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Folge 4:
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Jugend unter Hitler (4/4)


Inhalt

Informationen zur Sendereihe

In der Reihe werden die Auswirkungen der nationalistischen Herrschaft auf das tägliche Leben der Menschen geschildert: Welchen Zwängen waren sie unterworfen, was änderte sich im Alltag, was bewegte sie, mitzumachen oder sich anzuschließen, was drohte ihnen, wenn sie sich dem totalitären Zugriff der NS-Systeme zu entziehen suchten? Im Mittelpunkt der Sendungen steht die junge Generation, das heißt die Jugendlichen zwischen 1933 und 1945, ihr Leben, Denken und Tun, das von der Hitlerjugend entscheidend geprägt wurde.

Die vier Sendungen beruhen auf der ARD-Fernsehserie „Blut und Ehre“, die 1982 erstmals ausgestrahlt wurde. Unter dem Titel Titel „Blood and Honor – Youth under Hitler“ war die Serie auch international erfolgreich. Schauplatz des Geschehens ist eine deutsche Kleinstadt. Im Mittelpunkt stehen die Kinder des NSDAP-Ortsgruppenleiters, eines Sozialdemokraten und eines jüdischen Kaufmanns. Die einzelnen Folgen wurden für das Schulfernsehen stark gekürzt und unterrichtsgerecht durch historische Dokumentarteile ergänzt. Um Spielszenen und Dokumentarteile zu verklammern, wurde die gesamte Handlung des Films in die Rückerinnerung von Frau Keller, eine der Hauptpersonen, verlagert.


Folge 4: Denn die Fahne ist mehr als der Tod

1938 erreicht die Judenverfolgung in Deutschland einen neuen Höhepunkt. Das Attentat des 17-jährigen Herschel Grynspan am 7. November 1938 auf den dritten Sekretär der deutschen Botschaft in Paris, Ernst vom Rath, nehmen radikale Antisemiten um Joseph Goebbels zum Anlass, ein Judenpogrom am 9. November zu organisieren. Durch die Propaganda wird es als spontaner Sühneakt des deutschen Volkes für die Ermordung Raths dargestellt. NS-Schlägertrupps stecken 191 Synagogen in Brand , zerstören 815 Geschäfte, 29 Warenhäuser und demolieren 171 Wohnhäuser. 25.000-30.000 Juden werden festgenommen, 91 ermordet. Zufrieden spricht der Zyniker Goebbels von der „Reichskristallnacht”. Zur Behebung der Schäden müssen die deutschen Juden eine Sondersteuer von 1,12 Milliarden Reichsmark entrichten. Noch im November 1938 werden Juden aus dem Wirtschaftsleben ausgeschlossen: Geschäfte, Handwerks- und Gewerbebetriebe dürfen nur noch in der Hand von „Ariern” sein. Soweit Juden Besitzer von Betrieben sind, wird ihnen ihr Eigentum gegen niedrige Zwangspreise abgekauft. Juden dürfen keine Grundstücke mehr erwerben, ihre Aktien und Wertpapiere müssen auf einer Devisenbank deponiert werden, um „jüdischen Devisenschmuggel” zu verhindern.

Auch Hitlers Außenpolitik wird zunehmend aggressiver. Trotz der Beschwichtigungsversuche Frankreichs und Großbritanniens schürt der „Führer“ die internationale Krise. Die deutsche Jugend wird währenddessen auf den kommenden Krieg vorbereitet. Hartmut Keller machen die Märsche , der sportliche Drill und die vormilitärischen Übungen in der HJ Spaß.

Dem Vater seines Mitschülers Leo, einem Nazi-Gegner, gelingt die Flucht aus dem Gefängnis. Ernst Keller bringt ihn mit seinem Wagen zur deutsch-französischen Grenze, doch sie fallen der Gestapo in die Hände. Als Hartmut dies erfährt, bricht er mit seinem Vater - und erfährt die Verachtung von Mutter und Schwester . Nicht auf ihn, sagen sie, seien sie stolz, sondern auf den Vater.

Die Familie Kuhn leidet unter der Judenverfolgung im „Dritten Reich“. Nach der Reichspogromnacht sehen sie keine Zukunft mehr in Deutschland. Die Kuhns möchten das Land verlassen, doch nur dem Sohn Franz gelingt es, mit einem Zug nach Amsterdam auszureisen.

Schwere Familienprobleme gibt es auch bei den Mönkmanns. Groß ist die Freude, als der Vater zum NSDAP-Kreisleiter aufsteigt. Der älteste Sohn wird in die SS aufgenommen und möchte in die „Leibstandarte Adolf Hitler“, eine Elitetruppe, eintreten. Bei der dazu nötigen Ahnenforschung wird jedoch bekannt , dass die Mutter jüdische Vorfahren hat. Die Mönkmann-Söhne sind schockiert. Nunmehr in den Augen des Regimes mit jüdischen Vorfahren belastet, müssen sie ihre hochfliegenden Pläne begraben. „Wir konntest Du nur eine Jüdin heiraten!“ herrschen sie den Vater an.





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