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Der römische Limes - Grenzwall gegen die Germanenflut
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Inhalt Der Film ist chronologisch angelegt und beginnt nach einer kurzen Zusammenfassung optischer „Highlights“ mit dem Feldzug von Drusus und Tiberius 15 v. Chr. gegen germanische und keltische Bergvölker. Allein im Sommer dieses Jahres wurden 45 Stämme unterworfen, u.a. auch die Bewohner des Lechtals: Dieser Feldzug bildete den Auftakt zur Eroberung eines Teils von Germanien. Schon um 10 n. Chr. waren römische Handwerker auf dem Auerberg zwischen Füssen und Schongau tätig, gossen Bronze, verfertigten Glas, töpferten, spannen Wolle und webten. Ein Dolch und ein Militärgürtel bezeugen als Fundstücke, dass auch Legionäre auf dem Auerberg lebten. Bei der Musterung waren körperliche Fitness, Lesen und Schreiben und einfaches Können für den Soldaten von Vorteil. Nur bestens trainierte Legionäre beherrschten den Umgang mit Katapulten . Um der Sehne Spannung zu verleihen, wurden Seilbündel mit Hilfe von Buchsen gedreht. Alexander Zimmermann, dessen Leidenschaft es ist, das Leben der Legionäre im Experiment nachzuvollziehen, hat sie genauer untersucht. Bei einer Schlacht in der Nähe von Oberammergau zwischen römischen Legionären und einem Alpenstamm trugen solche Katapulte mit ihren durchschlagskräftigen Pfeilen wesentlich zum Sieg bei. Viele Männer unterworfener Stämme wurden zwangsrekrutiert und mit der neuen Kultur vertraut gemacht. Als Abordnung der 8. Legion des Augustus bezeichnen sich geschichtsbegeisterte Männer, die die Strapazen eines dreitägigen Marsches erprobten. Sie übernachteten wie die Soldaten bei ihren Eroberungszügen in Zelten innerhalb eines mit einem Wall umgebenen Lagers. Später lebten die Soldaten in Kastellen aus Holz und Stein. Zur Vermessung des Landes für den Aufbau einer Infrastruktur wurde ein Winkelkreuz (lat.: groma) benutzt. Straßen über die Alpen bis an den Limes zu bauen war eine logistische Meisterleistung. Bei Steigungen schlugen Soldaten Stufen und Spurrinnen in den Fels. Bald durchzog ein dichtes Netz von Verkehrsadern die neuen Provinzen. Auf ihnen konnten die Truppen rasch zu den Brennpunkten marschieren. Auch römische Kaiser besuchten die nördlichen Provinzen und stießen weit in germanisches Feindesland vor. Für ihre Siege feierten sie Triumphe. Im Film wird der Nachbau einer römischen Quadriga gezeigt, des Triumphwagens eines römischen Feldherrn. Die Germanen wandten eine Art Guerilla-Taktik an. Sie griffen an den Flanken an und zogen sich danach wieder rasch zurück. Im folgenden Abschnitt geht der Film auf verschiedene Kastelle und speziell den Limes ein. Die Saalburg im Taunus sollte als eine Art Pass-Station auch den Schmuggel von Waffen ins freie Germanien unterbinden. Vom Limes selbst sind Wall und Graben der letzten Ausbauphase noch vorhanden. Zuerst gab es einen Patrouillenweg mit Schneisen, dann Palisadenzäune. Mit der Zeit wurde der Limes eine weithin sichtbare Barriere . Allerdings hatten die Germanen schon früh Kontakte zu den Römern. Vor allem Germanenfürsten schätzten römische Luxusgüter. Exportiert wurden Honig, Pelze und blondes Haar für die Frauen. Als der Limes um 155 n. Chr. nach Norden und Osten vorgeschoben wurde, hatte das Römerreich seine größte Ausdehnung erreicht. Der Limes bildete bis nach Eining bei Regensburg eine künstliche Verbindung zwischen Rhein und Donau. Er markiert auch heute noch Flurgrenzen. Wachtturm reihte sich an Wachtturm , zuerst aus Holz, später aus Stein. Dr. Klaus Michael Hüssen erklärt im Film, dass auf einem Turm acht Mann stationiert waren, die Wache hielten. Die Türme konnten sich gegenseitig durch Horn-, Feuer- oder Rauchsignale informieren. Über die Türme wurden die Besatzungen informiert, dann konnten auch größere Truppen in Alarm versetzt werden. Die Römer hatten vom Alpenvorland aus ihr Reich zunächst bis zur Donau und später bis an den Main ausgedehnt. In Künzing (Quintana) in Niederbayern ist im archäologischen Feld ein eigenartiges, dunkles Oval erkennbar. Es kennzeichnet die Arena eines hölzernen Amphitheaters. Die Soldaten saßen auf hölzernen Tribünen und bewunderten möglicherweise die Gladiatoren. Die römischen Kaiser inszenierten Grausamkeit und Unterhaltung als Mittel der Propaganda. Auch in Mainz (Mogontiacum), Hauptstadt von Germania superior, wurde den Legionären im Theater Zerstreuung geboten. Im Untergrund des Theaters befand sich ein heiliger Bezirk für die Göttinnen Magna Mater und Isis, die aus Kleinasien eingewandert war. Nach ihrer Einweihung waren die Anhänger zum Schweigen verpflichtet. Dr. Marion Witteyer spricht in diesem Zusammenhang über drei Puppen in der Art von ‚Vodoo‘-Figuren, mit denen man magische Praktiken auszuüben versucht hat. Mit Nadeln wurden die Puppen am Sitz bestimmter Organe durchbohrt und dabei wurde wahrscheinlich eine Art Zauber oder Liebeszauber gemurmelt. Der Göttin Isis wurden Hühner geopfert. Die Innereien wurden verbrannt, das Fleisch verspeiste man. Barbara Zach , eine Paläo-Botanikerin, erläutert die Funde von Samen, Gewürzen und Speiseresten, die man in Mainz gefunden hat: Datteln, Feigen, Oliven, Schalen von Pinienkernen, Feigenkerne, Koreander und Pfeffer (piper nigrum). Pinienzapfen dienten als Räuchermittel, das Wohlgerüche verbreitete. Die Soldaten selbst aßen oft nur ein bescheidenes Mahl , das allerdings heutiger Vollwertkost ähnelt: Getreide, Speck, Bohnen. Die Zutaten waren lange haltbar und gaben Kraft für lange Märsche. Die Soldaten konnten sich auf einer Herdstelle in der Mannschaftsbaracke die Speisen selbst zubereiten. Oftmals bestand der Soldatenalltag aus Wacheschieben, Latrinenreinigen, der Pflege von Waffen und der Rüstung. Die Rüstung rostete durch Regen und Schweiß. Zum Polizeidienst abkommandierte Soldaten wachten über die Ordnung. In diesem Zusammenhang stellt der Film ein Dorf vor, das sich an einer Straße beim heutigen Obernburg befand. Es gab dort u.a. Ärzte, Steinmetzen, Töpfer, andere Handwerker und auch Prostituierte. In Werkstätten arbeiteten lokale Handwerker für den lokalen Markt und die Truppe. Kunsthandwerker verfertigten Ross-Stirnen mit Augenklappen zum Schutz der Pferde bei Reiterspielen. Die Tiere wurden in staatlichen Gestüten gezüchtet. Um den Einsatz der Pferde zu trainieren, machte die Reiterei turnierartige Übungen, Schaukämpfe und Reiterspiele , aber auch Manöver. Von Ross und Reiter wurde erwartet, dass man in voller Ausrüstung durch den Fluss schwamm. Eine solche Elite-Einheit (ein ca. 1000 Mann starkes Regiment) war z. B. in Aalen stationiert. Im Zentrum der Anlage befand sich ein Fahnenheiligtum mit Feldzeichen und Ehrengeschenken. Die Feldzeichen stifteten Identität und dienten der Orientierung in der Schlacht. Am wichtigsten war dabei der Legionsadler . Wo ein Adler verloren ging, bedeutete das eine Schmach, die das Ansehen des ganzen Imperiums beschädigte. In den Amtsstuben wickelten Schreiber und Buchhalter die Besoldung der Soldaten und die Organisation des Nachschubs ab. Die Einheit versammelte sich im Innenhof zu religiösen Zeremonien um ein Wasserbecken und einen Altar. Zu Ehren des Kaisers wurde der offizielle Kult zelebriert, der die Zusammengehörigkeit der Truppe bestärkte. So wurde am 31. August der Geburtstag des vergöttlichten Kaisers Commodus mit dem Opfer eines Ochsen gefeiert. In den Küchen der nördlichen Provinzen hielten allmählich exotische Zutaten Einzug. Mit der römischen Kochkunst kam die mediterrane Lebensart mit ihrem Brauch Gelage abzuhalten. Auf Schiffen wurden Wein, Oliven und Fische rheinabwärts transportiert. Für Pferde und Menschen war Getreide lebensnotwendig. In der Umgebung der Kastelle und Städte wurden auf kleineren und größeren Landgütern frische Nahrungsmittel produziert. Ein einheimischer Soldat leistete ca. 25 Jahre in der Hilfstruppe Dienst. Beim Abschied bekam er ein Militärdiplom ausgehändigt, das ihm das römische Bürgerrecht verlieh; er durfte auch eine Nicht-Römerin heiraten. Eine Inschrift in Gnotzheim erinnert an einen Präfekten in Niedergermanien, der in Caiazzo bei Capua zu Hause war und dort eine Ehreninschrift gewidmet bekam. Alle Kastelle hatten einen ähnlichen Grundriss. Sie maßen ca. 200 x 200 m und waren von ca. 8 m hohen Mauern umgeben. Der Grundriss wies 4 Tore auf. Im Inneren befanden sich Lazarette und Krankenstationen. Ärzte und Sanitäter kümmerten sich um die Kranken und Verletzten. Mit Skalpellen wurden Verwundungen operiert. Für chronische Beschwerden gab es Kurorte wie Badenweiler, Wiesbaden oder Bad Gögging. In seinem letzten Teil behandelt der Film die Angriffe auf den Limes und den Rückzug der Römer. Die Kaiser ließen die diplomatischen Beziehungen zu den Germanen einschlafen. Kaum wurden die Truppen nach Persien abgezogen, nutzten die Germanen die Gunst der Stunde. Von 233 bis 272 n. Chr. fielen Alemannen und andere Stämme ins Reich ein und kamen bis nach Italien. Viele Schätze wurden dabei vergraben und in Depots versteckt, so auch der Schatzfund von Weißenburg. Die Römer zogen sich aus dem Limesgebiet allmählich bis zur Donau, den „nassen Limes“, zurück. Neue Bauprogramme wurden geplant. Schon um 150 n. Chr. wurde bei Neuburg an der Donau eine monumentale Brücke mit 17 Pfeilern errichtet. Ca. 68000 Tonnen Kalkstein wurden für sie verbaut. Die Donau bildete eine leichter zu verteidigende Grenze. Neue, kleinere Festungsbauten, teilweise mit Hafenanlagen, wurden errichtet. Auf einem vorspringenden Felsen in der Nähe von Augsburg finden sich, wie der Archäologe Dr. Sebastian Gairhos erläutert, massive Mauerreste eines Kastells. Hier wurde das Vorfeld von Augsburg gesichert. Der Lech-Donau-Mündungsbereich war strategisch besonders wichtig. Bei einem Feldzug nach Süden mussten die Alemannen hier vorbei. Zusätzlich patrouillierten Soldaten entlang der Donau. Dr. Heinrich Konen von der Universität Regensburg berichtet über ein Schiff , das Althistoriker von der Universität Regensburg in mühsamer Kleinarbeit nachbauten. Es entwickelte, von Ruderern angetrieben, eine Geschwindigkeit von 5,8 Knoten. Mit solchen Schiffen wurden 380 n. Chr. Germanen, die mit ca. 3000 Einbäumen über die Donau übersetzen wollten, gestellt und vernichtet. Schließlich übernahmen Germanen die Grenzverteidigung am Limes gegen ihre eigenen Landsleute. Die Überreste eines massiven, etwa 12 m hohen Turms in Konstanz zeugen heute noch von römischer Baukunst und wurden in den Bau der Basilika mit Bischofssitz integriert. Als 476 n. Chr. das römische Reich unterging, verblieben nur noch wenige römische Soldaten im Norden. Die meisten zogen zurück in den Süden. Gesamte Folge als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/folge.htm/...)! Gemeinsame Bilder als ZIP-Datei. 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