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Ganz in Schwarz - Grufties in Leipzig


Inhalt

Zu Pfingsten wird Leipzig schwarz. Seit 1992 kommen alljährlich mehrere Tausend Anhänger der Szene aus der ganzen Welt zum Wave Gotik Treffen und versetzen die Messestadt in eine Art Ausnahmezustand. Vier Tage lang lassen die Gothics ihr normales Leben hinter sich und tauchen in eine Welt ein, die Außenstehenden oft düster erscheint, aber viel lebensbejahender und fröhlicher ist, als manche denken.

Alte Hasen in der Szene sind Marion und ihr Mann Bernd aus Leipzig. Beide sind inzwischen über 60 Jahre alt und arbeiten in einem Szene-Club. Vor 20 Jahren reagierten sie zunächst schockiert und besorgt, als ihr Sohn sich plötzlich nur noch schwarz kleidete.

Dass das „Unnormale" ein Wochenende lang „normal“ wird, ist für die 35-jährige Apothekenhelferin Nicole das Faszinierende am Wave Gotik Treffen. Vor einigen Jahren verließ sie ihr katholisch geprägtes Heimatdorf im Rheinland und zog nach Leipzig. Hier fühlt sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben nicht als Außenseiterin.

Mittelalterfan Mono ist schon zum fünften Mal beim Wave Gotik Treffen dabei. Über die Musik (Video offline, Hilfe zum Real-Player) fand er Zugang zur Szene. In diesem Jahr will sich der Student, der auch Gitarrenunterricht gibt, beweisen: Als Solo-Musiker möchte er mit seiner Laute ein Konzert bestehen. Und ganz nebenbei hofft er, auf dem Mittelaltermarkt vielleicht sogar einer neuen Liebe über den Weg zu laufen.

Janina und Sebastian sind aus Darmstadt angereist. Janina (Video offline, Hilfe zum Real-Player) stylt sich gern und schminkt ihr Gesicht düster. Sie hat schon „alles an musikalischen Phasen durchgemacht“, bevor sie in der schwarzen Szene ihre Heimat fand. Janina (Video offline, Hilfe zum Real-Player) interessiert sich für religiöse Fragen, hat „Probleme mit der Institution Kirche“ und will wie viele andere Gothics nichts mit Satanismus zu tun haben.

Die Reportage begleitet Menschen unterschiedlichen Alters und sozialer Herkunft während des Grufti-Events in Leipzig. Sie zeigt nicht nur schwarzes Lebensgefühl, sondern vor allem viele komische und „bürgerliche Momente“ eines Festivalwochenendes. Sie erzählt von den Leipzigern und ihrer Gelassenheit, von schwarzen Paradiesvögeln und Mitläufern, von morbiden Gedankenwelten, und versucht zu zeigen, was tatsächlich dahinter steckt.

Quelle: MDR




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