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Zeichen der Herrschaft - die Geschichte der Reichskleinodien
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Inhalt Die Sendung zeichnet die wechselvolle Geschichte der Reichskleinodien vom Beginn des 10. Jahrhunderts bis zum Fall des III. Reiches nach. Der Beitrag erklärt Insignien als sichtbare Zeichen von Herrschaft mit hoher symbolischer Aussagekraft: Sie dienen vor allem der Legitimierung, der Sicherung und der Sichtbarmachung von Herrschaft und Herrschaftsideen. Der Verlust von Herrschaftszeichen, Krone und Zepter, Lanze, Schwert, Reichsapfel und Kreuz, kam dem Verlust der Macht gleich. Deshalb waren die Insignien heiß umkämpft und wurden an wehrhaften oder magischen Orten aufbewahrt. In den Händen der Gegner verwandelten sie sich in Trophäen. Die Heilige Lanze kam 926 auf dem Wormser Hoftag von König Rudolf II. in den Besitz des Ottonenkönigs Heinrich I. Die berühmte, angeblich mit Nägeln vom Kreuz Christi ausgestattete Reliquie soll die Lanze Konstantins des Großen gewesen sein. Spätere Zeiten interpretierten sie als Mauritius- oder Longinus-Lanze. Sie diente als Herrschaftszeichen und Reliquienbehälter, stellte die Verbindung von weltlicher und geistlicher Herrschaft dar. Zusammen mit dem Schwert stand sie für die Schutzverpflichtung gegen äußere Feinde. Als Heilszeichen kamen ihr siegverheißende magische Kräfte zu. Auch die Reichskrone war nicht nur wertvolles Geschmeide, sondern kunstvoll gearbeitetes, sinnträchtiges Herrschaftszeichen. Ihr Bau war dem achteckigen Grundriss der Krönungskapelle in Aachen nachgebildet und symbolisierte die Verbindung des Himmlischen Jerusalem mit der irdischen Weltherrschaft. Die Zahl Acht stand für Vollendung und Ewigkeit: Der Kaiser sah sich als Stellvertreter Christi auf Erden, Herrschaft wurde idealisiert. Reichskrone und Lanze begleiteten den Herrscher auf seinen Wegen von Pfalz zu Pfalz zur Demonstration von Macht. Die Herrschaftsansprüche von Kaiser und Papst bestimmten die Zeit nach der Jahrtausendwende. Kaiser Konrad II. ließ um 1030 in seinen Werkstätten als Insignie ein Reichskreuz schaffen, in dessen Querarm die Heilige Lanze eingearbeitet war. So betonte er die Bedeutung der Reliquien für die Herrschaft. Bald aber gefährdeten Investiturstreit und Gegenkönige den Übergang der Insignien von einer Herrschaft zur nächsten. Zur Sicherung brachte man die Reichskleinodien auf Burgen und richtete eine eigene Reichskammer ein, in der auch weitere Kostbarkeiten wie Krönungsmantel sowie Reichs- und Zeremonienschwert aufbewahrt wurden. Gezeigt wurden die Herrschaftssymbole nur selten, nicht zuletzt um den heiligen Schauder vor der Macht zu wahren. Kaiser Ludwig der Bayer beispielsweise, der die Insignien vom habsburgischen Herrscher Friederich dem Schönen an sich gebracht hatte, stellte sie für seine Untertanen aus: So präsentierte er sich als “der von Gott erwählte wahre Herrscher”. Unter Ludwig blieb der Verwahrungsort des Reichsschatzes die St. Lorenzkapelle im Alten Hof in München. Der Wechsel der Herrschaft zog immer neue Aufbewahrungsorte nach sich: Kaiser Karl IV. brachte sie nach Prag , dann auf die Burg Karlstein. Schließlich gelangten sie “auf ewig” in die Reichsstadt Nürnberg. Einmal im Jahr, anlässlich des “Festes der Leidenswerkzeuge Christi” brachte die Stadt der frommen Bevölkerung die Reichsinsignien durch einen Heiligtumsschreier nahe: Herrschaft blieb so über ihre Symbole präsent; die Begeisterung des Volks festigte die emotionale Bindung. Die Reichsinsignien wurden zugleich zu einem Wirtschaftsfaktor, verleitete doch das Magisch-Religiöse die Gläubigen zu reger Spendentätigkeit. Anlässlich von Krönungen kamen die Herrschaftszeichen nach Frankfurt , dem Ort der Königs- und Kaiserwahlen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Der Habsburger Joseph II . schaffte den Reichsschatz nach Wien. Das Jahr 1806 schließlich brachte das Ende des Heiligen Römischen Reiches und das Ende der Reichsinsignien als Herrschaftszeichen. Adolf Hitlers Versuch, ein 1000-jähriges Reich zu installieren, und dafür auch die Insignien zu intrumentalisieren, scheiterte kläglich. Die Alliierten brachten den Schatz nach Wien zurück. Gesamte Folge als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/folge.htm/...)! Gemeinsame Bilder als ZIP-Datei. Mit -d entpacken (/img/...)! |
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