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Leben in Ruinen - Deutschland nach Kriegsende
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Inhalt Die Nachwuchsreporter Lisa, Sidney und Tobi planen einen Schülerzeitungsartikel über das Leben der Einwohner Münchens in ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Zunächst recherchieren sie in Bibliotheken und verschaffen sich einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörungen nach den Angriffen alliierter Bomber auf Hitlers „Hauptstadt der Bewegung“. Über die Hälfte der Münchner Bausubstanz war 1945 zerstört, die Altstadt zu 75 Prozent vernichtet. Mehr als fünf Millionen Kubikmeter Schutt lagen herum. Fotos zeigen Ruinen , Menschen bei Wiederaufbauarbeiten und bei Schwarzmarktgeschäften . Anschließend besuchen die Schüler einen Zeitzeugen, den bekannten Kinderbuchautor Ali Mitgutsch . Seine Familie wurde während des Krieges „ausgebombt“ und aufs Land evakuiert. Schließlich kehrten die Mitgutschs - Ali war damals zehn Jahre alt - nach München-Schwabing zurück. Ihr Haus stand noch, zwar stark beschädigt, aber bewohnbar. Pappkartons ersetzten das zerbrochene Fensterglas, im Winter glich die Wohnung einer Eishöhle. Die Kindheit, die Ali Mitgutsch schildert, war alles andere als sorgenfrei. Der ältere Bruder hatte den Krieg nicht überlebt, Hunger und Kälte waren ständige Begleiter. Lebensmittel gab es nur auf Bezugsschein . Den Brotteig bereicherten Gras, Kartoffelschalen und Baumrinde. Zuweilen stand Molkewurst, ein Resteprodukt aus der Käsefertigung, auf dem Speisesplan. Bald litt Ali an Mangelerscheinungen, die die Mutter mit Lebertran, der nur schwer zu beschaffen war, bekämpfte. Ali und seine Freunde spielten in den Ruinen, hantierten mit herumliegender Munition und klopften Steine, die sie für ein paar Pfennige verkauften. Alis wertvollster Besitz in den Jahren 1946 bis 1948 war ein alter Maurerhammer. Solch ein Werkzeug, das die Arbeit in den Trümmern erleichterte, war im Nachkriegs-München heiß begehrt. Was sie fanden, was sie auf dem Schwarzmarkt tauschen konnten, nahmen die Kinder mit. Wem ein Gegenstand gehörte, spielte keine Rolle. 1948 hatte sich Ali ein kleines Vermögen erwirtschaftet: 500 Reichsmark. Damit hätte er sich z. B. ein Pfund Butter kaufen können. Doch dann kam die Währungsreform . Mitgutschs Papiergeld war plötzlich ebenso wertlos wie sein abgenutzter Hammer. In den Schaufenstern, die sich nun wieder füllten, sah man „Luxusgüter“ wie nagelneues Werkzeug. Wer ausreichend D-Mark besaß, konnte es kaufen. Gesamte Folge als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/folge.htm/...)! Gemeinsame Bilder als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/img/...)! |
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