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Küchenschabe
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NaturNah - Lichtscheue Leisetreter - Kulturfolger Kakerlake


Inhalt

Herkunft und Verbreitung der Küchenschabe (Blatta orientalis)
Die Küchenschabe (Orientalische Schabe) zählt neben der deutschen und der amerikanischen Schabe zu den wohl erfolgreichsten Insekten auf unserer Erde. Insgesamt kennt man heute rund 4000 verschiedene Schabenarten und vermutlich warten noch viele auf ihre Entdeckung.
Ihre Spuren lassen sich über 300 Millionen Jahre zurückverfolgen, wie Abdrücke aus der Steinkohlenzeit belegen. Ihre ursprüngliche Heimat sind die tropischen und subtropischen Gebiete der Erde. Von hier aus haben sich die genügsamen und äußerst anpassungsfähigen Insekten inzwischen mithilfe von Schiffen, Flugzeugen und anderen Transportmitteln weltweit ausgebreitet. Insbesondere in der Umgebung des Menschen fühlen sie sich als Kulturfolger wohl. Einmal eingeschleppt finden sie beispielsweise in den Wohnungen alles, was sie zum Leben und Überleben brauchen: Speisereste , Feuchtigkeit und Wärme. Unter diesen Bedingungen vermehren sie sich nahezu explosionsartig. Ein befruchtetes Weibchen der Küchenschaben genügt, um ein Millionenheer der nachtaktiven "Leisetreter" entstehen zu lassen. Da sie als Krankheitsüberträger und Auslöser von Allergien für den Menschen nicht ungefährlich sind, muss - vor allem in Großküchen oder Krankenhäusern - daher häufig der Kammerjäger mithilfe spezieller Fallen gegen sie vorgehen.

Zur Anatomie der Küchenschabe
Zwei Krallen an jedem Fußende ermöglichen es den Tieren, sich auch auf glatten und steilen Wänden oder hängend sicher zu bewegen. Mit ihren langen Fühlern orientieren sie sich tastend, riechend und schmeckend. Diese spielen auch bei der Paarung der Tiere eine große Rolle, denn mit ihrer Hilfe erkennen die Männchen kopulationsbereite Weibchen an bestimmten Duftstoffen. Die Befruchtung der Eier erfolgt im Körper des Weibchens. Die mit etwa 16 Eiern gefüllte Eitasche oder Ootheke trägt das Weibchen kurze Zeit mit sich und deponiert sie dann an einer warmen und geschützten Stelle. Während ihres Lebens legt eine Küchenschabe etwa 20 Ootheken . Das bedeutet, dass ein einziges Weibchen durchschnittlich 320 direkte Nachkommen hat.

Die Deutsche Schabe (Blattella germanica)
Die Deutsche Schabe ist kleiner als die Orientalische Schabe, aber noch flinker und gewandter als diese. Haftballen an den Füßen bewirken, dass auch für sie glatte, senkrechte Wände kein Hindernis darstellen.
Im Gegensatz zur Küchenschabe trägt die Deutsche Schabe ihren Eikokon mit sich herum und versorgt diesen bis kurz vor dem Schlüpfen der Jungen mit Nahrung und Wasser.
Ideale Lebensbedingungen finden die Tiere vor allem auf Mülldeponien. Hier leben etwa 10.000 Schaben auf einem Quadratmeter. Das bedeutet mehrere Milliarden Tiere auf einer Deponie. Schaben sind Allesfresser, doch sollte ihnen gelegentlich die Nahrung ausgehen, schrecken sie auch vor einem Kannibalismus nicht zurück.
Ansonsten können ihnen nur Winterfröste gefährlich werden. Aber auch hier zeigen Schaben eine große Anpassungsfähigkeit, denn inzwischen sind sie in der Lage, milde Winter in Kältestarre zu überstehen.

Schaben haben einen schlechten Ruf
Viele Menschen verbinden mit den Wörtern "Kakerlake" oder "Schabe" die Vorstellung von Schmutz oder Verunreinigung. Es lässt Menschen, in deren unmittelbarer Umgebung diese Tiere leben, in keinem guten Licht erscheinen. Den schlechten Ruf der Schaben überträgt man von diesen Tieren gerne auch auf einen ungeliebten Nachbarn. So nennt man die Kakerlaken in Süddeutschland "Preußen", in Norddeutschland "Schwaben", in Westdeutschland "Franzosen" und in Ostdeutschland "Russen".
Dass sich aber nicht nur Menschen, sondern auch Tiere vor Schaben ekeln, zeigt das Beispiel der Schweine. Bemerken sie Schaben in ihrem Stall, fressen sie weniger und verlieren deutlich an Gewicht.

Die Amerikanische Schabe (Periplaneta americana)
Die rotbraune Amerikanische Schabe wird bis zu 40 mm groß. Rechnet man die langen Fühler noch hinzu, so bringt sie es auf rund 80 mm Körperlänge. Auch sie orientiert sich insbesondere mit ihren Fühlern . Deshalb werden diese sehr häufig und sehr sorgfältig gereinigt . Die Antennen tragen etwa 10.000 Sinneszellen. Zudem registrieren kleine, fühlerähnliche Anhänge am Hinterleibsende selbst geringste Luftdruckunterschiede. Nur eine fünfhundertstel Sekunde verstreicht zwischen der Aufnahme eines Gefahrensignals und der Fluchtreaktion. Deshalb ist es auch äußerst schwierig die flinken Tiere zu fangen. Auch die Amerikanischen Schaben verständigen sich untereinander mithilfe von Duftstoffen, den Pheromonen, und vor allem durch Fühlerkontakt .
Wie alle heranwachsenden Insekten, so müssen sich auch die Schaben häuten . Bis zur Geschlechtsreife erfolgt dies etwa sechsmal. Dann sind sie ausgewachsen, was man auch an den Flügeln erkennen kann, die nur geschlechtsreife Tiere besitzen. Der nach jeder Häutung abgestreifte Panzer wird nicht einfach liegen gelassen, sondern recycelt, das heißt er wird aufgefressen.
Amerikanische Schaben vermehren sich extrem schnell. So produziert ein Weibchen in ihrem eineinhalb Jahre dauernden Leben etwa 60 Ootheken mit jeweils 25 Eiern . Diese legt sie an günstigen Orten ab. Das bedeutet eine unmittelbare Nachkommenschaft von 1500 Tieren.




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