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Kohlenwasserstoffe - 3. Kunststoffe in der Technik


Wohin mit dem Kunststoffmüll?

In den Industrieländern wird immer mehr Müll produziert. Deutschland liegt dabei mit rund 350 kg pro Jahr und Bürger im Mittelfeld . Etwa 5% ( = 1,4 Mio. Tonnen) dieses Mülls sind reine Kunststoffabfälle, vor allem aus dem Bereich der Verpackungen. Diese Abfälle stellen insofern ein Problem dar, als die meisten Kunststoffe weder durch Umwelteinflüsse noch durch Bakterien abgebaut werden. Gesetzlich ist daher inzwischen vorgeschrieben, dass ein Großteil (64%) des Abfalls aus Kunststoffverpackungen wieder verwertet werden muss. Für dieses Recycling stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung:
Sortenreine, d. h. nach Sorten getrennte Abfälle kann man einschmelzen und zu neuen Artikeln umformen. Doch der Großteil des Verpackungsmülls besteht meist aus einer Mischung der verschiedensten Thermoplaste. Werden jedoch vermischte Kunststoffe eingeschmolzen, sind die Eigenschaften der daraus gewonnenen Recyling-Produkte lange nicht mehr so gut wie die aus sortenreinen Abfällen. Aus umgeschmolzenen Kunststoffabfällen stellt man unter anderem Blumenkästen, Träger , Kompostbehälter, Parkbänke oder Schallschutzwände her.
Etwa 10% der deutschen Kunststoffabfälle kommen in Müllverbrennungsanlagen . Dort findet ein thermisches Recycling statt, bei dem man allerdings keine Kunststoffe zurückgewinnt, sondern allein Energie. Neben dem Verlust an Rohstoffen (Kohlenwasserstoffverbindungen), entstehen bei dieser Verbrennung auch Salzsäure und Dioxine, die kostenaufwändig aus der Abluft entfernt werden müssen.
Bei der sogenannten Pyrolyse werden die Kunststoffe unter Luftausschluss Temperaturen von 700 bis 800 0 C ausgesetzt. Die Kohlenwasserstoffketten zerbrechen dabei in kürzere, gesättigte und ungesättigte Bruchstücke (Monomere), die man wieder weiterverarbeiten kann. Da diese Hochtemperaturspaltung bisher aber noch nicht die erwünschte Effizienz erbracht hat, benutzt man sie heute vor allem dazu, um aus unsortiertem Kunststoffmüll gasförmige Brennstoffe zu gewinnen.
Unabhängig von ihrer Sorte können Kunststoffabfälle auch auf chemischem Weg durch katalytische Hydrierung in rohölähnliche Stoffe umgewandelt werden. In einem Hydrierreaktor reagieren die Makromoleküle unter Wirkung eines Katalysators bei hohem Druck (400 bar) und einer Temperatur von 500 0 C mit Wasserstoff. Dabei entstehen flüssige und gasförmige Kettenkohlenwasserstoffe, wie sie auch im Erdöl vorkommen. Je nach der Zusammensetzung der Kunststoffabfälle erreicht man mit der Hydrierung eine Effizienz zwischen 60 und 80%.




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