen im Film eine Szene, in der ein gemaltes Altarbild mit der Axt zerschlagen wird. "Wir wollen eine Kirche ohne Flitter." Teils wenden sich die Schaulustigen mit Entsetzen ab, teils klatschen sie Beifall.

Ein Streitgespräch zwischen Luther und Thomas Müntzer wird nachgestellt, in dem letzterer fordert: "Die Gottlosen haben kein Recht zu leben! Wir müssen das Unkraut ausraufen!"
Luther aber entgegnet: "Der Glaube verändert den Menschen und der veränderte Mensch verändert die Welt. Wir müssen Gottes Wort lehren, geduldig und mit Liebe."

Die Bauern berufen sich auf Luthers Wort von der Gleichheit aller Menschen und ziehen bewaffnet gegen ihre Landesherren. Zu tausenden werden sie von den gut ausgerüsteten Landsknechten der Fürsten erschlagen.
Erschüttert sieht Luther, was die Menschen aus seinem Werk, aus seiner Lehre gemacht haben. Er fühlt sich schuldig.
"Ich hatte gehofft, daß der Glaube alle zu Brüdern macht. Ich habe mich getäuscht. Die Menschen taten nicht mit. Ich habe die Macht des Wortes überschätzt. Ich wollte Kindern , die kaum laufen können, das Fliegen lehren."

Der Film endet mit einer Szene, in der Luther mit zwei Freunden zusammensitzt und die deutsche Bibelübersetzung überarbeitet. Kurz erscheint seine Ehefrau Katharina von Bora.

Der Kommentartext verweist auf die folgenden Religionskriege, die nach Luther Europa verwüsten und verändern werden. Erst mit dem 30jährigen Krieg hundert Jahre später werden sie ihren Höhepunkt und ihr Ende finden.

Im Schlußbild sehen wir eine Zeichnung von Martin Luther auf dem Sterbebett.







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