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Die Provinz ist überall
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Inhalt Von 1924 bis 1933 lebte der Schriftsteller Ödön von Horváth die meiste Zeit im oberbayerischen Murnau . Seine Eltern hatten dort 1021 ein Grundstück gekauft und ein Landhaus errichten lassen, das im Herbst 1924 bezugsfertig war. Er diente der Familie neben der Münchner Wohnung als Sommersitz. Der kleine Marktflecken am Alpenrand mit seinen knapp 3000 Einwohnern bot dem angehenden Schriftsteller ein weites Beobachtungsfeld für seine späteren Kleinbürgerstudien. Das streng geordnete gesellschaftliche Leben im bäuerlich-mittelständisch strukturieren Murnau interessierte den Diplomatensohn, der in den Metropolen Osteuropas – Fiume, Belgrad, Budapest, Pressburg, Wien – aufgewachsen war. Als “Zugereister” und “Sommerfrischler” wurde er zunächst durchaus akzeptiert, durfte sogar an den Stammtischen der Einheimischen Platz nehmen. Horváth nutzte die Nähe, um Einblick zu nehmen in die Mentalität seiner Zeitgenossen, in die Abgründe ihres Denkens, Fühlens und Handelns in der Zwischenkriegszeit. Murnauer Örtlichkeiten, Vorkommnisse und Personen finden sich wieder in der Komödie "Zur schönen Aussicht", in dem Volksstück "Italienische Nacht", in vielen kleinen Prosaskizzen und in dem Roman "Jugend ohne Gott". In Murnau entstanden Volksstücke, die Horváth in der ganzen Welt bekannt machten: "Italienische Nacht", "Geschichten aus dem Wiener Wald", "Kasimir und Karoline", "Glaube Liebe Hoffnung". Das Verhältnis zu den Murnauern verschlechterte sich drastisch, als Horváth es wagte, sich in Murnauer Angelegenheiten zu mischen. Seine Zeugenaussage vor dem Weilheimer Amtsgericht Ende Juli 1931, wo die Saalschlacht vom 1. Februar 1931 zwischen Nationalsozialisten und sozialdemokratischen Reichsbannerleuten ihr gerichtliches Nachspiel fand, belastete die örtlichen Nationalsozialisten schwer. Horváths Ansehen in Murnau war verspielt, nur noch wenige Freunde hielten zu ihm. Eine Auseinandersetzung zwischen ihm und SA-Leuten bei der Rundfunkübertragung der ersten Hitler-Rede aus dem Berliner Sportpalast am 10. Februar 1933 zwang ihn, Murnau sofort zu verlassen. Für den Ausländer, den Zugereisten, war dort kein Platz mehr. Die Eltern verkauften im Dezember 1933 die Villa. Jahre des Umherirrens durch Europa begannen. Horváths Versuch, sich durch den Beitritt in den nationalsozialistischen “Reichsverband Deutscher Schriftsteller” mit dem nationalsozialistischen Regime zu arrangieren, schlug fehl. Bis zum Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 hielt sich der Schriftsteller überwiegend in Wien und in Henndorf bei Salzburg auf, ganz in der Nähe seines Freundes Carl Zuckmayer. Dann begann für ihn endgültig die Emigration. Seine Stationen: Budapest, Teplitz-Schönau, Prag, Mailand, Zürich, Brüssel, Amsterdam, Paris. Dort wurde Horváth am 1. Juni 1938 auf den Champs Elysées von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Der Film zeigt die für Horváths Leben und Werk bedeutenden Schauplätze. Filmausschnitte aus einigen seiner wichtigsten Theaterstücke geben einen ersten Einblick in sein literarisches Schaffen. Gesamte Folge als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/folge.htm/...)! Gemeinsame Bilder als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/img/...)! |
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